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Dow-Jones-Index fällt um mehr als 500 Punkte : Stärkster Kurssturz seit dem 11. September 2001

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Das Drama um die amerikanischen Investmentbanken Lehman Brothers und Merril Lynch hat Schockwellen an den Börsen ausgelöst. Die Wall Street erlebte einen ihrer schlimmsten Tage seit Jahren. In der letzten Handelsstunde weitete der Dow Jones Index seine Verluste noch einmal kräftig aus.

          Das Drama um die großen amerikanischen Investmentbanken Lehman Brothers und Merril Lynch infolge der Finanzmarktkrise hat weltweit Schockwellen an den Börsen ausgelöst. (siehe auch: Große Pleite - neue Ängste: „Schwarzer Montag“ verschärft Finanzkrise)

          Nach deutlichen Kursverlusten an den asiatischen und den europäischen Börsen verbuchten auch die amerikanischen Aktienmärkte eindrucksvolle Kursabschläge. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte ist am Montag an der New Yorker Börse um mehr als 500 Punkte eingebrochen. Die Wall Street erlebte damit einen ihrer schlimmsten Tage seit Jahren. In der letzten Handelsstunde weitete der Dow Jones Index seine Verluste noch einmal kräftig aus und verlor 4,42 Prozent auf 10.917,51 Zähler. Der amerikanische Leitindex schloss damit auf dem tiefsten Stand seit Juli 2006. Es war zudem der höchste Punkte-Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 4,65 Prozent auf 1.193,53 Zähler.

          Die Aktien des weltweit zweitgrößten Versicherers American International Group büßten wegen der Sorgen um die Finanzlage um 60,8 Prozent auf 4,76 Dollar ein. Auch viele andere Finanztitel verbuchten prozentual zweistellige Verluste. Die Titel von Washington Mutual fielen um 27 Prozent. Citigroup-Papiere gaben mehr als 30 Prozent nach, obwohl das Institut angesichts der turbulenten Finanzmärkte noch einmal seine gute Ausstattung mit Kernkapital betonte.

          Unsicherheit lastet auf den Finanzwerten

          „Innerhalb von zwei Tagen sind zwei der großen Investmentbanken verschwunden“, sagte Analyst Matthias Jörss von Sal. Oppenheim Jr. & Cie. in Frankfurt. „Das ist eine gefährliche Lage und verstärkt die Unsicherheit, was vor allem auf den schwächeren Finanzwerten lasten sollte. Wir beobachten einen letzten Ausverkauf und ich rechne kurzfristig mit einer weiteren Abwärtsbewegung.“

          Bei Versicherungsaktien sorgte die Nachricht, dass der amerikanische Branchenprimus American International Group (AIG) bei der amerikanische Notenbank Federal Reserve einen Überbrückungskredit von 40 Milliarden Dollar beantragt habe, für Abgabedruck. Das hatte die New York Times berichtet. AIG hatte zuvor ein Gebot der Buyoutgesellschaft J.C. Flowers zurückgewiesen, das Flowers die Option zum Kauf der gesamten Versicherungsgesellschaft gegeben hätte.

          Ebenfalls auf der Verliererseite standen Bergbau- und Energieaktien. Hier machten sich Preisrückgänge bei Industriemetallen sowie bei Öl bemerkbar. Der Ölpreis fiel am Terminmarkt im Tagesverlauf um bis zu knapp sieben Prozent auf 94,13 Dollar je Barrel der Sorte WTI im Tagestief. Am Abend liegt der Preis bei 96,30 Dollar je Barrel.

          Dax auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2006

          In Asien waren die wichtigsten Börsenplätze in Japan, Hongkong und Südkorea wegen eines Feiertags geschlossen. Doch alle Märkte, die geöffnet waren, rutschten tief in die roten Zahlen. In Indien sanken die Kurse um 3,4 Prozent, in Taiwan um 4,1.

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