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Feste Börsen : Euphorie zu Griechenland treibt Aktienkurse

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Die Athener Börse: Neun Prozent dank Optimismus Bild: AFP

Die Hoffnung auf einen Durchbruch im griechischen Schuldenstreit hat den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Die Athener Börse legt e 9 Prozent zu.

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          Neue Vorschläge aus Athen wurden von mehreren Seiten als gute Verhandlungsbasis vor einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone gewertet. Der deutsche Aktienmarkt profitierte davon, nachdem er die schwankungsanfällige Vorwoche noch mit einem Minus von rund anderthalb Prozent beendet hatte. Der Dax stieg um 3,8 Prozent auf 11.461 Punkte. Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index gewann 3,5 Prozent auf 2301 Zähler hinzu.

          Die Aussicht auf eine Einigung im Schuldenstreit mit den internationalen Gläubigern hievte auch den Leitindex ASE der griechischen Börse am Montag um 9 Prozent auf 749 Punkte nach oben. Die Aktien der Alpha Bank und der Piräus Bank zählten mit Gewinnen von mehr als 20 Prozent zu den Favoriten. Damit ist der Athex Composite gleichwohl von seinem Ende Mai erreichten Zwischenhoch von mehr als 850 Punkten noch ein gutes Stück entfernt. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Staatsanleihe fiel um 1,5 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.

          „Zwischen Athen und seinen Gläubigern zeichnet sich eine Einigung ab“, begründete Analyst Jens Klatt vom Devisenhändler DailyFX das Plus. Bis zur Einigung könnte es aber noch einige Tage dauern. Griechenland muss bis Monatsende 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zurückzahlen. Viele bezweifeln, dass Athen das aus eigener Kraft schafft. Weitere Hilfszahlungen hängen aber von neuen Reformzusagen ab.. 

          Lufthansa drohen neue Streiks

          Unternehmensseitig sah die Agenda am Montag zunächst übersichtlich aus. Die Lufthansa-Aktien gehörten mit einem Plus von 1 Prozent zu den schwächeren Werten. Bei der Fluggesellschaft ist der nächste Streik ein Stück näher gerückt: Am Samstag war die Schlichtung im Tarifkonflikt der Flugbegleiter ohne Ergebnis zu Ende gegangen, wie das Unternehmen und die Kabinengewerkschaft Ufo übereinstimmend mitteilten. "Das dürfte zumindest die Stimmung für die Aktie belasten", sagte ein Börsianer. Neue Arbeitskämpfe seien nun wahrscheinlich.

          Deutsche Telekom legten 5,35 Prozent auf 16,16 Euro zu. Der Telekomsektor stand zum Wochenstart europaweit im Fokus und auf den Käuferlisten ganz oben, nachdem der französische Mischkonzern Bouygues ein Kaufangebot des Milliardärs Patrick Drahi für seine Telekomsparte erst einmal abgelehnt hatte. Das Angebot sei "unerwünscht" und es gebe derzeit keine Verhandlungen, so Bouygues zur Offerte von Drahis Mobilfunkunternehmen Numericable. Kreisen zufolge bietet Numericable 10 Milliarden Euro. Zudem drehe die deutsche Bundesregierung den Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt laut "Handelsblatt" zurück, sagte ein Händler. Autowerte erholten sich deutlich von ihrer jüngsten Schwäche. BMW und Daimler legten mehr als 4,5 Prozent nzu.

          In den anderen Indizes wurden zum Wochenstart etliche Änderungen umgesetzt, die aber für keine auffälligen Kursbewegungen sorgten. So wurde die Aktie des erst im Oktober vergangenen Jahres an die Börse gegangenen Mode-Versandhändlers Zalando in den MDax aufgenommen. Weichen musste der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt, der in den S-Dax der geringer kapitalisierten Werte zurückkehrte. Zalando gaben leicht nach, Bertrandt gewinnen mehr als 1 Prozent.

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