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Marktbericht : Bankaktien im Haussemodus

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Einst verdammt - heute gefragt: Die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank Bild: dpa

Vom Schreckgespenst zum Heilsbringer: Das von Trump erwartete Konjunkturprogramm bringt die Börsen auf Trab. Allerdings vorwiegend in Amerika.

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          An dem Finanzmärkten zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Galten bisher niedrige Zinsen und lockere Geldpolitk als Maß aller Dinge, so setzen sie nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen auf steigende Zinsen dank einer inflationär-schuldenfinanzierter Fiskalpolitik.

          Spekuliert wird auf ein großes Konjunkturprogramm in den Vereinigten Staaten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte am Montag vorübergehend auf ein neues Rekordhoch von 18.934 Punkten.

          Eine Zinserhöhung in Amerika im Dezember gilt nun wieder als ausgemachte Sache. Für das kommende Jahr rechnen Experten mit weiteren Schritten der Fed. Der Dollar-Index, der den Kurs der Währung zu wichtigen Devisen widerspiegelt, übersprang erstmals seit fast einem Jahr die Marke von 100 Zählern.

          Der Dollar kletterte zum Euro und zur japanischen Währung Yen auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Im Gegenzug fiel der Euro um mehr als einen Cent auf 1,07 Dollar, das war der tiefste Stand seit fast einem Jahr.

          EUR/USD

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          Die Zinsspekulationen treiben auch die Kurse der Bank-Aktien. Die Kurse der Deutschen Bank und der Commerzbank stiegen  um 3,8 bzw. 6,6 Prozent. Aareal Bank gewannen mehr als 5 Prozent und der Kurs der Deutschen Pfandbriefbank kletterte um 7,3 Prozent.

          Hier kam hinzu, dass die Bank im dritten Quartal dank einer Einigung der deutschen Gläubiger mit der Heta, dem Abwicklungsinstitut für die einstige Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria im dritten Quartal den operativen Gewinn verdreifacht hat. Von der Einigung sollen die Aktionäre in Form einer Sonderdividende profitieren.

          DT. PFANDBRIEFBK AG

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          In seiner Breite dagegen lief der Aktienmarkt nicht besonders gut. Der mit 100 Werten den Markt breit abbildende F.A.Z.-Index stieg um 0,2 Prozent auf 2116 Punkte. Der Standardwerteindex Dax hielt sich mit einem Aufschlag von 0,35 Prozent auf 10.706 Punkte etwas besser.

          Mit ein Grund dafür könnten Zweifel sein, dass ein amerikansiches Konjunkturprogramm auch der deutschen und europäischen Wirtschaft zugute kommt. EZB-Vize-Präsident  Vitor Constancio warnte davor, die positive Reaktion der Börsen überzubewerten. Die Entwicklungen deuteten zwar auf mehr Wachstum in den Vereinigten Staaten hin - allerdings im Kontext einer „Amerika-Zuerst“-Politik.

          F.A.Z.-Index

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          Nichtsdestoweniger beeinflusst das Zinsszenario die Entwicklung der Anleihenmärkte. Weltweit fiel der Marktwert seit der Wahl Trumps um rund eine Billion Dollar, wie der von der Bank of America Merrill Lynch ermittelte Index für den weltweiten Bondmarkt zeigt.

          Die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen amerikansichen und deutschen Staatsanleihen stiegen auf  Zehn-Monats-Hochs von 2,3 und 0,4 Prozent.

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