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Fast-Food-Kette : Berggruen bringt Burger King zurück an die Börse

Die Qual der Wahl: Eine Kundin in einem Burger-King-Restaurant in Miami Bild: dapd

Der Karstadt-Eigentümer kauft für 1,4 Milliarden Dollar mit einem Londoner Investmentvehikel einen Anteil an der Fast-Food-Kette. Jetzt strebt er eine Notierung an der New Yorker Börse an.

          2 Min.

          Burger King, die nach McDonald’s zweitgrößte Hamburgerkette der Welt, plant eine überraschend schnelle Rückkehr an die Börse. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen wird dabei eine große Rolle spielen. Eine von Berggruen mitgegründete Londoner Investmentgesellschaft mit dem Namen Justice Holdings wird für 1,4 Milliarden Dollar einen Anteil von 29 Prozent an der Restaurantkette von der New Yorker Beteiligungsgesellschaft 3G Capital kaufen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          3G Capital hat Burger King erst vor eineinhalb Jahren erworben und von der Börse genommen. Justice ist an der Londoner Börse notiert und bislang eine reine Mantelgesellschaft, die im Jahr 2011 mit dem Ziel gegründet wurde, ein operativ tätiges Unternehmen zu kaufen. Die Wahl ist nun also auf Burger King gefallen. Justice soll mit der Hamburgerkette verschmolzen werden, die dann in Burger King Worldwide umbenannt werden soll. Die Börsennotierung in London soll nach Vollzug der Transaktion sofort aufgegeben werden. Stattdessen soll Burger King künftig an der New York Stock Exchange vertreten sein. Der bisherige Eigentümer 3G Capital soll weiterhin 71 Prozent an der Kette halten.

          Immer wieder neue Eigentümer

          Der abermalige Wechsel im Eigentümerkreis von Burger King kommt sehr schnell und außerdem zu einer Zeit, in der Burger King auf dem amerikanischen Markt in Schwierigkeiten steckt und gerade versucht, mit einer neuen Strategie die Wende zu schaffen. Burger King hat in den vergangenen zehn Jahren wiederholt neue Eigentümer bekommen. So übernahm eine Gruppe von Beteiligungsgesellschaften im Jahr 2002 die Kette für 1,5 Milliarden Dollar vom britischen Getränkekonzern Diageo. Im Jahr 2006 brachten die Finanzinvestoren Burger King an die Börse. 2010 wurde der Verkauf an 3G Capital zum Preis von 4 Milliarden Dollar inklusive Schulden vereinbart.

          3G Capital war vorher eine wenig bekannte Beteiligungsgesellschaft, zu deren Investoren allerdings einige sehr prominente Figuren aus der brasilianischen Wirtschaft gehören, darunter Jorge Paulo Lemann, dessen Vermögen in der „Forbes“-Liste auf 12 Milliarden Dollar geschätzt wird.

          Zum Zeitpunkt der letzten Übernahme im Jahr 2010 steckte Burger King in Schwierigkeiten und verlor gegenüber dem Wettbewerber McDonald’s an Boden. Der Marktführer profitierte von einem Umbau seiner Produktpalette hin zu gesünderen und höherwertigen Produkten, die neue Zielgruppen ansprachen. Burger King war dagegen lange seinem eher traditionellen Image als Hamburgerbude treu geblieben, die vor allem auf ein junges männliches Publikum abzielt.

          Kaum Verbesserung

          Die Lage für Burger King hat sich bislang nicht nennenswert verbessert: Im Jahr 2011 musste das Unternehmen konzernweit einen Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar hinnehmen. Die flächenbereinigten Umsätze in mindestens ein Jahr lang geöffneten Filialen - die in der Branche besonders aufmerksam beobachtete Kennzahl - gingen vor allem auf dem amerikanischen Heimatmarkt zurück, wo Burger King 7500 seiner 12500 Standorte hat. Nach einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Technomic musste Burger King gemessen an den Umsätzen den Rang als zweitgrößte amerikanische Hamburgerkette hinter McDonald’s an Wendy’s abtreten. Auf der ganzen Welt liegt Burger King weiterhin vor Wendy’s. In Europa unterhält Burger King knapp 2900 Filialen.

          Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat eine Londoner Investmentgesellschaft mitgegründete, die für 1,4 Milliarden Dollar einen Anteil von 29 Prozent an der Restaurantkette kaufen wird
          Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat eine Londoner Investmentgesellschaft mitgegründete, die für 1,4 Milliarden Dollar einen Anteil von 29 Prozent an der Restaurantkette kaufen wird : Bild: AFP

          Erst zu Beginn dieser Woche kündigte Burger King allerdings eine Großoffensive an, um den Abwärtstrend in Amerika zu stoppen. So krempelt die Kette ihre Speise- und Getränkekarte um und bietet zusätzliche Salate, Kaffeespezialitäten und Fruchtshakes an. Nach Angaben von Burger King ist dies die größte Ausweitung der Speisekarte seit Gründung des Unternehmens vor 58 Jahren. Daneben startet Burger King eine neue Werbekampagne mit Prominenten wie dem Fußballspieler David Beckham und der Schauspielerin Salma Hayek.

          Nicolas Berggruen sagte zum Engagement bei Burger King: „Wir haben uns in den vergangenen 14 Monaten viele Optionen angesehen, aber Burger King stach als einzigartiger weltweiter Anbieter in der wachsenden internationalen Systemgastronomie hervor, mit einer starken Tradition und einem im Gange befindlichen aggressiven Umbau im Nordamerika-Geschäft.“

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