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Finanzmarkt : Dax-Aus von TUI immer wahrscheinlicher

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Bild: F.A.Z.

Sollte der Kursabfall des Reisekonzerns weiter anhalten, wäre der Dax-Abstieg so gut wie besiegelt. Als Aufsteiger steht Sportartikelhersteller Puma bereit.

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          Nach einem Kursrutsch von 25 Prozent in den vergangenen drei Monaten muß der Reisekonzern TUI um seine Mitgliedschaft im Deutschen Aktienindex Dax bangen. Denn TUI gehört, gemessen am Marktwert des Streubesitzes, nicht mehr zu den 35 größten deutschen Unternehmen. Beiersdorf und Celesio haben sich vor TUI geschoben. Durch den Rutsch von TUI aus den Dax-Rängen ist der Sportartikelhersteller Puma dem Aufstieg in die erste Börsenliga nahe.

          Abgerechnet wird in fünf Wochen. Maßgeblich ist die durchschnittliche Marktkapitalisierung der letzten zwanzig Handelstage im August. "Sofern TUI nicht die besser plazierten Celesio und Beiersdorf in der Kapitalisierung überholt, ist der Dax-Abstieg im September besiegelt", sagt Aktienanalyst Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. "Da der rettende Rang 35 für TUI allerdings schon mit einem Kursanstieg von rund 8 Prozent erreicht werden könnte, bleibt die Spannung bezüglich des möglichen Dax-Aufstieges von Puma vorerst bestehen." Acht Prozent Kursanstieg würden allerdings nur dann reichen, wenn Celesio und Beiersdorf ihren Wert nicht steigern.

          Absteiger gesucht

          Für den Auf- und Abstieg in den 30 Aktien umfassenden Dax sind unterschiedliche Ränge entscheidend. Ein Wert wie Puma, der bisher im M-Dax ist, muß bei der jährlich im September anstehenden Überprüfung der Aktienindizes durch die Deutsche Börse AG nach Marktkapitalisierung und Handelsumsätzen unter den besten dreißig sein, um für einen Aufstieg in den Dax in Frage zu kommen. Ein so qualifizierter Aufsteiger kommt jedoch nur dann zum Zuge, wenn es einen Absteiger gibt. Dax-Mitglieder müssen nur dann den Index verlassen, wenn sie nicht mehr unter den besten fünfunddreißig Unternehmen nach Marktkapitalisierung und Handelsumsätzen sind. Puma ist zwar schon seit längerem nach beiden Kriterien unter den besten dreißig und damit für den Dax qualifiziert; es fehlte allerdings bisher der Absteiger, der dem zweiten Sportartikelhersteller nach Adidas den Weg in den Dax bahnt.

          Noch vor Puma liegt nach Marktwert der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate, der von der Hypo-Vereinsbank abgespalten wurde. Allerdings verfehlt Hypo Real Estate die Qualifikation für den Dax, weil der M-Dax-Wert, gemessen an den Handelsumsätzen, nur auf Rang 33 liegt. Da Hypo Real Estate erst seit 6. Oktober 2003 börsennotiert ist, ist die übliche Zwölf-Monats-Betrachtung der Umsätze nicht ohne weiteres möglich. Hilfsweise werden die tatsächlichen Umsätze vom 21. Tag der Börsennotierung an bis Ende August auf zwölf Monate hochgerechnet. "Hypo Real Estate wird es nach Umsatz bis Ende August nicht mehr unter die besten dreißig schaffen. Damit verbauen die niedrigen Umsätze den Aufstieg", prognostiziert Schallenberger.

          Auch in einigen wichtigen europäischen Aktienindizes stehen Veränderungen an. Der deutsche Softwarekonzern SAP wird vom 28. Juli an im Euro Stoxx 50 sein. In den Stoxx 50 wird bald das schwedische Technologieunternehmen Ericsson aufrücken und den niederländischen Versicherer Aegon verdrängen. SAP nimmt den Platz des Pharmakonzerns Aventis ein, der vom französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo übernommen wird. Die Aktie von SAP profitierte von dieser Nachricht. Sie war am Freitag die Aktie mit den höchsten Kursgewinnen im Dax.

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