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Abspaltung der Tochter : Eon will starker „Dividenden-Performer“ werden

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Der Energiekonzern Eon will künftig in den „Märkten der Zukunft“ präsent sein. Bild: dpa

Im Dax sorgt Bayer mit guten Zahlen für bessere Laune. Deutschlands größter Vesorger Eon steht ebenfalls im Mittelpunkt, während ThyssenKrupp einen milliardenschweren Deal verpasst hat.

          Ermutigende Geschäftszahlen zahlreicher Großkonzerne haben Anlegern wieder Lust auf Aktien gemacht. Der Pessimismus der Investoren lasse zumindest vorübergehend nach, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Daher lösten sie Wetten auf fallende Kurs auf. Analyst Jochen Stanzl, Analyst bei CMC Markets, betonte, dass Spekulationen auf eine weitere Lockerung der japanischen Geldpolitik und der stabile Ölpreis zur positiven Stimmung beitrügen. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 44,80 Dollar je Barrel (159 Liter). "Diese Stabilität aber ist auf Sand gebaut", warnte Stanzl. Schließlich habe sich am weltweiten Erdöl-Überangebot nichts geändert.

          Zu den Unternehmen, die mit ihren Geschäftszahlen positiv überraschten, gehörte Bayer. Dank einer verbesserten Ertragskraft habe der Gewinn von 1,5 Milliarden Euro die Markterwartungen um zehn Prozent übertroffen, schrieb Analyst Alistair Campbell von der Berenberg Bank in einem Kommentar. Er rechne damit, dass Bayer seine zunächst bekräftigten Gesamtjahresziele in den kommenden Monaten anheben werde. Die Aktien des Konzerns konnten ihre Anfangsgewinne allerdings nicht halten und notieren gegen Mittag 0,1 Prozent im Minus. In den vergangenen drei Wochen hatten sie überdurchschnittliche zehn Prozent zugelegt.

          Unter Verkaufsdruck stand dagegen Thyssenkrupp. Die Titel verloren 2,3 Prozent, nachdem der Mischkonzern beim Rennen um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag in Australien leer ausgegangen war. Den Zuschlag erhielt der französische Konkurrent DCNS. nDies hievte die Aktien des DCNS-Großaktionärs Thales auf ein Rekordhoch von 79,23 Euro.

          Für Gesprächsstoff sorgt auch Eon. Der Konzern peilt für dieses Jahr einen nachhaltigen Konzernüberschuss von bis zu einer Mrd. Euro an. Der größte deutsche Versorger spaltet seine Tochter Uniper ab, um sich auf erneuerbare Energien, Netze und Kundenservice zu konzentrieren. Der Essener Konzern werde ein "starker Dividenden-Performer” sein und plane eine Ausschüttung von bis zu 60 Prozent vom Nettogewinn pro Jahr, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen in einer Telefonkonferenz mit Journalisten vor dem Kapitalmarkttag in London.

          Eon will 53 Prozent von Uniper an die Börse bringen, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung am 8. Juni. Die Entscheidung zur Abspaltung der mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke und des Handelsgeschäfts in Uniper ist eine der bislang radikalsten Antworten auf die deutsche Energiewende.

          Der Schwenk zu Wind- und Solarstrom drückt die Strompreise und schädigt die Profitabilität der traditionellen Versorger. Der Aktienkurs von Eon ist seit der Ankündigung der Abspaltung im November 2014 um 37 Prozent gefallen und war im vergangenen Jahr der Wert mit der schlechtesten Entwicklung im Dax. Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Eon rund zwei Prozent zugelegt.

          Eon sei tätig auf den "Märkten der Zukunft. Diese Märkte wachsen und bieten Aussichten auf stabile Erträge." Der Konzern plant bis 2018 Investitionen von rund zehn Mrd. Euro und will jedes zweite Jahr einen neuen Offshore-Windpark eröffnen. Das Unternehmen strebt ein anhaltendes Wachstum beim Gewinn je Aktie von fünf bis zehn Prozent pro Jahr an.  Der Versorger peilt eine Kapitalstruktur an, die das derzeitige Kreditrating von BBB+ von Standard & Poor’s und von Baa1 von Moody’s Investors Service unterstützt, was die drittniedrigste Stufe im Bereich Investment-Grade ist. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung von Eon wird nach der Abspaltung bei 21 Mrd. Euro liegen.

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