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Dividendenaktien : Dividendentitel überflügeln Dow Jones

  • -Aktualisiert am

Die höchste Dividendenrendite: Die amerikanischen Telefongesellschaft AT&T Bild: dapd

An der Wallstreet erleben Aktien mit hoher Dividendenrendite eine Renaissance. Die Aktienkurse von Großunternehmen versprechen ein beständiges Einkommen, bieten aber kein rasantes Wachstum.

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          An der Wallstreet gehen Anleger in die Defensive. Angesichts der europäischen Schuldenkrise und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China und den Vereinigten Staaten erleben Dividendenaktien an den amerikanischen Aktienmärkten derzeit eine Renaissance. Die Aktienkurse von Großunternehmen, die eine beständige und hohe Dividende an Aktionäre ausschütten, sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Die fünf Titel mit der höchsten Dividendenrendite im populären Marktbarometer Dow Jones Industrial Average haben sich im Vergleich zum Jahresbeginn alle besser entwickelt als der Gesamtmarkt.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Am besten schnitt die größte amerikanische Telefongesellschaft AT&T ab, deren Aktienkurs aktuell um knapp 15 Prozent im Plus liegt. Der Kurs des Pharmakonzerns Merck, die Aktie mit der dritthöchsten Dividendenrendite, ist seit Anfang Januar um mehr als 13 Prozent geklettert. Die Dividendenrendite von AT&T beträgt trotz der jüngsten Kursgewinne immer noch 5,2 Prozent. Merck kommt auf 4,1 Prozent. Die Dividendenrendite errechnet sich, indem man die jährliche Ausschüttung in Beziehung zum Kurs der Aktie setzt. Wenn der Aktienkurs steigt, geht die Rendite bei gleichbleibender Ausschüttung zurück und umgekehrt.

          Durch den Trend zu teuer geworden

          Dividendentitel gelten als defensive Anlage, weil sie Aktionären ein beständiges Einkommen bieten. Im Gegensatz zu konjunkturabhängigeren Aktiengesellschaften wachsen sie in einer wirtschaftlichen Aufschwungsphase aber nicht so stark. Die Gesellschaften stammen häufig aus weniger zyklischen Marktsegmenten. Dazu gehören Telekommunikationsunternehmen, Stromversorger, Pharmakonzerne oder konjunkturunabhängige Konsumgüterhersteller. Diese Marktsegmente haben sich seit Mai besser entwickelt als die großen Indizes. Nach Angaben des Indexanbieters S&P haben amerikanische Unternehmen ihre Dividenden im zweiten Quartal um mehr als 14 Prozent erhöht.

          Die Kursgewinne waren so deutlich, dass einige Fachleute die Aktien mittlerweile für zu teuer halten. „Anleger zahlen eine enorme Prämie für Dividendenaktien“, sagt Vadim Zlotnikov, Aktienmarktstratege der Fondsgesellschaft Alliance Bernstein. Nach Einschätzung von Zlotnikov könnte der Trend aber noch eine Weile anhalten, solange die Furcht an den Märkten weiter dominiert.

          Die Angst manifestiert sich auch an den Zuflüssen in Aktienfonds, die auf Dividendenaktien spezialisiert sind. Nach Angaben des Informationsdienstes EPFR Global haben Dividendenfonds seit Anfang des Jahres netto 16 Milliarden Dollar eingenommen. Die Zuflüsse sind in den vergangenen Wochen angeschwollen. Aus regulären Aktienfonds haben Anleger dagegen 25 Milliarden Dollar abgezogen.

          Die einschlägigen amerikanischen Aktienindizes haben trotz der Stützung durch die Dividendentitel seit Anfang Mai deutlich an Boden verloren. Der Dow Jones liegt aber immer noch mit mehr als 3 Prozent im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 kommt - unter anderem wegen der starken Gewichtung des nicht im Dow Jones vertretenen Technologiekonzerns Apple - auf ein Plus von mehr als 6 Prozent.

          Dividendenaktien sind auch attraktiv, weil die Zinsen in den Vereinigten Staaten seit geraumer Zeit äußert niedrig sind. Die Rendite einer amerikanischen Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren liegt mit rund 1,4 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau. Schon die durchschnittlichen Dividendenrenditen von Dow Jones (3 Prozent) und S&P 500 (2,2 Prozent) liegen deutlich darüber. Nur fünf der 30 im Dow Jones abgebildeten Aktiengesellschaften haben eine niedrigere Dividendenrendite als der S&P 500: der Technologiekonzern IBM, der Unterhaltungsriese Disney, der Aluminiumproduzent Alcoa sowie die Finanzdienstleister American Express und Bank of America.

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