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Finanzdienstleister : Rückzug der Deutschen Bank belastet die Euwax-Aktie

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt die Entwicklung bei der Euwax-Aktie Bild:

Die Deutsche Bank will keine derivativen Anlageprodukte mehr am Marktsegment Euwax listen. Da es sich dabei um den Marktführer handelt, trifft das die Euwax hart. Nur gut, daß die Aktie der Maklerfirma moderat bewertet ist.

          Der schon seit länger schwelende Streit zwischen der Maklergesellschaft Euwax, einer Tochter der Stuttgarter Börse, und der Deutschen Bank, hat in dieser Woche noch einmal an zusätzlicher Brisanz gewonnen. Mit der Entscheidung der Deutschen Bank, ab Mitte März dieses Jahres keine neu emittierten derivativen Anlageprodukte mehr am Marktsegment Euwax zu listen, wird die nächsthöhere Stufe in dem Konflikt gezündet.

          Die bisher vom Marktführer für verbriefte Derivate, sprich Optionsscheinen und Zertifikaten, an der Euwax notierten Anlageprodukte seien von der Entscheidung nicht betroffen, hieß es weiter. Auch würden neue derivative Hebelprodukte der Deutsche Bank AG auch weiterhin an der Euwax gelistet, die ihrerseits unter den Börsen Marktführer für verbriefte Derivate ist.

          Der Streit produziert nur Verlierer

          Der bisherige Höhepunkt im Zuge dieses Konflikts war am 25. Oktober die Entscheidung des Euwax-Ausschuß gewesen, den Antrag der Baaderbank auf Zulassung als zweiter Skontroführer an der Börse in Stuttgart abzulehnen. Schon dieser Antrag basierte letztlich auf Beschwerden der Deutsche Bank, wonach die Qualität der Orderausführung durch die Euwax zu Wünschen übrig lasse.

          Die kaum nachvollziehbar begründbare Entscheidung, der Baaderbank die Zulassung zu verweigern, hat die Gräben zwischen den beiden Konfliktparteien vermutlich weiter vertieft. Deshalb konnte man sich schon damals zusammen reimen, daß die Deutsche Bank noch einmal zu kontern versuchen wird.

          Wer sich in dem Streit letztlich durchsetzen wird, bleibt momentan zwar noch abzuwarten. Schon jetzt ist aber klar, daß bei der neuen Konstellation nicht nur die Kunden verlieren, sondern auch die Euwax. Der Euwax-Vorstandschef hat nämlich schon eingeräumt, daß die Entscheidung der Deutschen Bank in einem Umsatzausfall von drei bis fünf Prozent resultieren werde.

          Moderate Bewertung verhindert ein größeres Kursdesaster

          Vermutlich handelt es sich dabei sogar noch um eine untertriebene Schätzung. Schließlich ist die Deutsche Bank seit zwei Jahren konstant Marktführer im Geschäft mit Retailderivaten und sie hat folglich eine erhebliche Marktmacht. So ist nicht auszuschließen, daß andere Emittenten nachziehen werden, auch wenn sich dies bisher noch nicht abzeichnet. Außerdem ist zu erwarten, daß die Deutsche Börse ermutigt durch den Schritt der Deutschen Bank versuchen wird, den eigenen Marktanteil zu Lasten der Euwax mit Hilfe neuer Marketingaktivitäten auszubauen.

          Vor diesem Hintergrund verwundert das Minus von 9,25 Prozent auf 28,45 Euro nicht, welches der Euwax-Aktienkurs am Donnerstag hinnehmen mußte. Und solange der Konflikt weiter schwelt, ist nicht davon auszugehen, daß sich der Wert nachhaltig erholen wird. Angesichts dieser Konstellation können die Aktionäre froh sein, daß ihre Aktie sehr moderat bewertet ist. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von lediglich gut neun auf Basis der im Vorjahr erwirtschafteten Gewinne je Aktie von 3,06 Euro schreit trotz der jetzigen Probleme glücklicherweise nicht nach einem größeren Korrekturbedarf.

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