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Finanzmarkt : Litauen will seine Börse an die Börse bringen

  • Aktualisiert am

Die Regierung Litauens will ihren Anteil von 44,3 Prozent an der Börse des Landes bei Anlegern plazieren und damit für potentielle Investoren attraktiver machen. Anleger zeigen schon Interesse.

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          Die Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft läßt sich nicht mehr aufhalten und erfaßt mittlerweile auch ehemalige Randbereiche des Betrachtungsraums. Während sich in Zentraleuropa die privatisierten, beweglichen Börsen wie die Deutsche Börse oder Euronext aufgrund der Wirkung der Marktkräfte langsam, aber sicher gegen politische Bedenkenträger und bürokratische Widerstände mit innovativen Geschäftsmodellen durchsetzen, gehen Newcomer beherzter an die Sache heran.

          So will nun die Regierung Litauens ihren Anteil von 44,3 Prozent an der Börse des Landes bei Anlegern plazieren. Dadurch soll die Börse für potentielle Investoren attraktiver gemacht werden. Interesse signalisiert haben bereits die finnische Hex-Gruppe, die die Börse in Helsinki betreibt, die Warschauer Börse und Euronext.

          Notwendige Schritte innerhalb eines Monats eingeleitet

          "Die politische Entscheidung wurde getroffen. Dem Verkauf steht nichts mehr im Wege", erklärte Dalia Grybauskaite, die litauische Finanzministerin, in einem Telefoninterview mit Bloomberg. "Die notwendigen Schritte werden innerhalb eines Monats eingeleitet." Litauen ist die letzte der drei Baltenrepubliken, die ihre Börse privatisiert. Durch diesen Schritt wird ein Zusammenschluß mit anderen gelisteten Börsen vereinfacht. Die Börse kann leichter expandieren und wird für Investoren interessanter. Die drei Börsen hatten sich 1999 darauf geeinigt zu kooperieren.

          "Es wäre für alle besser, wenn es nur eine Handelsplattform gäbe", kommentierte Aidas Galubickas als Partner bei der Investmentbank Suprema, die zur finnischen Evli Bank gehört, die Entwicklung. "Je schneller das passiert, desto besser." Die verbleibenden Anteile der litauischen Börse gehören größtenteils Banken und Brokern, Privatanleger halten bisher 12,2 Prozent.

          Konkurrenz belebt das Geschäft

          Die Hex-Gruppe ist daran interessiert, einen Anteil an der Börse zu übernehmen, führte Gert Tiivas, der für die Region zuständige Vizepräsident, in einem Telefoninterview mit Bloomberg aus. "Es ist kein Geheimnis, daß wir bei der Plazierung mitmischen wollen", fügte er hinzu. Tiivas ist auch Vorstandsvorsitzender der Börse Tallinn in Estland, die von Hex-Gruppe kontrolliert wird. "Wir verfügen im gesamten Baltikum über eine starke Position und Strategie."

          Konkurrenz droht der Hex-Gruppe von der Börse Warschau und von Euronext: Beide haben sich über die geplante Privatisierung informiert, erklärte Rima Kaziliuniene, eine Beraterin der Finanzministerin. Damit wird auch deutlich, wie gut und wie schnell der Markt auf Veränderungen reagiert, wenn er denn dazu die Möglichkeit hat. Dabei kommen die Ergebnisse allen Beteiligten zugute. Die Börsenunternehmen machen ein Geschäft, die Banken und Wertpapierhändler erhalten moderne und effiziente Handelssysteme und der Anleger kann seine Orders günstiger ausführen, als in der Vergangenheit.

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