https://www.faz.net/-gv6-86dpy

Markbericht : Europas Bankaktien unter Druck - Dax leicht im Plus

  • Aktualisiert am

Der Dax konnte sich im Laufe des Tages nicht recht für eine Richtung entscheiden. Bild: Reuters

Auf Bankaktien waren die deutschen Anleger am Dienstag schlecht zu sprechen. Bei der Deutschen Bank lasteten Geldwäsche-Ermittlungen auf den Kursen. Der Dax schloss aber nahezu unverändert bei 11.456 Punkten.

          2 Min.

          Anleger haben am Dienstag die Finger von europäischen Bankaktien gelassen. Schlechte Nachrichten unter anderem von der Deutschen Bank und der Credit Agricole trübten Börsianern zufolge die Stimmung. Der Bankenindex verlor 1,3 Prozent und war damit das Schlusslicht unter den Branchenindizes. Besonders hart traf es die griechischen Titel: Am Tag zwei nach der fünfwöchigen Zwangspause brach der heimische Bankenindex erneut um knapp 30 Prozent auf ein Rekordtief ein. Der griechische Leitindex fiel um 1,2 Prozent.

          Am deutschen Aktienmarkt bewahrten Investoren dennoch die Ruhe: Der Dax gewann 0,1 Prozent auf 11.456,1 Punkte, während der Euro Stoxx50 0,4 Prozent auf 3619,3 Zähler abgab.

          Neue Geldwäsche-Ermittlungen bei der Deutschen Bank

          Bei der Deutschen Bank lasteten Geldwäsche-Ermittlungen auf den Kursen. Auch das amerikanische Justizministerium habe Informationen zu umstrittenen Kundengeschäften angefordert, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Die Papiere von Deutschlands größtem Kreditinstitut gaben 2,6 Prozent ab und waren damit zweitgrößter Dax-Verlierer.

          Enttäuschung über einen wohl auf die lange Bank geschobenen Konzernumbau setzte den Aktien der französischen Credit Agricole zu. Die Papiere stürzten an der Pariser Börse um mehr als zehn Prozent auf 12,94 Euro ab und verzeichneten damit den größten Tagesverlust seit November 2011.

          Nach Darstellung der Großbank gibt es bezüglich eines geplanten strukturellen Umbaus Probleme mit der Europäischen Zentralbank (EZB). In Gesprächen mit der für die Bankenaufsicht zuständigen Behörde seien Hürden aufgetaucht, teilte die Bank mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Anleger hatten bei der Credit Agricole auf eine schnelle Restrukturierung der komplex verflochtenen Gruppe gehofft.

          Auch Finanztitel in Mailand wie BP Emilia, Intesa Sanpaolo und Banco Popolare gaben zwischen 2,3 und 2,8 Prozent nach.

          Conti erfreut mit Zahlen - BMW und Evonik enttäuschen

          Bei den deutschen Aktienwerten glänzte Continental mit einem Kursplus von 5,7 Prozent. Der Autozulieferer hob nach einem starken Quartalsergebnis seine Jahresziele an.

          BMW stellte dagegen wegen trüber Aussichten für das China-Geschäft ein Fragezeichen hinter seine Ergebnisziele. Außerdem verbuchte der Konzern einen überraschend starken Gewinnrückgang in seiner Kernsparte Automobile. Die Aktien des Autobauers gaben 1,3 Prozent nach.

          Ans Dax-Ende rutschten die Aktien der Lufthansa. Eine Herunterstufung der Bank of America Merrill Lynch drückte die Papiere um 3,5 Prozent.

          Ölpreis zieht wieder an

          Für Diskussionen sorgten außerdem die Turbulenzen am Ölmarkt. Der Preis für die richtungweisende Sorte Brent aus der Nordsee stieg nach seinem gut fünfprozentigen Absturz am Vortag um gut ein Prozent an, konnte die Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter) aber nur zwischenzeitlich zurückerobern.

          Den Experten des Research-Hauses BMI zufolge wird Brent mittelfristig auf bis zu 45 Dollar fallen. Gründe seien das weltweite Überangebot, die schwächelnde Konjunktur in China und der starke Dollar. Letzteres verteuert Öl und andere Rohstoffe für Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bewohner des dicht besiedelten Viertels Hillbrow in Johannesburg, Südafrika

          Bevölkerungswachstum : Afrikas demographisches Dilemma

          Bis zum Ende des Jahrhunderts leben elf Milliarden Menschen auf der Erde. Vor allem in Afrika steigt die Zahl. Was bedeutet das für den Kontinent und seinen Nachbarn Europa – auch im Hinblick auf das Coronavirus?
          Canal d’amour: In der romantisch wirkenden Felsbucht auf Korfu ist noch Platz für Gäste.

          Tourismus im Corona-Sommer : Die Schicksalssaison

          Volle deutsche Küstenorte, aber leere Stadthotels und gekürzte Flugpläne ans Mittelmeer – im Sommer nach dem Corona-Stillstand erholt sich der Tourismus nur mancherorts. Ein Überblick.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.