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Energiewerte : Repsol YPF sorgt für positive Schlagzeilen

  • Aktualisiert am

Bild: Repsol

Mit Kursgewinnen von bis zu 8,5 Prozent reagiert die Aktie von Repsol YPF auf die Mitteilung, mit Sinopec eine Kooperation in Südamerika einzugehen. Die wird zwar möglicherweise überschätzt, die Papiere sind aber fair bewertet.

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          Mit Kursgewinnen von bis zu 8,5 Prozent reagiert am Freitag die Aktie des spanischen Energieriesen Repsol YPF auf die Mitteilung, mit China Petroleum and Chemical Corporation (Sinopec) eine Kooperation einzugehen.

          Geplant sei die Gründung eines Joint-Ventures, an dem der chinesische Petrochemiekonzern 40 Prozent und der spanische Ölkonzern die restlichen Anteile halte, teilte Repsol mit.

          Transaktion beflügelt die Kurse von Repsol und Sacyr Vallehermoso

          Als Teil der Vereinbarung wird Repsol Brazil eine Kapitalerhöhung von mehr als 7,1 Milliarden Dollar durchführen, die von Sinopec gezeichnet wird. Den Wert des Gemeinschaftsunternehmens gab Repsol mit 17,8 Milliarden Dollar an. Mit dieser Transaktion sichern sich die Spanier Gelder für die Exploration riesiger Ölfelder vor der Küste Brasiliens.

          Repsol-Zentrale in Madrid
          Repsol-Zentrale in Madrid : Bild: Repsol

          Diese Mitteilung zieht nicht nur die Aktie des Unternehmens nach oben, sondern auch den spanischen Ibex-Index, der mehr als ein Prozent zulegt. Die deutlichsten Kursgewinne innerhalb des Index verzeichnen die Papiere des Bauunternehmens Sacyr Vallehermoso, das einen Anteil von 20 Prozent an Repsol YPF hält. Dieser Anteil ist gegenwärtig knapp fünf Milliarden Euro wert. Er stellt einen Gegenpol zum schwachen operativen Geschäft und den Schulden in Höhe von 7,5 Milliarden Euro dar.

          Repsol selbst verbessert mit dieser Transaktion einerseits seine Finanzlage. Auf der anderen Seite verzichtet das Unternehmen gleichzeitig auf einen Teil der künftigen Erträge, die gemeinsam verfolgte Projekte einbringen mögen. Das heißt, die Cashflowerwartungen werden entsprechend gedämpft. Schon in den vergangenen Jahren waren die Mittelzuflüsse durchwachsen. Angesichts der hohen Ölpreise am Weltmarkt sind in jüngster Zeit allerdings die Erwartungen an die Profitabilität des Geschäftes angesprungen.

          Das Hauptgeschäft liegt in Spanien und im Raffineriebereich

          Der Markt geht davon aus, dass Repsol im laufenden Jahr den Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen im Vergleich mit dem vergangenen Jahr um 31 und im kommenden Jahr um weitere neun Prozent wird steigern können. Die Erlöse dagegen sollen um 26 und um zehn Prozent zulegen, während der Nettoertrag sogar um 42 und 19 Prozent steigen soll. Auf dieser Basis wären die Aktien mit Kurs-Gewinnverhältnissen von elf und 9,4 sowie mit einer Dividendenrendite von 4,3 Prozent noch sehr vernünftig bewertet.

          Repsol erzielte im vergangenen Jahr allerdings 51 Prozent seiner Erlöse in Spanien selbst, 25 Prozent in aller Welt - vor allem Südamerika -, knapp zehn Prozent in der europäischen Union und knapp fünf Prozent in den OECD-Staaten. 65 Prozent der Umsätze wurden im phasenweise problematischen Raffineriebereich und der Vermarktung erzielt, 17 Prozent mit Ypf, neun Prozent mit Gas und Elektrizität, sechs Prozent im Explorationsgeschäft und zwei Prozent im Chemiegeschäft. Das zeigt, dass die bekannt begebene Kooperation von der Börse sehr wahrscheinlich überschätzt wird.

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