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Einzelhandel : Signet Diamanten funkeln an der Börse

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Weihnachtsgeschäft beflügelt Signet an der Börse Bild: dpa

Ein besser als erwartetes Weichnachtsgeschäft könnte Signet höhere Gewinne bescheren. Die Schmuck-Aktie notiert so hoch wie lange nicht mehr.

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          Diamanten sind unvergänglich und die besten Freunde der Frauen. Um die geldvermehrenden Chancen des Schmucks zu erkennen, die Frauen instinktiv schon lange spüren, brauchen manche Männer jedoch länger.

          Aber vielleicht hilft der Blick auf den Chart von Signet einigen Schmuckmuffeln auf die Sprünge. Die Aktie hat am Mittwoch an der Londoner Börse 1,6 Prozent auf 97 Pence zugelegt und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit Beginn der neunziger Jahre. Im Handelsverlauf waren die Aktien des britischen Schmuckeinzelhändlers sogar über die magische Marke von 100 Pence geklettert.

          Gutes Weihnachtsgeschäft beflügelt

          Berichte über ein besser als erwartetes Weihnachtsgeschäft hievten die Aktie weiter nach oben, nachdem der Wert im September noch auf 53 Pence gefallen war. Glaubten die meisten Analysten nach den Terroranschlägen noch, dass den Bürgern die Lust auf vermeintlich oberflächlichen Schmuck reichlich vergangen ist, so lagen ersten Hochrechnungen zufolge unter den Weihnachtsbäumen doch mehr funkelnde Steine als angenommen.

          Der International Council for Shopping Centres (IASC) geht zumindest von einer Umsatzsteigerung von 0,6 Prozent in den sechs Wochen vor Weihnachten aus. Angesichts der Rezession in den USA ist dies ein ansehnliches Plus. Die britische Schmuck-Kette Goldsmith berichtet sogar von einem Umsatzanstieg von 9,5 Prozent in den vier Wochen vor Weihnachten gegenüber dem Vorjahr.

          Analystenprognosen könnten zu niedrig sein

          Angesichts der ersten Daten über das Weihnachtsgeschäft hält die Deutsche Bank ihre Gewinnprognose von 6,7 Pence für das Geschäftsjahr 2001/02 für zu konservativ. Immerhin geht Analyst Rod Whitehead damit von einem rückläufigen Ergebnis gegenüber den im Vorjahr erwirtschafteten 6,7 Pence aus. Er will nach dem Firmenbericht zum Weihnachtsgeschäft, der am 10. Januar ansteht, seine Gewinnprognosen detailliert überarbeiten.

          „Auf Grund der saisonalen Abhängigkeit von Signet können allerdings schon sehr kleine Verbesserungen im Geschäftsverlauf des vierten Quartal signifikante Auswirkungen auf die Rentabilität im Gesamtjahr nehmen“, erklärt Whitehead. Signet erwirtschaftet im vierten Quartal rund 70 Prozent des Jahresgewinns. Er kann sich vorstellen, dass seine Prognosen um zwölf Prozent zu niedrig sind. Damit würde der Gewinn je Aktie auf sieben Pence steigen. So hätte Signet sogar im einem amerikanischen Rezessionsjahr ein robustes Wachstum vorgelegt.

          Den "besten Freund" an der Börse verdienen?

          Mit seiner Gewinnschätzung liegt der Analyst bereits am oberen Rand der Konsenserwartungen, die laut Bloomberg bei 6,2 Pence liegen. Für das kommende Jahr gehen die Analysten im Durchschnitt von 6,8 Pence aus. Sollte Signet tatsächlich ein robustes Weihnachtsgeschäft melden, so müssten die Experten wohl ihre Gewinnschätzungen anheben, was aus Bewertungsgründen den Spielraum für die Aktie erhöht. Aber bereits mit den konservativen Schätzungen notiert die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 unter dem Branchendurchschnitt und ist somit trotz der jüngsten Performance noch nicht überbewertet.

          Die Deutsche Bank rät Investoren zum Kauf der Aktie im Vorfeld des Weihnachtsreports am 10. Januar. Damit ist Analyst Whitebread in guter Gesellschaft. Von den elf Analysten, die laut Bloomberg die Aktien beobachten, raten neun zum Kauf der Aktie und zwei zum Halten.
          Vielleicht lässt sich mit der Aktie ja ein wenig Geld verdienen, so dass im kommenden Jahr wieder neue „beste“ Freunde unter dem Weihnachtsbaum funkeln.

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