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Einhell : Günstige Bewertung spricht für die Aktie

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Einhell-Produkte sind wieder gefragter Bild: Hans Einhell AG

Wirklich niedrig bewertete Aktien zu finden unter den deutschen Nebenwerten ist schwieriger geworden. Eine Ausnahme stellt aber die Einhell Germany AG dar. Das untermauert auch die angehobene Geschäftsprognose des Spezialisten für Werkzeug und Gartengeräte.

          Interessant ist der Titel deshalb, weil er zuletzt kaum vom Fleck gekommen ist. Der Kurs des Anbieters von Lösungen für Heimwerker und Handwerker im Haus, Garten und Freizeit notiert auf einem Niveau, das auch bereits vor fast einem Jahr Gültigkeit hatte.

          Verantwortlich dafür waren eine fehlende Umsatzdynamik und die vom Vorstand immer wieder betont vorsichtig formulierten Geschäftsausblicke. Auch an diesem Donnerstag war bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für das erste Habjahr erneut die Rede von stark gestiegenen Frachtkosten und erhöhten Rohstoffpreise.

          Doch trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen und der unsicheren weltweiten Konjunkturerholung trauten sich die Verantwortlichen jetzt endlich, für das Gesamtjahr ein gegenüber 2009 erhöhtes Umsatz- und Ergebnisniveau in Aussicht zu stellen. Bisher war nur ein mit dem Vorjahr vergleichbares Umsatz- und Ergebnisniveau prognostiziert worden. Doch jetzt wird ein Umsatzplus von rund 5 Prozent für machbar gehalten und eine Umsatzrendite vor Steuern von 5 bis 6 Prozent. Zudem wittert man weiteres Potenzial für den Fall von sich verbessernden Marktgegebenheiten im Bereich Beschaffung, Rohstoffen, Währungen und Frachten.

          Höhere Jahresprognose schiebt den Kurs an

          Unrealistisch erscheint das alles nicht. Schließlich ist es schon in den ersten sechs Monaten gelungen, den Umsatz um 4,7 Prozent auf 190,0 Millionen Euro zu erhöhen. Der Konzernjahresüberschuss nach Minderheiten kletterte gleichzeitig um 1,4 Millionen auf 8,7 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie stellte sich dadurch auf 2,3 Euro je Aktie nach 1,9 Euro ein.

          An der Börse wurde der optimistischere Ausblick sehr positiv aufgenommen. Der Nebenwert legte bis kurz vor Börsenschluss im Xetra-Handel um 4,43 Prozent auf 33,50 Euro zu. Damit fehlt jetzt nicht mehr allzu viel bis zum Jahreshoch von 34,85 Euro. Und wenn es der Notiz gelingen sollte, über diese Hürde zu springen, dann wäre das gleichbedeutend mit einem prozyklischen Kaufsignal.

          Bewertung lässt dem Kurs Luft nach oben

          Was die Bewertungsrelationen angeht, dann wäre ein Ausbruch nach oben locker vertretbar. Blickt man beispielsweise auf die Gewinnschätzungen von SES Research, dann sieht man, dass die Analysten dort ihre Gewinnprognosen für 2010 und 2011 auf 3,30 und 3,66 Euro erhöht haben. Damit würde sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits für dieses Jahr nur auf moderate rund 10 belaufen.

          Hinzu kommt ein im Branchenvergleich deutlicher Abschlag beim Unternehmenswert im Verhältnis zum Gewinn vor Steuern und Zinsen. Außerdem beträgt das Kurs-Umsatzverhältnis nur 0,3 und der aktuelle Kurs liegt noch immer knapp unter dem Buchwert, der von SES Research auf 33,80 Euro je Aktie beziffert wird. Die Bewertung kann somit getrost als günstig bezeichnet werden.

          Zumal das Unternehmen, wie auch der Vorstand in der Pressemitteilung vom Berichtstag herausstellt, über eine sehr starke Marktposition, grundsolide Bilanz- und Finanzierungsstrukturen sowie über umfangreiches Know-how in der Bearbeitung bestehender und der Erschließung neuer Märkte verfügt. Das alles scheint derzeit noch nicht ausreichend in den Kursen berücksichtigt zu werden.

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