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Marktbericht : Gegenbewegung an der Börse

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Nach massiven Verlusten versucht der Dax sich wieder langsam zu berappeln. Bild: dpa

Auch wenn die Aktienkurse am Dienstag per saldo stiegen – der Brexit-Kater ist nicht überwunden. Börsianer warnen, die Erholung werde nicht von Dauer sein.

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          Europas Aktienbörsen sind am Dienstag nach den kräftigen Verlusten im Sog des Brexit-Votums auf Erholungskurs gegangen. Der Dax gewann 1,9 Prozent auf 9447,28 Punkte, der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index gewann ebenso stark auf 1905 Zähler hinzu.

          An der Wall Street notieren der Dow-Jones und der S&P500-Index knapp ein Prozent höher. Auch das Pfund Sterling machte Boden gut und wertete auf 1,3310 Dollar auf, nachdem es am Montag auf ein 31-Jahres-Tief von 1,3118 Dollar gefallen war.

          Die Herabstufung der Bonität Großbritanniens hatte am Anleihemarkt wenig Verkäufe zur Folge. Die Rendite der zehnjährigen britischen Bonds stieg zwar zeitweise auf rund ein Prozent, blieb aber in Reichweite ihres im Zuge der Brexit-Turbulenzen erreichten Rekordtiefs von 0,933 Prozent. „Angesichts der Flucht in die sicheren Häfen, die auch die Renditen für Gilts sinken lässt, kostet der Verlust des AAA-Status den britischen Staat vorläufig gar nichts", fasste Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg zusammen.

          GBP/USD

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          Börsianer zweifeln allerdings, dass es sich um eine nachhaltige Erholung handelt. „Das ist eine technische Reaktion auf die Verluste", sagte einer. Mit Argusaugen beobachteten die Anleger die Entwicklung in Brüssel, wo am Nachmittag die EU-Staats- und Regierungschefs zu einem zweitägigen Gipfel zusammenkamen. Während zunächst noch der britische Premierminister David Cameron mit dabei war, wollen am Mittwoch die übrigen 27 Regierungen unter sich über den weiteren Weg der Union und die Verhandlungen mit London über den EU-Austritt beraten.

          Ein schneller Start der Austrittsverhandlungen scheint unwahrscheinlich. „Damit gewinnt das Szenario einer anhaltenden Unsicherheit mehr Raum", stellten die Analysten der Commerzbank fest. Der Dax könnte unter die Marke von 9000 Punkten fallen und so das im Februar im Sog der Turbulenzen am Ölmarkt aufgestellte Jahrestief von 8699,29 Zählern ins Visier nehmen, warnte ein Händler. Auch das Pfund habe seine Talsohle noch nicht erreicht.

          F.A.Z.-Index

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          Unter den Einzelwerten holten die Finanzwerte auf. Nach teils zweistelligen prozentualen Verlusten legten sie im Schnitt zwei bis drei Prozent zu. Deutsche Bank und Commerzbank stiegen um je etwa ein Prozent. Die britische Barclays legte 3,4 Prozent zu, während Royal Bank of Scotland (RBS) nach einer freundlichen Eröffnung ins Minus drehte und dennoch 0,3 Prozent einbüßten. Barclays hatten am Montag 17, RBS 15 Prozent verloren.

          Mit einem Plus von 1,7 Prozent gingen Volkswagen aus dem Handel. Anleger waren erleichtert, dass sich der Autobauer mit den Vereinigten Staaten auf eine Beilegung des Dieselskandals geeinigt hatte. Allerdings fiel der Schadensersatz höher als gedacht aus.

          Salzgitter fielen um 5,1 Prozent. Der Stahlkonzern hatte zwar seine Gewinnprognose erhöht, die Umsatzerwartungen aber gesenkt. Zudem hatte Goldman Sachs die Aktien zum Verkauf empfohlen.

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