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Elektronik : Medion - billige Produkte, teure Aktie

  • Aktualisiert am

Medion-PCs gehen „weg wie warme Semmeln” Bild: dpa

Mit billigen PCs dringt Medion auf ausländischen Märkte. Der Kurs reflektiert allerdings bereits die Wachstumschancen.

          Der Erfolg von Medion liegt in der Haupteigenschaft seiner Produkte: billig, billig, billig. Die Aktie ist dagegen durch eines charakterisiert. Sie ist teuer, wenn die meisten Analysten dem Unternehmen auch eine ausgezeichnete Positionierung bescheinigen. Doch die ausgezeichneten Wachstumsperspektiven scheinen bereits auf dem derzeitigen Niveau reflektiert. Daher nehmen Investoren trotz der guten Geschäftsergebnisse am Mittwoch erst einmal Gewinne mit. Die Aktie büßt bis zum Mittag 3,4 Prozent auf 42,50 Euro ein.

          Nachdem sich Medion auf dem deutschen Markt vor allem durch seine Aktionen bei Aldi bereits einen Namen gemacht hat, steht nun das Verbraucherland USA auf der Agenda. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Medion bereits Umsätze von zehn Millionen Dollar in den USA. Insgesamt hat sich der Auslandsanteil an den Umsatzerlösen von 2,117 Milliarden auf 23 Prozent erhöht.

          Ausland sichert Wachstum

          „Dies zeigt, dass Medion seine Position außerhalb des Heimatmarktes weiter gestärkt hat“, meint Simon Baertl, Analyst bei der ABN Amro. Dies sei sehr wichtig, weil das Wachstum in den kommenden Jahren vor allem auf den ausländischen Märkten generiert werden müsse. Für das laufende Geschäftsjahr ist Medion zuversichtlich, das angestrebte Wachstum von 25 bis 30 Prozent zu erreichen. Die ABN Amro geht von einem 29-prozentigen Umsatzwachstum aus.

          Insgesamt sind die Analysten zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr und dem Ausblick. „Medion hat unsere Erwartungen leicht übertroffen“, meint Felix Ellmann, Analyst bei SES Research. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent auf 2,117 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat sich um mehr als 33 Prozent auf 121,3 Millionen Euro erhöht. Das Ergebnis je Aktie kletterte sogar von 0,92 Euro auf 1,46 Euro.

          Großer Aufschlag gegenüber Wettbewerbern

          Dies entspricht einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 29. Legt man Gewinnschätzungen für 2002 zu Grunde, so ergibt sich ein KGV von 22. „Gegenüber der Vergleichsgruppe notiert die Medion-Aktie derzeit mit einem Aufschlag von 50 Prozent“, ermittelt Manfred Jaisfeld, Analyst bei der WGZ-Bank. Angesichts der guten Reputation in Bezug auf Produktqualität und -preis, dem Netzwerk an namhaften Zulieferern und Handelsketten hält die WGZ-Bank den Aufschlag für gerechtfertigt. Sie rät zum Akkumulieren der Aktie.

          SES Research hat die Aktie am Mittwoch noch den Geschäftsergebnissen hochgestuft auf Market Perform. Zuvor lautete die Empfehlung Underperform, weil nach Ansicht von Analyst Ellmann der Wert zu teuer ist. Was billig und teuer ist, empfindet eben jeder anders.

          Große Kurssprünge dürften angesichts der fundamentalen Bewertung bei der Medion-Aktie aber eher unwahrscheinlich sein. Auf der anderen Seite scheint der Kurs auf Grund der soliden Positionierung des Konzern vor einem signifikanten Abrutsch gesichert. Aber die beeindruckenden Wachstumsraten von 25 bis 30 Prozent hatte Medion eben auch schon beim Börsengang versprochen. Zudem hat die Aktie den nach dem September-Tief etablierten Aufwärtstrend wieder nach unten verlassen, der langfristige Abwärtstrend ist ebenfalls geknackt. Vieles spricht bei Medion daher für eine marktkonforme Entwicklung.

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