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Dividenden : Osteuropäische Telekommunikationsfirmen locken

Bild: F.A.Z.

Wer sich nicht sicher ist, inwieweit die Kurshöhenflüge an den Börsen eher Strohfeuer sind und an Aktien nicht vorbei will, setzt auf Dividenden. Der Blick auf amerikanische Fonds und osteuropäische Telekommunikationsunternehmen könnte lohnen.

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          Angesichts hoher Anleihenkurse und darob niedriger Renditen sowie eines niedrigen Zinsniveaus sind Aktien viel stärker ins Blickfeld der Anleger gerückt. Nach dem jüngsten Anlegerindikator der DZ Bank ziehen mittlerweile 26 Prozent der Befragten den Kauf von Aktien in Erwägung. Dies ist der höchste Wert, der in der seit Februar 2008 quartalsweise stattfinden Umfrage je gemessen wurde. Noch im August waren es lediglich 22 Prozent gewesen. Umgekehrt sinkt das Interesse an festverzinslichen Anlagen seit damals kontinuierlich.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Indes erwarten nur noch 43 Prozent der Privatanleger, dass der Dax im nächsten halben Jahr steigen wird. Dies sind zwar noch immer erheblich mehr als im Frühjahr, aber 8 Prozentpunkte weniger als bei der Umfrage im August. Die Zahl derjenigen, die fallende Notierungen erwarten, ist von 8 Prozent auf aktuell 17 Prozent gestiegen.

          T-Aktie und Bijou Brigitte bieten Kontinuität

          Wenn sich also Aktien aufdrängen, aber die Erwartungen doch nicht ganz so hoch sind, so bietet es sich für viele Anleger an, auf Aktien von Unternehmen zu setzen, von denen hohe Ausschüttungen erwartet werden. Grenzt an die Suche ein auf größere Werte mit einer Marktkapitalisierung von wenigstens 500 Millionen Euro, um eine gewisse Liquidität zu gewährleisten, so bieten sich unter deutschen Aktien, seit Monaten dieselben Werte an.

          Die besten Prognosen haben der Mobilfunkanbieter Freenet mit mehr als 10 Prozent sowie das Immobilienunternehmen Gagfah. Doch Freenet hat die Ausschüttungen erst kürzlich aufgenommen, bei der Gagfah gibt es immer wieder Zweifel an der Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen. Die jüngsten Quartalsdividenden hat das Unternehmen gekürzt, doch folgt man den Analystenprognosen, so bleiben die prognostizierten niedrigeren Ausschüttungen mit mehr als 8 Prozent immer noch attraktiv.

          Legt man folglich Wert auf eine kontinuierliche Ausschüttungspolitik, so muss man sich bescheiden. lediglich zwei deutsche Aktiengesellschaften haben in den vergangenen beiden Jahren Dividendenrenditen von mehr als 5 Prozent eingebracht und sollen dies auch in den kommenden beiden Jahren tun: die Deutsche Telekom sowie der Modeschmuckhändler Bijou Brigitte.

          Energie, Finanzen, Telekommunikation

          Wer mehr will, muss sich schon international umsehen. Dabei sind es in der Regel unbekannte Unternehmen, deren Aktien die höchsten Dividendenrenditen prognostiziert werden. Legt man die Grenze bei 8 Prozent Rendite an, so erfüllen immerhin 18 Aktien, die auch in Deutschland gehandelt werden, diesen Anspruch.

          Der Großteil sind mit einem Drittel australische Werte, vier sind amerikanische Aktien und ebenso viele Werte stammen aus dem Osten Europas. Auch die Branchenkonzentration ist deutlich: 5 Werte stammen aus der Energiebranche im weitesten Sinne, noch mehr, nämlich sechs sind Finanzdienstleister, vier Telekommunikations-Aktien und immerhin zwei kommen aus der Nahrungsmittelbranche.

          Spitzendividende von Superior Plus wackelt

          An der Spitze liegt wie schon vor zwei Monaten der kanadische Mischkonzern Superior Plus. Das Unternehmen macht knapp die Hälfte seines Umsatzes von zuletzt umgerechnet 1,4 Milliarden Euro mit dem Großhandel von Brennstoffen und 40 Prozent mit Spezialchemikalien für die Papierindustrie sowie Düngemitteln. Das letzte Achtel steuert der Handel mit Isolierungs- und anderen speziellen Baustoffprodukten bei.

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