https://www.faz.net/-gv6-7yxva

Tele Columbus : Erster Börsengang des Jahres macht Lust auf mehr

Der Ausgabepreis von Tele Columbus betrug 10 Euro. Zeitweilig sprang der Kurs bis auf 11,75 Euro. Bild: dpa

Der erste Börsengang des Jahres ist erfolgreich verlaufen: Die Aktien des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus legten deutlich zu. Für das weitere Börsenjahr werden noch 15 Neulinge auf dem Parkett erwartet.

          Der erste Börsengang des Jahres ist für das Unternehmen und auch für die Anleger ein großer Erfolg: Am ersten Handelstag stellten Händler als ersten Aktienkurs für den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus 10,70 Euro fest. Im weiteren Handelsverlauf legte die Aktie am Freitag weiter zu und sprang zeitweilig bis auf einen Kurs von 11,75 Euro. Wer in dieser Woche vor dem Börsengang Tele-Columbus-Aktien zum Ausgabepreis von 10 Euro bestellte und zum ersten Börsenkurs verkaufte, hat also 7 Prozent Gewinn gemacht. Wer zum Höchstkurs am Freitag verkaufte, hat sogar 17,5 Prozent vor Steuern eingestrichen.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit dem Kursaufschwung der schon länger börsennotierten Unternehmen hat sich seit dem Jahr 2009 auch das Geschäft mit Börsenneulingen belebt. Allerdings sind die Zeiten des Neuen Marktes unerreicht, als in den Jahren 1999 und 2000 jeweils mehr als 150 Unternehmen allein in Deutschland neu an die Börse gingen und dabei von Anlegern zweistellige Milliardenbeträge an Eigenkapital erhielten. Inzwischen ist ein jährliches Aktienneuemissionsvolumen von rund 3 Milliarden Euro üblich.

          Im Jahr 2013 fanden fünf Unternehmen neu an die Deutsche Börse, im vergangenen Jahr waren es neun. In diesem Jahr kommen für eine Aktienneuplazierung auch Geschäftsbereiche in Frage, die von den Dax-Konzernen Bayer, Eon und Siemens abgespalten werden. Darüber hinaus könnten in der Finanzkrise verstaatlichte Banken wie in den Niederlanden die ABN Amro über die Börse privatisiert werden.

          Kapitalerhöhung um 330 Millionen Euro

          Der Emissionsberater Kirchhoff rechnet 2015 mit etwa fünfzehn Börsenneulingen in Deutschland. Es wären schon im vergangenen Jahr mehr geworden, wenn der Dax nicht im Herbst für kurze Zeit um rund 1000 Punkte eingebrochen wäre. Einige Unternehmen, die damals ihren Börsengang verschoben haben, kommen nun. Anders als früher geben sich die Anleger jetzt zufrieden mit Quartalgeschäftszahlen vom 30. September und bestehen nicht auf die von Wirtschaftsprüfern testierten Jahresbilanzen, um ihre Anlageentscheidung zu fällen. „Viele, darunter vor allem britische Aktienfonds, haben wegen anhaltender Mittelzuflüsse gute Liquidität für Aktienanlagen“, berichtet Joachim von der Goltz, der für Credit Suisse das Geschäft mit Börsengängen in Nordeuropa verantwortet.

          Anders als teilweise vor der Krise prüften die Fonds aber jedes einzelne Unternehmen sehr genau. „Die Top-20-Investoren in einen Börsengang haben in der Regel den Vorstand zwei Mal getroffen, sich intensiv mit dem Emissionsprospekt beschäftigt und eigene Analystenstudien erstellt“, erzählt von der Goltz. Der erhöhte Risikomanagementbedarf und Kostendruck führe dazu, dass Fonds in weniger Börsengänge mehr Geld investierten, um die Kosten je Position im Griff zu behalten.

          Der Vorstand von Tele Columbus hat seit Mai 2014 Gespräche mit Fonds geführt, wie Klaus Hessberger berichtet, der für JP Morgan diesen Börsengang betreut hat. Nachdem Tele Columbus das Börsendebüt im Herbst verschoben hatte, sei es Ziel gewesen, es nun vor den Wahlen in Griechenland zu absolvieren. Denn anschließend könnten Aktienkurse stärker ins Schwanken geraten. Tele Columbus verkaufte mehr Aktien als geplant und erhöhte das Kapital um 330 Millionen Euro. Das Geld wird verwendet, um die Schulden des Unternehmens zu halbieren. Kreditgeber sind daraufhin bereit, die Zinsen für die restlichen Schulden von Tele Columbus von bisher gut 7,5 Prozent auf weniger als 4,75 Prozent zu senken.

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer mit Oberst Frank Rapp, stellvertretender Kommandeur der Saarlandbrigade, im September 2011 in Saarbrücken

          Kritik an AKK : „Eine Zumutung für die Truppe“

          Aus der Opposition gibt es heftige Kritik an der Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin. Kanzlerin und Union würden die „gebeutelte Bundeswehr“ für Personalspielchen missbrauchen, beklagt die FDP.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.