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Fluglinien-Aktien : British Airways spart, doch das dürfte nicht genügen

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Die Concorde am Boden - der ungeplante Teil des Kapazitätsabbaus Bild: dpa

Zwar hat British Airways im vergangenen Quartal aufgrund eines radikalen Sparkurses ddie Gewinnzone erreicht. Der Ausblick klingt aber nicht sehr viel versprechend.

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          Auf Basis der von Reuters gesammelten Analystenerwartungen lagen die Zahlen von British Airways (BA) zum ersten Quartal etwa in der Mitte der Prognosen. Der Ausblick dagegen klingt mehr als verhalten.

          Mit einem Vorsteuergewinn von 40 Millionen Pfund erreichte die Fluglinie wieder die schwarzen Zahlen, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 50 Millionen Pfund angefallen war. Dabei ist allerdings zu betonen, dass sich das operative Ergebnis auf Grund der allgemeinen schwachen Wirtschaftslage im ersten Quartal halbiert hat. Doch habe die Reduktion der Kapazitäten und das Kostenmanagement Wirkung gezeigt.

          Sehr verhaltener Ausblick - „Market Performer“

          Doch kündigte BA an, eine „schwierige Wintersaison“ könnte die guten Ergebnisse der ersten drei Monate des Geschäftsjahres in Gefahr bringen. Der weitere Verlauf des Geschäftsjahres 2001/02 sei “herausfordernd“. Richard Hannah von der Deutschen Bank beurteilt die Aussichten für die Aktie denn auch vorsichtig und stuft sie als „Market Performer“ ein. „Das Unternehmen hängt sehr stark am operativen Geschäft. Wenn der Umsatz um weitere 1,5 Prozent zurückgeht, werden die Profite dieses Jahr ausradiert“, fürchtet der Analyst. Seit Mitte Juli erwartet er für das Gesamtjahr einen verringerten Gewinn pro Aktie von 8,5 Pence, woraus sich ein stattliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40 ergibt.

          In Zukunft will die britische Fluglinie vor allem durch den Ausbau der Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften Erfolg haben. Dazu zähle vor allem der Ausbau der Allianz mit American Airlines, für die erst am Freitag neue Pläne enthüllt wurden. Danach wollen beide Anbieter bei neun Transatlantik-Verbindungen voll auf Code-Sharing setzen. Damit kann eine Fluggesellschaft direkt Plätze in den Maschinen des Partners verkaufen, wodurch Kosten verringert und die Flieger besser ausgelastet werden.

          Allianz mit American hat noch lange keine Gestalt angenommen

          „Dieser Prozess wird aber noch einige Monate dauern und enthält noch viele Hindernisse“, erwartet Uwe Weinreich von HypoVereinsbank Research. Zwar würde sich damit der Wettbewerbsdruck auf den ohnehin hart umkämpften Nordatlantik-Routen verschärfen, „doch entscheidend ist, wie viele Routen die neue Allianz aus Wettbewerbsgründen an die Konkurrenz wie etwa die StarAlliance oder Skyteam abgegeben werden müssen.“

          Folgen für Lufthansa nicht von vornherein negativ

          Die neue Kooperation würde nämlich auf vielen der transatlantischen Routen eine Monopolstellung erhalten, die nicht zugelassen würde, und die zwangsweise Abgabe einiger der begehrten „Slots“; also Landerechte, am Drehkreuz Heathrow nach sich ziehen. Die Folgen für die Konkurrenz, allen voran die Deutsche Lufthansa mit ihrer StarAlliance, sind daher nicht von vornherein negativ zu beurteilen. Wegen der allgemein schlechten Branchenstimmung stuft Weinreich die Lufthansa-Aktie allerdings als „Underperformer“ ein.

          Dass die Konkurrenz aufgeschreckt ist, zeigt sich allerdings daran, dass die britische BA-Konkurrentin Virgin Airways angeblich in dieser Woche eine millionenschwere Medienkampagne lancieren will, die gegen den Vorstoß der beiden Fluggesellschaften Stimmung macht. Jedenfalls gab Virgin bekannt, gegen das neue Vorhaben wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken „kämpfen zu wollen“.

          Kooperation mit KLM noch nicht in Sicht

          Die zweite aktuell diskutierte Kooperation ist die mit der niederländischen KLM, an der sich BA Gerüchten zufolge nun mit 15 Prozent beteiligen will. KLM selbst schließt eine zukünftige Allianz mit BA nicht aus. Bislang sind Fusionsgespräche zwischen BA und KLM allerdings schon dreimal gescheitert. Analyst Weinreich sieht derzeit keine konkreten neuen Vereinbarungen.

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