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FAZ.NET-Spezial : Dax über 8.000 Punkten

Bild: F.A.Z.

Der Dax nimmt Anlauf auf ein neues Rekordhoch: Das erste Mal seit März 2000 stieg der Dax zeitweise über 8.000 Punkte. Damals hatte der wichtigste deutsche Aktienindex während des Handels 8.136 Zähler erreicht.

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          Der Deutsche Aktienindex Dax hat am Freitagnachmittag erstmals seit mehr als 7 Jahren die Marke von 8.000 Punkten überschritten. Mit einem Kursplus von 1,5 Prozent erreichte er kurzzeitig 8.002 Punkte. In das Wochenende ging das deutsche Börsenbarometer schließlich mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf 7.988 Zähler.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zuletzt hatte er im Handelsverlauf des 28. März 2000 bei mehr als 8.000 Punkten notiert. Sein Rekord datiert vom 7. März 2000, als er während des Handels 8.136 Punkte erreichte und bei 8.065 Punkten schloss. Der Weg, den der Dax zu den 8.000 Punkten zurückgelegt hat, ist jedoch ein ganz anderer als vor sieben Jahren. Es ging mit den Kursen damals schnell hinauf, nur wenige Werte trugen zum Anstieg bei, und der Dax schloss auch nur an einem Tag - dem 7. März 2000 - über 8.000 Punkten. Dieses Mal vollzieht sich der Aufstieg langsamer, er ruht auf vielen Schultern, und an den Finanzmärkten wird ein dauerhafter Verbleib in mindestens diesen Höhen erwartet.

          Anfang 2000 ging der Aufschwung zu schnell

          Deutsche Telekom, Mannesmann, Siemens und SAP waren Anfang 2000 die Aktien, die ein Anleger haben musste. Sie kamen einer Gelddruckmaschine gleich. Binnen vier Monaten stiegen deren Kurse bis März 2000 um jeweils rund 150 Prozent. Und alleine auf diese Aktien war es zurückzuführen, dass der Dax von 5.000 Punkten im Oktober 1999 bis auf mehr als 8.000 Punkte Anfang März 2000 stieg. Zusammen machten sie damals die Hälfte des Marktwerts des Dax aus. Alleine die Deutsche Telekom erreichte im Dax ein Gewicht von mehr als 22 Prozent.

          Bild: FAZ.NET

          Telekommunikation, Internet und Software waren die Schlagworte, die die Anleger Ende 1999 und Anfang 2000 faszinierten. Diese Aktien wollten alle haben, der Rest wurde links liegengelassen. Banken und Versicherer profitierten noch von dem allgemeinen Boom der Finanzbranche, Werte wie Henkel, Metro, Linde, Thyssen, VW oder Adidas verloren dagegen in der Aktienhausse des ersten Quartals 2000 sogar mehr als 20 Prozent, teilweise mehr als 30 Prozent an Wert. Überhaupt lagen nur 10 der 30 Dax-Werte in dieser Zeit im Plus. Viele Aktien markierten schon im Jahr 1998 ihre Höchststände.

          „Wir ernten die Früchte der Restrukturierungen“

          „Die Wachstumsraten der New Economy wurden einfach in die Zukunft fortgeschrieben“, sagt Bernd Fernow, Aktienstratege der LBBW. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der tatsächlichen Gewinne der Dax-Unternehmen erreichte aber sehr hohe 35.“ Was danach kam, ist bekannt: Viele Zukunftsträume zerplatzten, die Euphorie wich aus dem Markt, der Neue Markt ging zugrunde. Titel wie SAP, Siemens und die Deutsche Telekom haben sich bis heute nicht von ihren Kursabstürzen erholt.

          Die Lage im Jahr 2007 ist eine andere. Der Anstieg des Dax wird in diesem Jahr von 28 Titeln getragen. Nur SAP liegt 9 Prozent im Minus und die Deutsche Telekom ungefähr dort, wo sie am Jahresanfang auch schon war. Der Rest befindet sich aber stabil im Plus. Mittlerweile tragen auch alle Branchen zum Anstieg bei. Die Autotitel etwas mehr, RWE, Lufthansa und Henkel etwas weniger.

          Begründet ist der Aufschwung zudem weniger auf Zukunftsträumen, sondern auf einem sehr guten weltwirtschaftlichen Umfeld. Die Unternehmensberichte fallen daher regelmäßig besser als erwartet aus. „Wir ernten nun die Früchte der Restrukturierungen und der Lohnzurückhaltung der Jahre um die Jahrtausendwende“, sagt Fernow.

          „Noch großes Potential“

          Die deutlich gestiegenen Unternehmensgewinne sind auch der Grund für den weiter vorherrschenden Optimismus am Aktienmarkt. „Aktien sind weiterhin attraktiv“, sagt Achim Matzke, Aktienmarktexperte der Commerzbank. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den Dax schätzt er auf Basis der erwarteten Gewinne für 2007 auf 14, für 2008 auf 13. Eine Fortsetzung der Hausse sei aufgrund der niedrigen Bewertungen wahrscheinlich. „Es gibt viel Liquidität in den Märkten, die nach Anlageformen sucht, und da sind Aktien derzeit am attraktivsten“, sagt Matzke.

          Zudem hält er es für ein gutes Zeichen, dass Branchen wie die Telekommunikation und die Technologie noch kaum an der Hausse teilgenommen haben. „Da gibt es noch ein großes Potential“, sagt Matzke. Er verweist außerdem auf eine jetzt ganz andere Stimmung als Anfang 2000: „Damals waren alle euphorisiert, heute ist die Zahl der Pessimisten ziemlich hoch.“ Diese nüchterne Grundhaltung schütze den Markt vor Übertreibungen, nähre letztlich aber die Hausse.

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