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Fluglinien : Aktie von Delta Airlines nach Verlust-Ankündigung abgestraft

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Der Chart zeigt die Entwicklung der Delta Air Lines-Aktie in Dollar Bild:

Die Zeiten im amerikanischen Luftfahrtsektor bleiben schwierig. Das zeigt die Gewinnwarnung der Fluggesellschaft Delta Airlines. Die Aktie macht vor diesem Hintergrnd einen trostlosen Eindruck.

          Mit der Ankündigung eines beträchtlichen Verlustes im Rest des Jahres 2005 hat Delta Airlines am Dienstag die Finanzmärkte geschockt und damit das Gespenst eines Konkurses der drittgrößten amerikanischen Fluggesellschaft wieder heraufbeschworen.

          Der Aktienkurs sackte deutlich um 14,9 Prozent auf 6,17 Dollar ab. Die Notiz nähert sich damit wieder dem am 27. September 2004 markierten Rekordtief von 5,16 Dollar an. Folglich sieht auch das Chartbild wenig ermutigend aus. Im Gefolge fielen AMR um 3,2 Prozent auf 11,02 Dollar, die Titel von Southwest reduzierten sich um 2,8 Prozent auf 14,95 Dollar und Northwest Airlines gaben um 4,5 Prozent auf 4,47 Dollar nach.

          Lange Liste an Hiobsbotschaften

          Delta werde die gesteckten Finanzziele in diesem und im nächsten Jahr wohl nicht erreichen, kündigte das in Atlanta ansässige Unternehmen in einer quartalsmäßigen Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC an.

          Delta kämpfe mit den rekordhohen Treibstoffkosten, niedrigen Ticketpreisen und Kostendruck in anderen Bereichen. Deshalb werde die Fluggesellschaft die bis Ende 2006 angestrebten Kostensenkungen von fünf Milliarden Dollar vermutlich nicht erreichen. Delta hatte zuvor erklärt, das Unternehmen gehe davon aus, einen Konkurs vermeiden zu können.

          Derzeit baut die Gesellschaft rund 7.000 Stellen ab. Steigende Pensionskosten würden in den nächsten drei Jahren zu den Finanzproblemen beitragen, hieß es in der Mitteilung weiter. Bereits jetzt fehlten hier 5,3 Milliarden Dollar. Allein zwischen 2006 und 2008 müsse Delta Pensionskosten von 3,1 Milliarden Dollar schultern.

          Die Liste an Argumenten gegen die Aktie ist somit lange genug, um Gedanken an einen möglichen Einstieg bei dem Titel schnell zu vertreiben. Das sehen offenbar auch die Analysten so, die sich nicht mehr mit dem Unternehmen beschäftigen.

          Anhaltende Schwäche auf dem amerikanischen Markt

          Daß sich Fluggesellschaften trotz schwieriger Marktbedingungen auch besser schlagen können, beweist am Mittwoch die Deutsche Lufthansa mit ihren Geschäftszahlen. Dem Dax-Vertreter ist es gelungen, den operativen Verlust im ersten Quartal überraschend deutlich auf 26 Millionen Euro zu verringern. Im vorigen Jahr belief sich das operative Ergebnis noch auf minus 116 Millionen Euro.

          „Ordentlich“, lautet folglich die Einschätzung von Analyst Uwe Weinreich von der HypoVereinsbank. Die Ergebniszahlen seien alle besser ausgefallen als vom Markt erwartet, der Umsatz habe die Erwartungen erfüllt. Weinreich meint allerdings auch, Anleger sollten nicht überbewerten, daß der Verlust um 50 Millionen Euro geringer ausgefallen sei als prognostiziert. Das erste Quartal sei traditionell vergleichsweise schwach wegen der Feiertage und der Cargo-Konjunktur.

          Das Ergebnis hänge vor allem vom dritten Quartal ab, das erfahrungsgemäß 60 Prozent bis 70 Prozent zum Jahresergebnis beitrage. Aber immerhin hat die Lufthansa bereits ihre bisherige Jahresprognose bekräftigt, das ein operatives Ergebnis auf dem Niveau von 2004 von 383 Millionen Euro beinhaltet.

          Zur Gewinnwarnung von Delta Airlines ergänzt Weinreich, Delta habe den Markt auf eine schwache Entwicklung bereits vorbereitet gehabt. Trotzdem sei die neue Warnung überraschend. Sie sei ein Zeichen für fortdauernde Schwäche auf dem amerikanischen Markt. Solange diese Schwäche nicht ausgestanden und keine Marktbereinigung eingetreten ist, sollten Anleger deshalb besser die Finger von amerikanischen Fluglinien-Aktien lassen.

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