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Energiewerte : Aktie von Exxon Mobil wieder an der Spitze

  • Aktualisiert am

Gasförderung bei Exxon Bild: AP

Der hohe Ölpreis führte beim Energieriesen Exxon Mobil zu einem Rekordgewinn. Die Aktie hat es schon vorweggenommen. Sie ist fair bewertet. Allerdings dürfte es interessantere Werte geben, um die Phantasie der Branche „zu spielen“.

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          Erfolgreiche Unternehmen wachsen in der Regel schnell und dynamisch. Je größer sie allerdings werden, desto schwieriger wird das. Denn erstens spielt der Basiseffekt gegen sie. Das heißt, wer schon große Umsätze und Gewinne erzielt, kann sie nicht mehr ohne weiteres um zweistellige Prozentsätze steigern.

          Zweiten stoßen sie in ihren Märkten mit zunehmender Größe immer öfter an Sättigungsgrenzen oder auch harte Konkurrenz. Auch das macht Umsatz- und vor allem auch Ertragszuwächse nicht einfach.

          Quartalsgewinn von 10,7 Milliarden Dollar

          Allerdings gibt es Ausnahmen, die allerdings oft auch auf Ausnahmesituationen zurückzuführen sind. Zum Beispiel Exxon Mobil. Der amerikanische Energieriese konnte den Umsatz im vierten Quartal des vergangenen Jahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode um satte 20 Prozent auf 99,7 Milliarden Dollar steigern und den Nettogewinn sogar um 27 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar oder 1,71 Dollar je Aktie.

          Exxon-Zentrale in Irving

          Im Gesamtjahr 2005 konnte der Gewinn im Vergleich mit dem Vorjahr um 43 Prozent auf 36,1 Milliarden Dollar verbessert werden. Das ist der höchste Gewinn, den ein amerikanisches Unternehmen jemals in der Geschichte erzielt hat. Die Börse hat das längst vorweggenommen und den Aktienkurs von 29,75 Dollar im Juli des Jahres 2002 bis auf 65,96 Dollar im September des vergangenen Jahres steigen lassen.

          Mit 61,29 Dollar ging das Papier am Freitag leicht darunter aus dem Markt. Allerdings ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 381,37 Milliarden Dollar trotzdem wieder eindeutig zum „wertvollsten“ weltweit geworden. Und die Entwicklung läßt sich leicht erklären. Einmal mit der starken Marktstellung des Unternehmens in der Energiebranche, zum anderen natürlich mit dem sagenhaften Boom in der Branche in den vergangenen Monaten. Exxon konnte nicht nur zunehmende Mengen seiner Produkte vermarkten, sondern diese gleichzeitig auch noch zu deutlich gestiegenen Preisen.

          Die Aussichten der Branche dürften bei anhaltendem weltwirtschaftlichen Wachstum nicht schlecht sein. Denn wachsender Nachfrage nach Ölprodukten steht ein zunehmend knappes Angebot gegenüber. Allerdings gibt es ein Problem: die Reserven. Denn viele Unternehmen, insbesondere auch Exxon, produzieren und verarbeiten deutlich mehr Öl aus den erschlossenen Reserven, als sie neu entdecken können. Aus diesem Grund dürfte die „Ölbonanza“ nicht ewig anhalten.

          Wurde in den vergangenen Jahren insgesamt relativ wenig in die Entdeckung und Erschließung und auch in die Verarbeitungskapazitäten investiert, so muß das nun nachgeholt werden. Und das genau in einem Augenblick, da die gesamte Branche aufgewacht ist und dasselbe tun will. Aus diesem Grund haben die Kosten für die Entdeckung und die Erschließung neuer Vorkommen inzwischen deutlich zugenommen.

          Verhaltene Bewertung der Aktie hat Gründe

          So mag die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,16 und 11,42 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer Dividendenrendite von zwei Prozent auf Basis der jüngsten Ausschüttungen noch sehr vernünftig bewertet sein. Allerdings dürfte das Papier nur dann weiterhin interessant bleiben, wenn der Ölpreis weiter steigern sollte. Jede Ölpreissteigerung um einen Dollar erhöhte den Gewinn je Aktie um etwa 1,5 Prozent.

          Aus diesem Grund dürfte die Wertentwicklung der Aktie stark von der weiteren Entwicklung des Ölpreises abhängen. Ein Blick auf die Konkurrenten - zum Beispiel Chevron, ConocoPhillips, Marathon Oil oder auch Amerada Hess - und vor allem auch kleinere Unternehmen zeigt, daß diese sich teilweise deutlich dynamischer entwickeln können. So kann es kaum verwundern, daß sie bei Anlagestrategen beliebter sind. Die setzen vor allem auf die Dienstleister, da bei ihnen die zunehmenden Ölsuch-Aktivitäten die Margen und damit die Gewinne deutlich steigen lassen sollten. Eine geschickte Möglichkeit darauf zu setzen sei der Kauf von Indexzertifikaten. Zum Beispiel der Oil Service HOLDRS Trust mit der Isin US6780021068.

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