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F.A.Z.-Index : Die meisten Unternehmen erhöhen die Dividende

Bild: F.A.Z.

Die gute Geschäftslage macht es möglich: 74 von 100 Unternehmen im F.A.Z.-Index dürften mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Das Rekordjahr trüben vier bittere Enttäuschungen.

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          Der Auftakt zu der diesjährigen Hauptversammlungssaison wird in zweierlei Hinsicht getrübt. Wenn die Aktionäre von Wincor Nixdorf am 25. Januar im Hansesaal im Schützenhof Paderborn zusammenkommen, werden sie wissen, dass es zum einen die letzte Hauptversammlung von Wincor Nixdorf sein dürfte und sie zum anderen keine Dividende erhalten werden. Nach 1,75 Euro je Aktie vor einem Jahr, was einer stolzen Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent entsprach, gibt es wegen der schlechten Geschäftslage dieses Jahr nichts. Das deutsche Traditionsunternehmen wird zudem vom amerikanischen Konkurrenten Diebold übernommen.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Den Auftakt zur Dividendensaison macht damit dieses Jahr Siemens, das seine Aktionäre einen Tag später in die Münchener Olympiahalle lädt. Auch hier gibt es wenig Anlass zu ausgelassener Stimmung. Doch an der Dividende dürften die wenigsten Aktionäre etwas auszusetzen haben: 3,50 Euro gibt es je Aktie, das entspricht beim derzeitigen Aktienkurs einer Rendite von 4,3 Prozent. Die Rendite sieht nicht nur wegen der um 20 Cent erhöhten Dividende hübscher aus als im Vorjahr, sondern auch weil der Aktienkurs 20 Prozent tiefer steht als bei der Hauptversammlung vor einem Jahr.

          Regelmäßige Gewinne führen zu guter Kursentwicklung

          Diese Gemengelage ist typisch für den deutschen Aktienmarkt derzeit, und sie ist auch der Grund dafür, warum die Dividendenjäger sich noch in der Deckung halten. Eine steigende Dividende und Renditen von durchschnittlich 3,3 Prozent im 100 Werte umfassenden F.A.Z.-Index sind gut und schön. Aber was nutzt die schöne Dividende, wenn die Aktienkurse, wie jetzt geschehen, binnen zwei Wochen um 10 Prozent in die Knie gehen? Im Vorjahr war ein klarer Trend der Anleger zu erkennen, die sich auf die Suche nach dividendenstarken Titeln begaben. Dieses Jahr ist davon nichts zu spüren. Die Angst vor der Abschwächung der Weltwirtschaft treibt die Anleger um und lässt die Aktienkurse fallen.

          Dabei hat die Dividendenstrategie nichts von ihrem Charme verloren. Unternehmen, die in der Lage sind, auf Basis regelmäßig wachsender Gewinne auch verlässlich hohe und steigende Dividenden zu zahlen, weisen meist auch eine überdurchschnittliche Kursentwicklung auf. Die Dividendenrendite ist dabei nur ein Aspekt dieser Betrachtung. Zahlt ein Unternehmen 1 Euro Dividende je Aktie und weist einen Aktienkurs von 100 Euro auf, beträgt die Rendite magere 1 Prozent – vor Steuern. Bricht der Aktienkurs aber auf 10 Euro ein, steigt zwar die Dividendenrendite auf 10 Prozent, doch von einem attraktiven Dividendentitel würde dennoch kaum jemand sprechen.

          Allianz ganz oben

          Die Landesbank Baden-Württemberg nimmt bei der Auswahl ihrer Dividendenfavoriten daher sechs weitere Kriterien hinzu: die Bonität des Unternehmen, die Deckung der Dividendenzahlungen durch den Gewinn, das Gewinnwachstum, die Gewinnschwankungen und die Zahl der Dividendenerhöhungen und -senkungen in der Vergangenheit. Dadurch sollen Unternehmen herausgefiltert werden, die nachhaltig hohe, sichere Dividenden zu zahlen in der Lage sind.

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