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Finanzwerte : Das alte Commerzbank-Lied in neuem Gewand

  • Aktualisiert am

Commerzbank-Turm in einem neuen Schachspiel? Bild: dpa

Die Münchener Rück hält 10,4 Prozent an der Commerzbank - schon schießen wieder die wildesten Gerüchte ins Kraut.

          Die Münchener Rück legt eine 10,4-prozentige Beteiligung an der Commerzbank offen - bisher waren rund fünf Prozent bekannt - und schon schießen die wildesten Gerüchte ins Kraut. Wie sie auf dem Parkett in den vergangenen Jahren wieder und wieder gehandelt wurden.

          Die Commerzbank-Aktie wird am Donnerstagmittag um satte acht Prozent höher bei 18,70 Euro gehandelt. Diesmal ist wieder von einer möglichen Fusion mit der HypoVereinsbank die Rede, da der Rückversicherer eine strategische 25,7 Prozent-Beteiligung an dem bayerischen Institut hält.

          Experten schließen Fusion mit HypoVereinsbank aus

          Aber die Experten winken ab: Eine Fusion unter dem Dach der Münchener Rück sei wenig wahrscheinlich, heißt es von den meisten Analysten. Dagegen sprächen zum einen die verschiedenen Überkreuz-Beteiligungen. Auch werde sich die italienische Generali, die zehn Prozent an der Commerzbank hält, ihren Vertriebsweg nicht wegschnappen lassen, betonen die Analysten weiter. Die Vertriebsvereinbarung mit AMB Generali gelte über die kommenden acht Jahre, und eine vorzeitige Kündigung mache aus Kostengründen keinen Sinn.

          Die Münchener Rück habe in ihrer Meldung nur den Veröffentlichungspflichten nach dem neuen Wertpapierhandelsgesetz vorgegriffen. Dadurch müssen Unternehmen auch die Beteiligungen ihrer Spezialfonds vorlegen. Und die zusätzlichen 5,4 Prozent stammen eben von dem Fonds-Arm MEAG.

          Anlageurteil "Reduzieren" bekräftigt

          "Die Commerzbank gehört noch immer zu den schwächsten Banken in Europa", meinen die Analysten von ABN Amro, die keine Veranlassung sehen, von ihrem Urteil "Reduzieren" abzurücken. "Wir sehen einen fairen Preis bei etwa 17 Euro und halten die Kursreaktion für fundamental nicht gerechtfertigt", erklärt ABN Amro.

          Insgesamt halten die Analysten damit die Begründung der Münchener Rück, die Beteiligung eher als Kontrolleinheit über den deutschen Finanzmarkt und nicht strategisch zu halten, für die glaubwürdigste Variante. Somit habe die Münchener Rück ein Mitspracherecht bei eventuellen Übernahmen und Fusionen, ohne selbst aktiv werden zu müssen.

          Aktie auf längere Sicht unattraktiv

          Auch das gerade gescheiterte Vorhaben einer gemeinsamen Transaktionsbank mit der Deutschen und der Dresdner Bank wegen "gewaltiger praktischer Probleme" des Projekts ist eine eher enttäuschende Nachricht.

          Sie wirft ein weiteres Schlaglicht auf die fundamentale Schwäche der Commerzbank: Sie arbeitet zu unprofitabel, weil ihr in den entscheidenden Geschäftsfeldern schlicht die kritische Masse fehlt, um im intensivierten Wettbewerb auf europäischer und globaler Ebene zu bestehen. Die Aktie bleibt daher auf längere Sicht unattraktiv, zumal eine Übernahme nach wie vor unwahrscheinlich bleibt.

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