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Einigung : VW-Aktionäre sollen doch Dividende bekommen

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Vor dem VW-Werk in Baunatal Bild: dpa

Keine Gewinnausschüttung für die VW-Eigentümer? Fast wäre es so gekommen. Doch die Idee hätte weitreichende Folgen gehabt. Jetzt bekommen die Aktionäre ein paar Cent.

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          Die Familien Piech und Porsche streben keinen Dividendenausfall bei Volkswagen an. Der Streit um die Gewinnausschüttung sei vom Tisch, sagte ein Sprecher der Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piech gut 52 Prozent der VW-Stimmrechte halten.

          Der VW-Aufsichtsrat hatte Ende April gegen die Stimmen der Familien beschlossen, den Aktionären trotz des höchsten Verlusts in der Unternehmensgeschichte im Zuge des Dieselskandals eine Minidividende von elf Cent je Stamm- und 17 Cent je Vorzugsaktie vorzuschlagen. Im Vorjahr waren an die Eigner noch 4,80 je Stamm- und 4,86 Euro je Vorzugsaktie gezahlt worden.

          Seit der VW-Aufsichtsratssitzung stand die Drohung von Teilen der Familien im Raum, auf der Hauptversammlung gegen die Ausschüttung einer Dividende zu stimmen. Um den Streit beizulegen, hatte die Familien für Montag eine Aufsichtsratssitzung der Porsche SE anberaumt. Diese sei nun abgesagt worden, sagte der Porsche-Sprecher.

          Aktionäre hätten Stimmrecht erhalten

          Fällt die Dividende auf stimmrechtslose Vorzugsaktien zwei Jahre nacheinander aus, erhalten deren Aktionäre einmalig ein Stimmrecht. Der Anteil Niedersachsens würde dann unter die wichtige Schwelle von 20 Prozent fallen und das Land seine Sonderstellung als VW-Aktionär verlieren. Es wäre womöglich der Beginn einer Umwälzung der Machtverhältnisse bei Europas größtem Autokonzern.

          Auch die VW-Aufsichtsräte Hans Michel Piech und Wolfgang Porsche, die die Sprecher der beiden Familienstämme sind, erklärten der gegenüber der „Bild“-Zeitung, dass der Streit beigelegt sei. „VW sollte aktuell möglichst viel Geld im Unternehmen belassen, um die Dieselthematik zu bewältigen und gleichzeitig die notwendigen Zukunftsinvestitionen finanzieren zu können“, erklärten die beiden, die auch dem Aufsichtsrat der Porsche SE angehören, dem Vorabbericht vom Donnerstag zufolge.

          „Folgerichtig haben wir uns auch für eine geringstmögliche Dividendenzahlung ausgesprochen.“ Die Aufsichtsräte erklärten weiter: „Dabei ging es uns ausschließlich um die Zukunft von VW, das heißt, um grundlegende Weichenstellungen. Diese werden nun mit der Strategie 2025 eingeleitet, insofern ist das Thema vom Tisch.“

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