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Marktbericht : Erwarteter Zinsanstieg in Amerika stoppt Rekordlauf im Dax

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Griechenland und die Erwartung steigender Zinsen in Amerika haben die Anleger am Dienstag zurückhaltend werden lassen. Der Dax fiel um 0,7 Prozent. RWE-Aktien wurden nach Zahlen abgestraft.

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          Die Aussicht auf bald steigende amerikanische Leitzinsen hat am Dienstag die Rekordjagd des Dax gestoppt. Als Belastung hinzu kam das andauernde griechische Schuldendrama. Der deutsche Leitindex fiel um 0,7 Prozent auf 11.500,4 Punkte, nachdem er zu Wochenbeginn noch so hoch wie nie zuvor geschlossen hatte. Der M-Dax, Index der mittelgroßen Werte, der am Vormittag sogar auf ein Rekordhoch von 20.344 Punkten gestiegen war, sank um 0,1 Prozent auf 20.172,9 Punkte. Der Technologie-Index Tec-Dax gab um 0,4 Prozent auf 1593,4 Zähler nach.

          Der Präsident der regionalen Niederlassung der amerikanischen Notenbank Fed in Dallas (Bundesstaat Texas), Richard Fisher, hatte bei einer Rede am Montagabend angemahnt, die Fed solle angesichts eines schon deutlich erholten Arbeitsmarktes nicht zu lange mit der geplanten Erhöhung der Leitzinsen warten. Diese Aussage sorgte Händlern zufolge für Gewinnmitnahmen an den US-Börsen und wirkte sich bis nach Europa aus.

          Laut Manfred Rath von der KSW Vermögensverwaltung war es „nur eine Frage der Zeit“, wann es nach der Aufwärtsbewegung wieder abwärtsgeht. Immerhin war der Dax in den letzten acht Wochen um insgesamt 20 Prozent gestiegen.

          Am Dienstag standen einige Bilanzvorlagen auf der Agenda. Abermals abgestraft wurden die RWE-Aktien, die am Dax-Ende 2,8 Prozent auf 23,675 Euro einbüßten. Im vergangenen Jahr war der Betriebsgewinn des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns wegen der gesunkenen Großhandelspreise für Strom weiter abgesackt.

          Wacker Chemie im Plus

          Geringe Katastrophenschäden hatten der Hannover Rück dagegen 2014 den dritten Rekordgewinn in Folge eingebracht. Die Aktien des Rückversicherers reagierten im M-Dax mit einem Kursplus von 2,8 Prozent.

          Die Anteilsscheine von Wacker Chemie stiegen an der Index-Spitze um 3,8 Prozent und profitierten von der Ankündigung, eine Abspaltung der Halbleiter-Sparte Siltronic zu prüfen. Das würde Geld in die Kasse spülen.

          Am S-Dax-Ende sackten die Aktien von Zalando um 6,7 Prozent ab. Großaktionäre des Online-Modehändlers beabsichtigen, bis zu 17,9 Millionen Aktien zu plazieren.

          Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 büßte 1,2 Prozent auf 3567,2 Punkte ein. Für den CAC-40-Index in Paris ging es in ähnlicher Größenordnung nach unten, wohingegen der FTSE-100-Index in London angesichts deutlicher Verluste bei konjunktursensiblen Rohstoffwerten sogar rund zweieinhalb Prozent einbüßte. Der Leitindex Dow Jones Industrial stand zum Xetra-Schluss rund anderthalb Prozent tiefer.

          Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,27 Prozent am Vortag auf 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,25 Prozent auf 140,32 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,64 Prozent auf 158,30 Punkte vor. Der Druck auf den Euro nahm weiter zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0738 (Montag: 1,0860) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9313 (0,9208) Euro.

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