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Geld für Atomausstieg : Kapitalerhöhung bringt Eon 1,35 Milliarden Euro ein

  • Aktualisiert am

Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender von Eon, baut seinen Konzern um. Bild: dpa

Eon hat seine Kapitalerhöhung erfolgreich über die Bühne gebracht. Das Unternehmen hat dazu 200 Millionen neue Aktien platziert. Seitens der Analysten bleiben aber Zweifel an der Aktie.

          Für seinen Beitrag an der Finanzierung des Atomausstiegs hat sich der Energiekonzern Eon mit einer Kapitalerhöhung 1,35 Milliarden Euro abgesichert. Das Unternehmen hat dazu 200 Millionen neue Aktien platziert. Mit dem Erlös will Eon vor allem eine zur Jahresmitte auf das Unternehmen zukommende Zahlung an den staatliche Atomfonds finanzieren. Die Kapitalerhöhung sei zudem ein erster Schritt, um die Verschuldung von Eon auf rund 20 Milliarden Euro zu reduzieren, so der Konzern.

          Eon könnte nach dieser Kapitalerhöhung auch durch Anleihen seine Bilanz stärken. Der Versorger behalte sich die Möglichkeit von Hybrid-Anleihen für die restliche Finanzierung der Risikoprämie für den Atomfonds offen, sagte eine Sprecherin. Der Konzern hatte Kapitalmaßnahmen von bis zu zwei Milliarden Euro in Aussicht gestellt, um die Risikoprämie in derselben Höhe zu finanzieren.

          Umbau kostet viele Milliarden

          Wegen des Atomkompromisses und der Belastungen aus der Kraftwerks-Abspaltung Uniper waren die Schulden von Eon zuletzt auf 26,3 Milliarden Euro angestiegen und das Eigenkapital auf 1,3 Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Mit Kapitalmaßnahmen und Beteiligungsverkäufen will der Konzern nun die Kapitaldecke wieder stärken.

          Die Bundesregierung hatte sich im vergangenen Jahr mit den Energieversorgern darauf geeinigt, dass der Bund die Verantwortung für die Lagerung und Entsorgung von Atommüll übernimmt, wenn die Konzerne in einen Fonds mehr als 23 Milliarden Euro einzahlen. Eon muss davon einen Beitrag von zehn Milliarden Euro leisten.

          Das Unternehmen hat sich inzwischen neu ausgerichtet und konzentriert sich unter anderem auf erneuerbare Energien. Der Umbau hatte allerdings im vergangenen Jahr für den größten Verlust der Unternehmensgeschichte gesorgt. Seitens der Analysten ist man sich derweil nicht einig, wie es mit der Eon-Aktie weitergehen wird:

          Analysten sind sich uneinig

          Die DZ-Bank hat in einer neuen Einschätzung die Eon-Aktie nach der Kapitalerhöhung auf „Verkaufen" mit einem fairen Wert von 6,40 Euro belassen. „Aufgrund der massiven Maßnahmen zum Schuldenabbau und zur Finanzierung der Rückstellungsauslagerung werden die Gewinne auch nach der Neuaufstellung über einige Jahre nur stagnieren", schrieb Analyst Werner Eisenmann. Investitionskürzungen schwächten zudem die Neuausrichtung in Zukunftsbereiche. Auch die britische Investmentbank HSBC zeigt sich skeptisch und hat das Kursziel für die Aktie des Energiekonzerns von 7,30 Euro auf 6,70 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Hold" belassen.

          E.ON

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          Ganz anders sieht es derweil Goldman Sachs: Die amerikanische Investmentbank hat die Aktie auf „Buy" mit einem Kursziel von 8,65 Euro belassen. Nach dem Aktienüberhang vor der Kapitalerhöhung sollte das Papier des Versorgers aufwerten, schrieb Analyst Alberto Gandolfi in einer Studie. Auch die Die australische Investmentbank Macquarie hat Eon von „Neutral" auf „Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 7,00 auf 7,50 Euro angehoben.

          Die Aktien von Eon notieren am Freitag im frühen Handel leicht im Plus. „Der Markt wurde gut auf die Kapitalmaßnahme vorbereitet und die Anleger hatten entsprechend genügend Zeit, sich zu positionieren", sagte ein Börsianer. Seit dem Zwischenhoch Anfang März verloren die Aktien zuletzt in der Spitze rund 12 Prozent.

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