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Marktbericht : Dow Jones und Nasdaq Composite steigen auf Rekordhoch

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Die neuen Höchststände an der Wall Street freuen die Händler. Bild: AFP

Während der deutsche Leitindex am „Black Friday“ nur wenig gewinnt, verzeichnen Dow Jones und Nasdaq Composite an der Wall Street neue Rekorde. Die Aktien von Infineon gehören mit einem Verlust von mehr als 2 Prozent zu den Verlierern des Tages.

          Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag einmal mehr mit angezogener Handbremse agiert. Mangels entscheidender Kurstreiber stand der Dax zum Wochenschluss ungefähr da, wo er den Vortagshandel beendet hatte. 10.699,3 Punkte bedeuteten am Ende ein Mini-Plus von 0,1 Prozent. Der Leitindex knüpfte damit an den wenig inspirierten Handel der vergangenen Tage an. Im Wochenverlauf bedeutet dies einen Gewinn von 0,3 Prozent.

          Etwas mehr Bewegung gab es im M-Dax. Der Index der mittelgroßen Werte schloss am Freitag 0,6 Prozent höher bei 20.911,8 Punkten. Für den Tec-Dax hingegen ging es um 0,1 Prozent auf 1726,6 Punkte nach unten.

          Neue Rekorde an der Wall Street

          An der Wall Street ist derweil die Rekordjagd am „Black Friday“ in eine neue Runde gegangen. Nach der feiertagsbedingten Pause am Vortag erreichte der Dow Jones Industrial bei 19.146,2 Punkten eine neue Bestmarke. Zuletzt stand ein Plus von 0,3 Prozent auf 19.136 Punkte zu Buche. Auch der breite S&P-500-Index schwang sich am Freitag zu einem Rekordhoch auf, und zwar bei 2211 Punkten mit einem Plus von 0,3 Prozent.

          Der Nasdaq Composite kletterte ebenfalls auf ein Rekordhoch. Dank der freundlichen Stimmung am Brückentag nach "Thanksgiving" erreichte der Technologie-Index bei 5393,9 Punkten seine Bestmarke. Zuletzt stand ein Plus von 0,2 Prozent auf 5392,6 Punkte zu Buche.

          An deutschem Markt kaum Impulse am „Black Friday“

          Dem deutschen Markt mangelt es hingegen weiter an Impulsen, um der Lethargie der vergangenen Wochen zu entkommen. Über Nacht fehlten auch noch die Vorgaben von der Wall Street, wo am Vortag wegen Thanksgiving nicht gehandelt wurde. Auch am sogenannten „Black Friday“, der dort traditionell das Weihnachtsgeschäft einläutet, findet in New York nur ein verkürzter Handel statt.

          Aktienstratege Manfred Bucher von der Landesbank BayernLB verwies angesichts des lahmenden Marktumfelds darauf, dass die derzeit eigentlich positiven Voraussetzungen am Markt von den politischen Risiken in Europa überschattet werden. Er befürchtet, dass das am 4. Dezember anstehende Referendum in Italien bei einem negativen Votum den Anti-EU-Kräften Auftrieb verleihen könnte. Bei der Abstimmung deutet sich eine Schlappe für Premierminister Matteo Renzi an, der sein Amt an einen Erfolg geknüpft hat.

          Infineon verlieren mehr als 2 Prozent

          Ähnlich ruhig wie am deutschen Gesamtmarkt fiel am Freitag auch die Nachrichtenlage bei Einzelwerten aus. Lufthansa-Aktien blieben nach der Ankündigung eines vierten Streiktags der Piloten im Blick der Anleger. Die Papiere der Fluggesellschaft gaben um 0,2 Prozent nach, weil sich Marktteilnehmer mit zunehmender Streikdauer um einem Imageverlust der Fluggesellschaft sorgen. Derweil haben die Piloten nun ein neues Tarifangebot vom Unternehmen bekommen.

          Wie schon am Vortag blieben defensive Aktienwerte zu Wochenschluss gefragt. Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care stiegen um gut ein Prozent. Die Anteilsscheine von Infineon dagegen büßten mehr als 2 Prozent ein, nachdem die jüngste Rally bei den Papieren des Chipherstellers schon am Vortag ins Stocken geraten war.

          Moderate Gewinne auch in Europa

          Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 gewann 0,3 Prozent auf 3048,4 Punkte. Aufwärts ging es auch für den CAC-40-Index in Paris und den FTSE 100 in London. Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss moderat höher.

          Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,04 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 142,17 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,23 Prozent auf 161,37 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0592 (Donnerstag: 1,0548) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9441 (0,9480) Euro.

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