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Favoriten : Für viele wird die Luft dünner

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Die Anleger setzen auf (Süd)Zucker Bild: ddp

Die Aktienbörse zeigt sich in den vergangenen Wochen freundlicher und stabiler. Einige Titel haben mehr als 10 Prozent zugelegt. Doch für diese wird die Luft schon langsam dünn.

          Im Lauf der vergangenen Wochen haben die Anleger begonnen, sich auf das Umfeld einer Weltrezession und der Finanzkrise einzustellen und Aktien heraus zu sortieren, die für sie zu den Gewinnern der Finanzkrise gehören könnten.

          Diesen verschafften sie dann mittlerweile ein ansehnliches Kursplus und eine charttechnische Entwicklung, die wieder an bessere Börsenzeiten erinnert. Immerhin 8 Aktien im HDax haben es auf prozentual zweistellige Kursgewinne gebracht, allen voran der Mannheimer Nahrungsmittelkonzern Südzucker, dessen Mitte Januar vorgelegten Ergebnisse trotz gewisser Schwächen Anklang fanden (Stabile Aussichten für die Südzucker-Aktie ).

          Südzucker-Aktie mit hoher Bewertung

          Das führte sogar dazu, dass die Notierung am Freitag einen wichtigen charttechnischen Widerstand überwand, so dass technische Analysten nunmehr Platz bis rund 17 Euro sehen.

          Indes sprechen die fundamentalen Daten eine andere Sprache. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 15,2 für das im März beginnende und 13,6 für das darauf folgende Geschäftsjahr ist die Aktie schon beim aktuellen Kurs nicht eben billig. Bei 17 Euro betrügen die KGVs dann gar knapp 18 bzw. 16.

          Kursziele für Software AG rücken näher

          Unweit von Südzucker residiert in Darmstadt ein zweiter Favorit: die Software AG. Der nach SAP zweitgrößte Branchenkonzern Deutschlands sorgte Ende Januar an der Börse mit seinen Geschäftszahlen für eine Aufhellung der Stimmung und hat seitdem 11,5 Prozent zugelegt.

          Die zuletzt von Analysten ausgerufenen Kursziele von 55 bis 60 Euro sind zwar nahe aber noch nicht erreicht, aber mittlerweile deutlich näher gerückt. Fundamental ist die Aktie mit KGVs von 11,5 für das laufende und 10,5 für das kommende Jahr gleichfalls nicht mehr so hoch bewertet wie etwa zu Zeiten des Sieben-Jahres-Hochs Mitte 2007, als das KGV rund 25 betrug.

          Hannover Rück nach Kurssprung erst einmal ruhiger

          Der Rückversicherer Hannover Rück sorgte erst Anfang der vergangenen Woche für Frohsinn. Zwar schließt der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Zeller für das Jahr 2008 Verluste weiterhin nicht aus, doch das soll alles Schnee von gestern sein.

          „Die Finanzkrise ist für uns ausgestanden“, sagte Zeller. Unter anderem steigende Preise in der Rückversicherung sollen dafür sorgen, dass die Hannover Rück einen Überschuss von knapp 700 Millionen Euro und damit den zweithöchsten Gewinn der Konzerngeschichte erreichen soll. Mithelfen würde zwar wie im Rekordjahr 2007 hatte ein Sondereffekt aus den kürzlich übernommenen Lebensversicherungsportfolios der ING Groep. Aber auch ohne diesen Effekt erwartet die Hannover Rück je Aktie einen Gewinn von 4,75 bis 5,25 Euro und damit ein Rekordniveau.

          Dennoch und trotz eines KGVs von 6,7 für das laufende und kommende Jahr sehen die Analysten nach dem Kurssprung von 37 Prozent zwischen dem 27. Januar und dem 6. Februar nicht mehr viel Potential. 28 bis 31 Euro lauten die Kursziele, aktuell liegt dieser schon bei 27.

          Auch bei den übrigen Favoriten ergibt sich ein ähnliches Bild. Für Medigene werden Gewinne gar erst 2012 erwartet, SAP zeigt sich immer noch hoch bewertet. Gerade aber im Umfeld der unsicheren Verhältnisse sowohl in der Wirtschaft als auch an der Börse empfiehlt es sich nicht unbedingt darauf zu setzen, dass die Favoriten von heute auch morgen noch zu diesen zählen.

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