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Finanzbranche : BNP - eine relativ sichere „Bank“

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Wie bei vielen anderen Banken ging im Jahr 2001 auch der Ertrag der BNP Paribas zurück. Aber nur moderat.

          Wirft man einen Blick auf die europäischen Bankenwerte so kommen einem angesichts der Entwicklung mancher deutschen Bank beinahe die Tränen. Zum Beispiel die Commerzbank. Sei es aus Enttäuschung oder sei es aus Wut über die Branchenstruktur im Lande, in der - zumindest bisher - stark subventionierte öffentlich-rechtliche Banken eine nicht ganzt unwesentliche Rolle spielen und den Wettbewerb verzerren.

          Aber es geht auch anders. So legte beispielsweise die fanzösische Großbank BNP Paribas in den vergangenen Jahren eine glänzende Performance an den Tag. Die Aktie erreichte noch am 28. Februar 2002 mit 56,40 Euro ein neues Allzeithoch.

          Hohe Eigenkapitalrendite

          Am ersten März dagegen gibt sie nach der Veröffentlichung der Ertragszahlen für das Jahr 2001 wohl auf Grund von Gewinnmitnahmen 2,5 Prozent auf 54,65 Euro nach. Dabei entsprachen die mit einem Nettogewinn von 4,02 Milliarden Euro oder einem Gewinn pro Aktie von 5,35 Euro weitgehend den Erwartungen, von ihrer Eigenkapitalrendite von mehr als 18 Prozent können jedoch viele deutsche Banken auch nur träumen. Selbst wenn die im Vergleich zum Vorjahr 12,9 Prozent nachgab.

          Grundsätzlich sehen Experten die Aufstellung der Bank und die Geschäftsaussichten positiv. Analyst Nick Dove von UBS Warburg hat kurz nach der Veröffentlichung der Zahlen seine Kaufempfehlung erneuert und das ursprüngliche Kursziel von 57,50 Euro auf 62 Euro erhöht. Das ergibt ausgehend vom aktuellen Kurs ein weiteres Potenzial von etwas mehr 13 Prozent. Morgan Stanley hat die Banken Mitte Februar in ihr Modellportfolio aufgenommen, speziell HSBC und BNP Paribas.

          Diversifikation führt zu stabilen Gewinnen

          Auch bei Merrill Lynch befindet sich der Titel auf der Empfehlungsliste. Sie schätzen vor allem die Gewinnstabilität auf Grund der starken Diversifikation und wachsendem Marktanteil sowohl im Inland als auch im Ausland. Auch der Retailbereich dürfte nach ihrer Einschätzung bei zwar langsamen, aber konsistenen Restrukturierungen profitabler werden. Gleichzeitig sehen sie nach wie vor Optionen, für strategische Kooperationen mit in- oder sogar ausländischen Banken.

          Insgesamt sehen sie die Bank mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nicht einmal ganz zwölf für das Jahr 2002 als sehr günstig bewertet. Vor allem auch in Verbindung mit der Erwartung, dass sich die Bonität der Kreditnehmer nicht dramatisch verschlechtern. Sollten sich gar die Kapitalmärkte wieder positiver entwickeln, dürfte BNP stark davon profitieren. Die Gesamtheit der Analysten scheint dieser Analyse zuzustimmen. Denn von 49 Analysten stellen 39 die Aktie auf Kauf, sechs auf Hold und gerade einmal einer auf Verkauf. Und diese Einschätzung scheint schon älter zu sein.

          Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem langfristigen Aufwärtstrend, der zwar langsam abnehmende Dynamik andeutet. Angesichts der Bewertung und einer denkbaren Wirtschaftserholung erscheint der Wert im wörtlichen Sinn als eine relativ sichere Bank.

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