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Finanzwerte : Wenn eine deutsche Bank, dann die Deutsche

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Scheinbar unerschütterlich durch die Krise - die größte deutsche Bank Bild: dpa

Die Zahlen der Deutschen Bank lesen sich gut. Die Analysten zeigen sich durchweg angetan davon, wie das Institut die Krise meistert.

          Eine kuriose, aber hauptsächlich erfreuliche Überraschung hatte die Deutsche Bank am Mittwoch zu bieten. Nachdem am Dienstag erste Daten durchgesickert waren, legte das Institut die wichtigsten Neun-Monatszahlen vor, die eigentlich erst für Donnerstag vorgesehen waren (vgl. Link).

          Zwar sank der Nachsteuergewinn im dritten Quartal um knapp 49 Prozent auf 303 Millionen Euro. Er lag aber im oberen Bereich der Erwartungen von Analysten, die mit 200 bis 350 Millionen Euro gerechnet hatten. Den vollständigen Zwischenbericht will die Deutsche Bank am Donnerstag veröffentlichen. Die Aktie lag bis 18.45 Uhr mit 5,75 Prozent im Plus bei 61,65 Euro.

          "Zahlen sehr ermutigend"

          „Die Zahlen waren sehr ermutigend und im operativen Bereich durchweg besser als erwartet", kommentiert Georg Kanders von WestLB Panmure, der die Aktie zum Kauf empfiehlt. Der Verlust von 408 Millionen Euro aus Finanzanlagen im dritten Quartal sehe wie ein Einmaleffekt aus, der nicht überbewertet werden sollte.

          Mit seiner Empfehlung gehört Kanders zur Mehrheit: Laut Bloomberg raten 63 Prozent der Analysten zum Kauf der Aktie, während zehn Prozent den Titel verkaufen würden. Aus den gesammelten Gewinnschätzungen von 4,82 Euro für 2001 und 5,30 Euro für 2002 ergeben sich derzeit Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 12,8 und 11,6.

          Krise beeindruckend gemeistert

          Bislang hat die Bank die schwierige Marktlage beeindruckend gemeistert. Nach wie vor scheinen die Deutschbanker im Investmentbanking vor Steuern deutliche Gewinne erwirtschaftet zu haben. Außerdem haben sie ein überraschend starkes Handelsergebnis erzielt, das die Analysten die hervorragende Position der Bank beim Bond-Trading zurückführen. Besonders erfreut sind die Experten von den rückläufigen Verwaltungskosten, dem typischen Stachel im Fleisch deutscher Banken.

          Nun scheint auch bei der Deutschen Bank das schwierige Thema des Stellenabbaus forciert zu werden: Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, sollen bis Mitte 2003 mit knapp 6.000 Stellen mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze abgebaut werden als bislang angekündigt. Vor drei Wochen hatte Bankchef Rolf Breuer lediglich einen höheren Stellenabbau als die angekündigten 2.600 bis 2003 nicht mehr ausgeschlossen.

          In Deutschland die Nase vorn

          Zum Allgemeingut der Branche gehört, dass die größte deutsche Bank bei Ergebnis und strategischer Ausrichtung wesentlich besser dasteht als ihre inländischen Konkurrenten. Die Commerzbank hat zuletzt für das dritte Quartal einen Verlust angekündigt und dies auch für das gesamte Jahr nicht mehr ausgeschlossen. Die HypoVereinsbank hatte für das abgelaufene Quartal einen Rückgang des Vorsteuergewinns um zwei Drittel bekannt gegeben.

          Informations-Leck wird Nachspiel haben

          Mit der überraschenden Veröffentlichung der Zahlen ist die Bank ins Visier des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel geraten. Das Amt wird nach Angaben einer Sprecherin nun prüfen, ob die Bank gegen Pflichten zur Ad-hoc-Veröffentlichung verstoßen hat. In diesem Fall könnte ihr ein Bußgeld bis zu drei Millionen Mark drohen.

          Zudem werde geprüft, ob Dritten unbefugt Insider-Informationen mitgeteilt worden seien. Diese Ermittlungen richteten sich aber nicht gegen die Bank, sondern Einzelpersonen. Eben diesen dürften auch unangenehme Konsequenzen innerhalb der Bank drohen.

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