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Elektronik : Moderater Aufschwung der Epcos-Aktie möglich

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Gut ist der Bauelemente-Hersteller Epcos in das neue Geschäftsjahr gestartet. Das gibt dem Aktienkurs Auftrieb. Längerfristig aber sollten die Hoffnungen für den Kurs nicht ins Kraut schießen.

          Wenn ein Großkonzern Teile des Unternehmens als eigenständige Töchter an die Börse bringt, ist meist Vorsicht geboten. In den seltensten Fällen machen die neuen Unternehmen den Anlegern auf Dauer Freude. Das jüngste Beispiel ist Qimonda, freigelassene Tochter von Infineon, seines Zeichens selbst ein früherer teil des Siemens-Konzerns.

          Beide Unternehmen kämpfen beständig darum, nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften. Vom Höchstkurs des Jahres 2000 ist die Infineon-Aktie 93 Prozent entfernt, das Fünf-Jahres-Hoch aus dem Jahr 2003 liegt 85 Prozent darunter. Qimonda gelang die Wertvernichtung noch schneller. Noch zu Beginn des Jahres 2007 lag der Aktienkurs noch dreimal so hoch wie derzeit. Und dabei hat sich die Notierung während des Crashs sogar noch erholt.

          Vom Kometen zur Sternschnuppe

          Auch der Bauelemente-Spezialist Epcos ist ein ehemaliger Teil des Siemens-Konzerns, für den der Beginn seiner Börsenlaufbahn noch recht erfolgreich verlief. Nach dem Börsengang 1999 erlebte der Aktienkurs bis zum Beginn des Jahres 2000 einen kometenhaften Aufstieg von unter 50 auf 173 Euro. Etwa zum selben Zeitpunkt wurde das Papier sogar in den Leitindex Dax aufgenommen.

          Dann aber verlosch die Karriere wie eine Sternschnuppe. Mitte 2002 betrug der Kursverlust rund 97 Prozent, am Ende des Jahres war auch die Dax-Mitgliedschaft beendet. Seither durchlebt die Notierung ein Auf und Ab, das sich großteils an der Entwicklung des Gesamtmarktes orientiert. Im Zuge des Crashs fiel der Kurs dann sogar auf ein neues Fünf-Jahres-Tief bei 8,58 Euro, von dem er sich aber etwas erholen konnte.

          Dabei hat sich das Unternehmen in den vergangene Geschäftsjahren recht positiv entwickelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 stieg der Umsatz um zehn Prozent auf etwa 1,44 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis kletterte um 75 Prozent auf eine Rekordhöhe von 82,6 Millionen Euro.

          Auf schwierigem Weg

          Dies veranlasste den Konzern sogar, die Dividende von 0,20 Euro auf 0,30 Euro zu erhöhen. Analysten sahen richtige Weichenstellungen als Ursache. Man habe sich von Produkten getrennt, die wegen einer starken Konkurrenz aus Asien nur über den Preis zu verkaufen waren und so frühere Fehler ausgebügelt. Auch die problematische Keramik-Sparte, in der Epcos Bauelemente nicht zuletzt für Automobilelektronik produziert und so in der Zuliefererrolle steckt, habe sich zuletzt besser entwickelt.

          Zuletzt wurden die Analysten indes wieder zurückhaltender. Möglicherweise sei man zu pessimistisch, schrieben Goldman Sachs, doch der Markt verzeichne eine wachsende Volatilität und man erwarte zudem ein wirtschaftliches Umfeld, das kein Wachstum zeige. Allerdings würden die Bewertungsniveaus über den vergangenen Tiefstständen liegen.

          Bestätigt wurde eine pessimistische Grundhaltung durch die Ergebnisse, die der Bauelemente-Hersteller für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorlegte, indes nicht.

          Auf gutem Weg

          Vielmehr steigerte Epcos das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 20,9 auf 28,4 Millionen Euro und übertraf dabei die Erwartungen der von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten. Diese hatten mit 25,2 Millionen Euro gerechnet.

          Unter dem Strich verbesserte Epcos den Gewinn von 5,9 auf 19,0 Millionen Euro, was leicht über den Prognosen lag. Der Umsatz stieg um ein Zehntel auf 367 Millionen Euro, was indes unter den Erwartungen von 376 Millionen Euro lag. Die Vergleichszahlen wies Epcos neu aus, da das Unternehmen zum Anfang des Geschäftsjahres im Oktober seine Rechnungslegung von amerikanischen GAAP auf IFRS umgestellt hat.

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