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Erneuerbare Energien : Plambeck-Aktie verspürt Gegenwind

  • Aktualisiert am

Windräder drehen an der Börse nicht rund Bild: dpa

Dem Windparkbetreiber Plambeck bläst der Wind an der Börse entgegen. Trotz zukunftsreichem Geschäftsfeld hat sich der Kurs zuletzt fast halbiert.

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          Das Geschäft des Windparkbauer Plambeck Neue Energien basiert auf der Windkraft. Aber auf den Wind, der dem Unternehmen derzeit entgegen blässt, würden die Verantwortlichen bestimmt liebend gerne verzichten. Denn es handelt sich um einen kleinen Orkan. Dieser hat die Aktie seit Ende März um 45 Prozent nach unten gewirbelt. Alleine am Donnerstagmittag beläuft sich bei einem Kurs von zwölf Euro der Abschlag auf 7,3 Prozent.

          Offizielle Nachrichten aus dem Unternehmen, welche das herbe Minus erklären könnten, gibt es nicht. Nach dem ersten Quartal sah sich der Vorstand bei einer von 33,6 auf 34,0 Millionen Euro gestiegenen Gesamtleistung und einer Ergebnisverbesserung von 1,8 auf 2,4 Millionen Euro im Plan für das Erreichen der Jahresziele. Und auch die Meldung, man befinde sich bei der Suche nach einem Partner zur internationalen Expansion in ersten Gesprächen, hätte eigentlich eher kursstimulierend wirken müssen.

          Ganze Branche unter Druck

          Doch da genau das Gegenteil eintrat, stellen sich natürlich die Frage, wie das Kursminus zu erklären ist. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang sicherlich die derzeit allgemein schwierge Lage am Neuen Markt. Aber ist gibt auch branchenspezifische Probleme. Wie WestLB-Analyst Henrik Lier einräumt, ziehen die Anleger derzeit generell die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle von Windparkbetreibern in Zweifel. Auch bei Plambeck. Dies zeigt sich auch bei anderen Branchenvertretern wie Umweltkontor oder Energiekontor mit ebenfalls schweren Kursverlusten.

          Die Bedenken der Börsianer rührten dabei laut Lier, der eine neutrale Haltung zu der Aktie hat, daraus, dass ab dem kommenden Jahr die Zahl der neu installierten Kilowattstunden zurückgehen wird. Man hat es also streng genommen im Inland mit keinem Wachstumsmarkt mehr zu tun. Dadurch seien die Anbieter gezwungen, sich nach anderen Betätigungsfeldern umzusehen. Und bei Plambeck sei dies eben die internationale Expansion.

          Offenen Bilanzierungsfragen überlagern günstige Bewertung

          In Schwierigkeiten ist Plambeck neben diesen Branchenaspekten aber auch durch unternehmensspezische Gründen geraten. So hat die Zeitschrift „Börse-Online“ dem Unternehmen jüngst fragwürdige Bilanzierungsmethoden unterstellt. Dies hat Plambeck zwar dementiert, aber wie immer in solchen Fällen bleibt natürlich ein Makel haften. Angesichts dieser Unsicherheiten verbietet es sich derzeit natürlich über einen Einstieg bei Plambeck nachzudenken.

          Basierend auf den offiziellen Gewinnschätzungen der Analysten ergeben sich zwar für die Jahre 2002 und 2003 ein günstig erscheinendes Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 9,35 und 7,1. Aber wie auch Lier zu berichten weiß, lässt sich dadurch unter den institutionellen Anlegern wegen der genannten Probleme niemand aus der Reserve locken. Viele Analysten sehen dies aber offenbar gelassener. Unter den 22 Analysten, die sich laut Nachrichtenagentur Bloomberg mit dem Titel beschäftigen, raten trotz der Probleme aktuell 16 zum Kauf der Aktie.

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