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Dienstleister : Aktionäre von CTS Eventim setzen auf Wachstum

  • Aktualisiert am

Hat gut lachen - Klaus Peter Schulenberg von CTS Eventim Bild: FAZ.NET

Die Aktie von CTS Eventim konnte in den vergangenen Jahren deutliche Kursgewinne verbuchen, der Trend zeigt weiterhin nach oben. Die Aktie ist kein Schnäppchen. Die Anleger scheinen von den Wachstumsmöglichkeiten überzeugt zu sein.

          Es gibt Aktien, die sind weder optisch günstig noch bei Analysten beliebt - aber sie laufen nach oben. Dazu zählen die Papiere des Vermarktungs- und Veranstaltungs-Dienstleistungsunternehmens CTS Eventim.

          Die Aktie befindet sich in einem längerfristigen Aufwärtstrend, in dem sie seit ihrem Tief im September des Jahres 2002 mehr als 6.000 Prozent auf zuletzt 36,5 Euro zugelegt hat. Alleine am Dienstag legt die Aktie in einem schwächelnden Gesamtmarkt bis zu 4,8 Prozent zu, obwohl die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 31 und 25 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr kein Schnäppchen ist.

          Unternehmen wächst organisch ...

          Allerdings befindet sich das Unternehmen auf Wachstumskurs und konnte in den vergangenen Jahren sowohl Umsatz als auch Gewinn im Trend steigern. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten die Erlöse von 256,2 auf 342,9 Millionen Euro gesteigert werden, der Nettogewinn legte von 15,9 auf 23,5 und der Cashflow von 27,7 auf 35,4 Millionen Euro zu. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 66 auf 98 Cent je Aktie.

          Das Jahr 2007 scheint zwar optisch nicht sonderlich gut zu beginnen. Denn Umsatz und auch Gewinn gingen im ersten Quartal im Vergleich mit der Vorjahresperiode deutlich zurück. Allerdings spielen dabei Basiseffekte eine Rolle, da das Geschäft im vergangenen Jahr unter anderem durch die Fußballweltmeisterschaft positiv beeinflusst worden war. Das Unternehmen befindet sich jedoch solider in den schwarzen Zahlen und der positiv Cashflow führte zu einem Liquiditätsbestand von 156 Millionen Euro oder zu 6,5 Euro je Aktie. Auf diese Weise wird die optisch hohe Bewertung relativiert.

          CTS Eventim teilt sich in zwei Segmente, Ticketing und Live-Entertainment. Das Segment Ticketing beinhaltet die Vermarktung und den Vertrieb von jährlich über 35 Millionen Eintrittskarten für rund 85.000 Konzert-, Theater-, Sport- und ähnliche Veranstaltungen. Zur Vermarktung der Tickets nutzt das Unternehmen eine Vielzahl von Distributionswegen. Der mit rund 3.000 Partnern im In- und Ausland derzeit wichtigste Vertriebskanal ist ein in Deutschland flächendeckendes Vorverkaufsstellennetz. Darüber hinaus werden Tickets über Call Center sowie über Internetplattformen vertrieben.

          ... und durch Übernahmen

          Das Segment Live-Entertainment beinhaltet die Planung, Organisation und Abwicklung von Konzertveranstaltungen, Konzerttourneen und Open-Air Festivals. Das Unternehmen berichtet von guten und langjährigen Kontakten zu nationalen und internationalen Künstlern, erfolgreiche Open-Air Festivals und weiteren Veranstaltungen im Bereich Entertainment. Zusammen verschafften diese dem Unternehmen eine hervorragende Position in der europäischen Konzert- und Entertainmentbranche. Der Zugang zu einer Vielzahl von Distributionswegen führe zu einer Art von Alleinstellungsmerkmal, zumindest auf dem deutschen Markt.

          CTS Eventim wächst nicht nur organisch, sondern auch durch Übernahmen. So hat sich das Unternehmen nach Akquisitionen in Russland und in der Schweiz einen größeren Anteil an der italienischen Ticket One gesichert. TicketOne habe in Italien eine herausragende Marktstellung und einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie CTS Eventim in Deutschland. Der Kauf werde in relativ kurzer Zeit zu signifikanten Umsatz- und Ertragssteigerungen führen, heißt es. Weiter Akquisitionen in der Türkei, Spanien und andern europäischen Ländern sind geplant. Im Segment Live-Entertainment seit der Auftragseingang gut.

          Insgesamt geht das Management des Unternehmens davon aus, im laufenden Gesamtjahr trotz des Basiseffektes durch die in diesem Jahr nicht stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft mehr als im vergangenen Jahr verdienen zu können. Genau auf dieses Wachstum scheinen die Anleger zu bauen, wenn sich die Aktien auf dem gegenwärtigen Kursniveau ins Depot legen. Immerhin lagen sie in der Vergangenheit damit richtig. Absicherungsstrategien können trotzdem nie schaden.

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