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Euro-Stoxx-50 : Versorger, Banken und Minenkonzerne auf Verkaufsliste

  • -Aktualisiert am

Direkt aus der Mine: Eisenerz-Transport in Australien Bild: Reuters

Die Zinswende und fallende Rohstoffpreise verdüstern die Lage einiger Standardwerte. Bei Rio Tinto oder HSBC werden sich die Abwärtstrends über den Jahreswechsel fortsetzen. Ein Verkauf ist zu überlegen. Eine technische Analyse.

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          Zuletzt aufgetretene Belastungsfaktoren wie die Diskussion über eine Leitzinserhöhung in Amerika, fallende Rohöl- und Rohstoffnotierungen und eine Konjunkturschwäche in vielen Schwellenländern haben bei einigen Standardwerten aus dem Stoxx 50 und dem Euro Stoxx 50 für weitere mittelfristige technische Eintrübungen gesorgt. Da sich bei diesen Titeln die intakten technischen Baissen beziehungsweise Abwärtstrends fortsetzen sollten oder aber zuletzt neue Verkaufssignale ergeben haben, bietet sich zum Jahresende 2015 ein Verkauf beziehungsweise ein Tausch an.

          Hierbei ist auch berücksichtigt, dass diese Titel im Regelfall bei einer neuen mittelfristigen Aufwärtsbewegung an den europäischen Aktienmärkten im Jahr 2016 eine ausgeprägte relative Schwäche aufweisen sollten. Bei den Werten handelt es sich um den britischen Minenkonzern Rio Tinto und den britischen Öl- und Gaskonzern BP. Hinzu kommen aus dem Bankensektor HSBC, die spanischen Institute Santander und BBVA sowie die italienische Unicredit und die Deutsche Bank. Aus dem Euro Stoxx 50 kommen noch die Versorger Eon und Engie sowie die französischen Schneider Electric und Vivendi hinzu.

          Rio Tinto seit 2008 in einer Abwärtsbewegung

          Der britische Minenkonzern Rio Tinto ist der letzte große europäische Rohstoff-Konzern, der seine Index-Mitgliedschaft im Stoxx 50 bei der letzten Veränderung der Index-Zusammensetzung im September 2015 verteidigen konnte. Die Aktie befindet sich seit Mai 2008 und den damaligen historischen Höchstkursen um etwa 5920 britische Pence in einer langfristigen Baisse-Bewegung. Hierbei hatte sich ab dem Jahr 2012 eine mehrjährige Seitwärtspendelbewegung herausgebildet. Einerseits lag die gestaffelte Unterstützungszone von 2580 bis 2640 Pence vor. Andererseits hat es in den Jahren 2012 bis 2015 jeweils fallende Kurshochs von 4030 bis 3250 Pence gegeben. Als Konsequenz hat die Seitwärtspendelbewegung die langfristige technische Form eines Abwärtsdreiecks und damit – aus übergeordneter Sicht – einen trendbestätigenden Charakter nach unten.

          Bild: F.A.Z.

          Deshalb überrascht es nicht, dass die Aktie von Rio Tinto im Juni 2015 mit einem übergeordneten Verkaufssignal durch die fast einjährige Unterstützungszone gerutscht ist. Der seitdem intakte mittelfristige Abwärtstrend hat mit seinem hohen Abwärtsmomentum für die ausgeprägte Baisse-Verschärfung gesorgt. Einerseits sollten sich die langfristige Baisse-Bewegung und die mittelfristige relative Schwäche (gegenüber dem Stoxx 50) in Rio Tinto fortsetzen. Andererseits wird bei der Aktie die alte, fast vierjährige Seitwärtspendelbewegung als massive Widerstandszone jede mittelfristige Kurserholung begrenzen. Nach dem Kursrückgang der Vormonate ist Rio Tinto mit Blick auf 2016 jetzt auch im erweiterten Kreis der Stoxx-50-Entnahmekandidaten angekommen. Aufgrund dieser schlechten technischen Gesamtlage bleibt Rio Tinto – trotz der Kursverluste der Vormonate – ein technischer Verkauf beziehungsweise Tausch.

          HSBC-Aktie ist seit 15 Jahren in einer moderaten Baisse-Bewegung

          Die britische HSBC Holdings ist – nach Streubesitz – aktuell die viertgrößte Aktie in Europa und im Stoxx 50. Der Bankkonzern steht zurzeit in der Diskussion, ob der Sitz und das Hauptquartier des Unternehmens aus London weg verlegt werden soll. Die Aktie von HSBC Holdings befindet sich, ausgehend von den bisherigen historischen Höchstkursen um 953 Pence (Januar 2001), seit 15 Jahren in einer moderaten Baisse-Bewegung, wobei sich der fünfzehnjährige moderate Baisse-Trend aktuell bei etwa 800 Pence befindet. Die Kurserholung von Ende 2011 (Start bei 456 Pence) mündete im Jahr 2015 – weiterhin innerhalb der langfristigen Baisse-Bewegung – unterhalb der neuen Widerstandszone um etwa 773 Pence in einen „Diamanten“ (charttechnische Top-Formation). Deshalb überrascht es nicht, dass die Aktie seit Mai 2013 einen zusätzlichen leicht beschleunigten Baisse-Trend, der aktuell bei etwa 640 Pence liegt, herausgebildet hat.

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