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Technische Analyse : Kaufsignale bei diversen Aktien im Tec-Dax

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Ein Mechatroniker justiert im Bereich Lasertechnik der Jenoptik AG einen Diodenlase. Die Aktie erscheint aussichtsreich zu sein. Bild: dpa

Der Tec-Dax hat bisher 2015 rund 33 Prozent hinzugewonnen und damit den Dax deutlich hinter sich gelassen. Die technische Gesamtlage signalisiert auch für 2016, dass sich die Tec-Dax-Hausse mit dem nächsten Etappenziel von 2000 Punkten fortsetzen sollte.

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          Am Donnerstag lag der Tec-Dax auf 1815 Punkten. Mit Blick auf die Einzelwerte bietet sich eine Vielzahl von technisch lukrativen Anlagen. Neben Bechtle, GFT Technologies, Nemetschek und den Index-Schwergewichten United Internet und Wirecard befinden sich auf der technischen Kaufliste noch Jenoptik, Stratec Biomedical und Telefónica Deutschland. Auf die technische Beobachtungsliste werden Aixtron und LPKF Laser & Electronics gesetzt, da beide Werte den Eintritt in eine technische Bodenformation andeuten.

          Der Tec-Dax befindet sich seit März 2009 und einem Start bei 400 Punkten in einem technischen Haussezyklus, wobei sich speziell ab Oktober 2011 ein idealtypischer Haussetrend herausgebildet hat. Die zentrale vierjährige Haussetrendlinie liegt zurzeit bei 1500 Punkten und hat damit nur einen geringen Einfluss auf die aktuelle kurz- und mittelfristige technische Lage. Der Index startete im Oktober 2014 bei 1090 Punkten einen beschleunigten mittelfristigen Aufwärtstrend, der ab März 2015 in einen Aufwärtstrend mit einer geringeren Aufwärtsdynamik übergegangen ist.

          Dessen Aufwärtstrendlinie befindet sich aktuell bei 1680 Punkten. In den letzten Monaten hat sich eine Konsolidierung in Form einer Seitwärtsbewegung unterhalb der Widerstandszone um 1840 Punkte herausgebildet. Diese Konsolidierung hat einen trendbestätigenden Charakter nach oben. Sowohl die mittelfristige relative Stärke im deutschen Indexvergleich als auch die Tec-Dax-Marktbreite unterstützen die Fortsetzung der Hausse. Aufgrund der technischen Gesamtlage sollte es nicht überraschen, wenn sich der Tec-Dax in den kommenden Wochen und Monaten weiter nach oben absetzt.

          Beim Tec-Dax-Wert Jenoptik, dessen Geschäftsschwerpunkte bei der Optoelektronik sowie der industriellen Messtechnik und der Verkehrssicherheit liegen, findet sich eine langfristig einfache technische Gesamtstruktur. Von September 2000 und einem Start bei 35,60 Euro bis zum Jahreswechsel 2009/2010 lag ein Baissetrend mit einem Kurstief bei 2,80 Euro im Juni 2009 vor. Insgesamt befand sich die Aktie von 2008 bis zum Herbst 2012 in einer langfristigen Bodenformation. Diese wurde im Oktober 2012 verlassen und eine langfristige Hausse etabliert. Der erste mittelfristige Haussetrend führte die Aktie bis Oktober 2013 bis auf Kurse um 13,80 Euro. Seitdem bewegte sich die Aktie unterhalb dieser Widerstandszone in einer zweijährigen Seitwärtspendelbewegung. Zuletzt ist die Aktie mit einem Kaufsignal nach oben angesprungen. Da bei Jenoptik das nächste mittel- bis langfristige technische Etappenziel bei 16,50 Euro bis 17 Euro liegen sollte (aktueller Kurs: 14,70 Euro), ist die Aktie ein technischer Kauf. Der strategische Sicherungsstopp für die Jenoptik-Position sollte bei 9,50 Euro liegen.

          Telefónica Deutschland - klassischer defensiv-technischer Titel

          Die Telefónica Deutschland Holding gehört zu den Schwergewichten im Tec-Dax. Aktuell befindet sich die Aktie im 30 Werte umfassenden Index an Position fünf mit einem Indexgewicht von sieben Prozent. Die Aktie zählt zu den klassisch defensiven technischen Titeln, die die Kombination aus guter technischer Gesamtlage und einer attraktiven Dividendenrendite aufweisen. Nach der Notierungsaufnahme im Oktober 2012 bewegte sich die Aktie zunächst in einer Seitwärtspendelbewegung unterhalb der Widerstandszone um 5,10 Euro. Im zweiten Halbjahr 2014 rutschte sie mit mehreren Verkaufssignalen bis auf Kurse um 3,50 Euro im Oktober 2014. Seitdem hat Telefónica Deutschland eine Haussebewegung etabliert. Zuerst kam der steile Aufwärtstrend von Oktober 2014 bis Mai 2015 mit einem Kursanstieg auf 5,80 Euro. In den Folgemonaten ergab sich unterhalb der Widerstandszone um 5,80 Euro eine Konsolidierung mit der technischen Form eines Aufwärtsdreiecks. Da diese Chartformation einen trendbestätigenden Charakter nach oben aufweist, überrascht es nicht, dass die Aktie zuletzt mit einem neuen Kaufsignal durch den Sprung über 5,80 Euro in Bewegung gekommen ist. Da der Titel eine Dividendenrendite von mehr als vier Prozent aufweist und sich als nächstes mittelfristiges technisches Etappenziel der Bereich um 6,30 Euro andeutet (aktueller Kurs: 5,60 Euro), bleibt die Aktie ein technischer Kauf. Der strategische Sicherungsstopp sollte bei 4,70 Euro liegen.

          Aixtron - seit 2011 in einer Baissebewegung

          Beim Tec-Dax-Wert Aixtron, dessen Geschäftsschwerpunkt die Entwicklung und Produktion von Ausrüstung für die Halbleiterindustrie ist, liegt seit Januar 2011 und Kursen um 34,10 Euro eine Baissebewegung vor. Diese kann aus technischer Sicht in drei Phasen eingeteilt werden. Zuerst die beschleunigte Baisse von Januar 2011 bis November 2011 mit einem Kursrückgang bis auf 8,30 Euro. Die zweite Phase war eine mehrjährige Seitwärtspendelbewegung von November 2011 bis Januar 2015 mit der Unterstützungszone um 8,40 Euro und der über die Jahre fallenden Widerstandszone von 12,40 Euro bis 14,90 Euro. Im Januar 2015 trat die Aktie mit einem neuen Verkaufssignal in die dritte Phase ein. Dieser beschleunigte Baissetrend führte die Aktie in eine überverkaufte Lage bei Kursen um 4,70 Euro. In den letzten Handelstagen hat Aixtron den beschleunigten Baissetrend zur Seite verlassen, und es deutet sich eine mittelfristige Stabilisierung sowie eine Bodenformation mit der Unterstützung um 4,70 Euro an (aktueller Kurs: 6,20 Euro). Die Widerstandszone befindet sich um 6,70 Euro. Da viele technische Risiken bei Aixtron eingearbeitet sind, wird die Aktie auf die Beobachtungsliste für mögliche technische Zukäufe gesetzt. Sollte die Aktie die Trading-Bodenformation mit Kursen über 6,80 Euro verlassen und dabei die noch fallende 200-Tage-Linie überwinden, wäre die mittelfristige technische Lage deutlich verbessert. Da sich in diesem Fall eine kräftige Kurserholung andeutet, wäre Aixtron bei Kursen über 6,80 Euro ein spekulativer technischer Kauf.

          Der Autor leitet das europäische Index-Research von Commerzbank Corporates & Markets.

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