https://www.faz.net/-gv6-nvt2

Düngemittelaktien : Yara-Aktie klettert auf ein Zweijahreshoch

  • Aktualisiert am

Bild: Bloomberg

Steigende Düngemittelpreise und Übernahmephantasie ziehen die Kurse im Düngelmittelsektor nach oben. Zum Wochenauftakt ist vor allem die norwegische Yara-Aktie gefragt.

          2 Min.

          Im Osloer Handel legte der Kurs des norwegischen Düngemittelherstellers in der Spitze um 4,5 Prozent auf 292,6 Kronen zu. Das ist gleichbedeutend mit einem Zweijahreshoch. Und an der Börse in Frankfurt klettert die Notiz am Nachmittag sogar um 6,3 Prozent auf 35,29 Euro. Angetrieben wird der Kurs des weltweit größten börsennotierten Anbieters von Stickstoff-Dünger dabei von mehreren Faktoren.

          Zum einen helfen Meldungen über sinkende Lagerbestände bei Agrarprodukten wie Weizen und Sojabohnen in Amerika sowie gesunkene Ernteschätzungen. Denn das nährt die Hoffnung, dass die Farmer wieder mehr anbauen werden und dazu mehr Düngemittel nachfragen werden. „Man geht davon aus, dass die Agrarpreise weiter steigen“, so Per Haagensen, Analyst bei Fondsfinans ASA, der die Yara-Aktie als Kauf eingestuft hat. Auch die Verantwortlichen bei Yara scheinen das ähnlich zu sehen. Zumindest haben sie schon im Vormonat in Europa die Preise erhöht.

          Interessiert sich Yara für Teil von Potash?

          Der ganze Sektor wird außerdem beflügelt von Übernahmephantasie. Diese basiert nicht zuletzt auf der BHP Billiton entfesselten Übernahmeschlacht um den Düngemittel-Marktführer Potash, der 25 Prozent des Weltmarktes für Kali kontrolliert. Hier formieren sich inzwischen die Konkurrenten des australisch-britischen Bergbaukonzern, um selbst zum Zuge zu kommen. Medienberichten zufolge bemüht sich etwa Chinas staatlicher Chemiekonzern Sinochem um Unterstützung in Indien. Auch ein kanadischer Pensionsfonds sondiert offenbar in Singapur beim Staatsfonds Temasek Möglichkeiten für ein gemeinsames Potash-Gebot.

          Bild: FAZ.NET

          Rund um dieses Thema wird auch der Name von Yara gehandelt. So hält es Analyst Samir Bendriss von Pareto Securities ASA für möglich, dass die Norweger für das Nichtkerngeschäft von Potash Corp. bieten. „Schon nächste Woche könnten sie ein entsprechendes Angebot abgeben. Und wir befürchten, dass sie dafür zu viel bezahlen könnten.“ Auch wegen dieser Sorge ist die Yara-Aktie bei Pareto Securities als Verkauf eingestuft.

          Auch andere Analysten geben sich ziemlich reserviert. So hat UBS-Analyst Joe Dewhurst erst in der Vorwoche den Titel von Kaufen auf Halten herabgestuft. Das Kursziel hat er allerdings gleichzeitig von 260 auf 280 norwegische Kronen angehoben. Ähnlich agierten jetzt auch die Analysten der Deutschen Bank, indem sie ihr Kursziel um 24 Prozent auf 260 Kronen von 210 Kronen angehoben haben. Die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Düngemittelpreise dürften sich positiv auf das Ergebnis auswirken, erklärten die Analysten. Doch da selbst das angehobene Kursziel unter der aktuellen Notiz liegt, reicht es auch hier nur zu einer Halteempfehlung.

          Intakter charttechnischer Aufwärtstrend

          Beim Blick auf die Bewertungsrelationen könnte man aber zu dem Schluss kommen, dass die Aktie noch Potenzial haben könnte. Denn im Vergleich mit den Bewertungen anderer Branchenvertreter ergibt sich basierend auf Bloomberg-Daten ein vorteilhafter Eindruck (siehe Grafik)

          Hinzu kommt wie bei vielen anderen Werten aus der Branche ein völlig intakter charttechnischer Aufwärtstrend. Vielmehr ist es mit den zum Wochenauftakt verbuchten Kursgewinnen sogar so, dass ein Ausbruch nach oben gelungen ist. Das ist gleichbedeutend mit einem neuen prozyklischen Kaufsignal.

          Wer investiert ist, kann vor diesem Hintergrund getrost investiert bleiben. Aber natürlich sollten Aktionäre darauf achten, ob die am 19. Oktober anstehende Bekanntgabe der Drittquartalszahlen das hält, was die steigenden Kurse versprechen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          ZVEI-Präsident im Interview : „Die würden mich durchs Fenster werfen“

          Warum dauert die Digitalisierung der Industrie viel länger als die der Büros? Der Unternehmer und Chef des Digitalverbands ZVEI über das Projekt „Industrie 4.0“ – und warum er in Kunden-Hotlines nach dem Mittagessen fragt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.