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Eisenbahnaktien : Buffetts Coup sorgt für Phantasie

  • -Aktualisiert am

Lokomotive von Burlington Northern Sante Fe Bild: AFP

Die Börsianer an der Wall Street dürfen sich bei Warren Buffetts Vater bedanken. Buffetts Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway hatte in der vergangenen Woche die zweitgrößte amerikanische Eisenbahn Burlington Northern Santa Fe übernommen.

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          Die Börsianer an der Wall Street dürfen sich bei Warren Buffetts Vater bedanken. Buffetts Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway hatte in der vergangenen Woche die zweitgrößte amerikanische Eisenbahn Burlington Northern Santa Fe übernommen. Das beflügelte die Aktienkurse der gesamten Eisenbahnbranche und wird nach Ansicht einiger Analysten zu einer langjährigen Renaissance dieser Titel führen. "Das alles geschieht, weil mir mein Vater keine Spielzeugeisenbahn gekauft hat, als ich ein Kind war", sagte der berühmte Investor nach Bekanntgabe der Transaktion.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Den Jungentraum Modelleisenbahn hatte sich Milliardär Buffett schon länger erfüllt. Im dritten Stock seines Hauses in Omaha hat er eine aufwendige Modell-Anlage aufgebaut. Der Kauf von Burlington Santa Fe war freilich ungleich teurer. Die Übernahme, die den Wert des Konzerns gemeinsam mit der bereits von Berkshire gehaltenen Minderheitsbeteiligung auf insgesamt 44 Milliarden Dollar taxiert, ist die bisher größte in der mehr als vierzigjährigen Geschichte von Berkshire Hathaway.

          Plötzlich werden viele optimistisch ...

          Buffett hatte Eisenbahnen schon vor zweieinhalb Jahren als Anlage entdeckt. Neben Burlington Northern investierte Buffett damals auch in deren größeren Konkurrenten Union Pacific, der die Hauptverwaltung wie Berkshire in Omaha hat, und in die Gesellschaft Norfolk Southern. Berkshire hält weiter Minderheitsanteile an den beiden Unternehmen. Von den großen vier amerikanischen Eisenbahngesellschaften ist Buffett nur an CSX nicht beteiligt.

          Einfahrt in Chicago

          Buffett bezeichnete den Kauf von Burlington, die wie die anderen Konzerne ausschließlich Güter wie Getreide, Kohle oder Autos transportieren, als Wette auf "die wirtschaftliche Zukunft der Vereinigten Staaten." Der Grund: Der Güterverkehr gilt als Indikator für die konjunkturelle Entwicklung. Die Kurse der Eisenbahngesellschaften sind nun gestiegen, weil Buffetts Initiative an der Wall Street als Zeichen für einen Aufschwung der Konjunktur und der Eisenbahnbranche interpretiert wurde. "Wir mögen das Signal, dass es für alle Eisenbahnen sendet", sagte Analyst Kevin Kirkeby vom Informationsdienst Standard & Poor's. Konkurrent Union Pacific bezeichnete die Übernahme von Burlington als "gewaltiges Vertrauensvotum" für den amerikanischen Güterschienenverkehr.

          Buffett und die von ihm inspirierten Börsianer wetten darauf, dass Eisenbahngesellschaften wegen niedrigerer Kosten den konkurrierende Lastwagenspeditionen Geschäft abnehmen. Die Lastwagenbranche ist stärker von der Fluktuation der Ölpreise abhängig. "Ich glaube, die Eisenbahnen haben die Chance, Marktanteile zu gewinnen", sagte der unabhängige Analyst Anthony Hatch. Buffett betonte zudem die gestiegene Effizienz der Eisenbankgesellschaften.

          Analysten hatten nach dem jüngsten Quartal, das wegen der Rezession von deutlichen Gewinnrückgängen bei den Eisenbahnen geprägt war, allerdings weniger optimistisch geklungen. Art Hatfield vom Wertpapierhaus Morgan Keegan erwartete damals für Burlington Northern für das kommende Jahr zunächst kein "bedeutendes Wachstum für Frachtaufkommen und Preise".

          ... aber nicht alle

          Die Übernahme der im texanischen Fort Worth beheimateten Burlington Northern durch Berkshire könnte dem Konkurrenten Union Pacific zumindest leichte Schwierigkeiten machen. Burlington kann sich wegen der Finanzstärke von Berkshire zu niedrigeren Zinsen Geld leihen, um das Schienennetz auszubauen und zu warten. Zudem gebe es leichte Überlappungen im Schienennetz von Union Pacific und Burlington, die vor allem im Mittleren Westen und Westen der Vereinigten Staaten präsent sind. Norfolk Southern aus Norfolk im Bundesstaat Virginia und CSX aus Jacksonville (Florida) wiederum betreiben ihr Schienennetz an der Ostküste.

          Entscheidend für die weitere Entwicklung der Aktienkurse ist nach Ansicht von Analyst Kirkeby allerdings die konjunkturelle Entwicklung. "Kurz- und mittelfristig ist eine wirtschaftliche Erholung die Triebfeder", sagte Kirkeby. In diesem Jahr reflektieren die Aktienkurse der vier Gesellschaften bereits die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung.

          Mit einer Ausnahme, Norfolk Southern, haben sich die Aktienkurse der großen Eisenbahngesellschaften seit Anfang des Jahres besser entwickelt als der breitgefasste Aktienindex S&P 500, der um knapp 20 Prozent gestiegen ist. Mit einem Kursgewinn von 49 ist CSX die beste Aktie im Quartett. Der bekannte Finanzier Carl Icahn hatte zwischenzeitlich Anteile an CSX gehalten, sie aber mittlerweile wieder abgestoßen.

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