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Nebenwerte : Frankfurts Börse bietet mehr als Großkonzerne

USU Software - Profitieren von der Industrie 4.0

„Es war schade um den Neuen Markt“, sagt Bernhard Oberschmidt, der Vorstandssprecher des Softwarehauses USU. Oberschmidt ist schon seit 20 Jahren im Unternehmen und war seinerzeit auch für den Börsengang verantwortlich. „Damals gab es eine gute Finanzierungsquelle für neue Ideen, die heute praktisch ausgetrocknet ist.“ Natürlich hätten es einige damals übertrieben. „Aber die Grundidee war richtig.“

Bernhard Oberschmidt, Vorstand der USU Software

Auch USU profitierte damals vom Börsengang. 1977 als Udo Strehl Unternehmensberatung gegründet, wurde aus USU erst Anfang der neunziger Jahre ein Softwareentwickler. Keine 20 Millionen Euro Umsatz machten die damals noch als zwei Unternehmen agierende USU AG und die Openshop Holding zur Zeit des Börsengangs im Jahr 2000. Mit dem in die Bewertung einkehrenden Realismus fiel der Kurs von rückgerechnet mehr als 200 Euro auf aktuell knapp 18 Euro.

Der Umsatz dagegen hat mittlerweile die Marke von 70 Millionen Euro erreicht. In der überschaubaren deutschen Softwarebranche gehört USU damit schon zu den größeren Unternehmen. Spezialisiert sind die Schwaben auf serviceorientiertes IT-Management und wissensbasierte Interaktion. Dabei geht es darum, Wissen mit dem Ziel aufzubereiten, die Servicequalität zu verbessern. Im ersten Fall betrifft dies vorwiegend innerbetriebliche Prozesse. Wissen etwa über Störungen der IT kann sowohl die Qualität der Fehlerbehebung als auch der IT insgesamt verbessern. Im zweiten Fall soll alles Wissen über einen Kunden zusammengeführt werden, so dass alle Mitarbeiter im Kundenkontakt stets alles Wissen zur Verfügung haben.

Die Zukunft von USU sieht Oberschmidt in der Industrie 4.0. „Vernetzung ist heute das große Thema. Es geht darum, große Datenmengen möglichst sicher zu transportieren und zu verteilen. Davon profitieren Softwarehäuser sehr stark.“ Der Innovationsdruck gehe in die Richtung, ohne Verzögerung flexibel und individuell zu produzieren. „Da nützt ihnen maschinelle Automatisierung nicht mehr viel, das erreichen sie nur noch über Vernetzung.“ Die hauseigene „Big-Data-Lösung“ etwa sei darauf ausgerichtet, in Massendaten unbekannte Zusammenhänge aufzudecken. „Bei Heideldruck etwa lässt sich so Wartungsbedarf schon erkennen, bevor noch eine Maschine ausfällt.“

Auf diese Weise soll USU kurzfristig eine betriebliche Marge von 15 Prozent erreichen, mittelfristig noch mehr. Seit 2004 arbeitet USU profitabel, wenngleich etwa 2013 der Gewinn deutlich zurückging. Grund seien damals vor allem die Entwicklungskosten für neue Produkte gewesen, die das Unternehmen grundsätzlich nicht aktiviert, sagt Oberschmidt. „Das hat immer einen Beigeschmack. Wir wollen transparent sein.“ mho.

Cliq Digital - Apps für jeden Geschmack

Die Cliq Digital AG hat sich ganz dem modernen Mediennutzungsverhalten verschrieben. Werbung für die Produkte wird mittlerweile zu 90 Prozent auf Mobilgeräten gemacht. Und auch die Produkte sind vor allem für Kunden gemacht, die viel Zeit ihres Lebens mit dem Smartphone verbringen.

Hotels, Restaurants, Bücher: Es gibt für alles eine App.

So können bei Cliq Digital zahlreiche Unterhaltungs-Apps kostenpflichtig abonniert werden, aber auch ein mobiles Kochbuch wie 24 Cooking, Anti-Virenprogramme von Kaspersky, etliche Spiele für das Handy, Dating-Plattformen, Lernangebote und vieles mehr.

Die 88 Mitarbeiter des in Amsterdam und Düsseldorf ansässigen Unternehmens kommen aus 26 Ländern und sind im Durchschnitt 33 Jahre alt. Eine wichtige Kenngröße für das Unternehmen ist das Verhältnis zwischen dem Umsatz, den ein Kunde bringt und dem Aufwand, ihn als Kunden zu werben. Im Jahr 2015 ist beides deutlich gestiegen. 10,80 Euro Umsatz brachte ein Kunde in den ersten sechs Monaten und damit deutlich mehr als die knapp 6 Euro im Jahr 2014. Doch auch der Marketingaufwand stieg von 4,40 auf 7,70 Euro je geworbenem Kunden.

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