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Die wertvollsten Unternehmen : Amerikaner dominieren die Weltbörsen

Apple: Nach einigen Kursrückschlägen wieder auf Platz 1 der wertvollsten Unternehmen Bild: AFP

Erstmals seit 2004 kommen wieder neun der zehn wertvollsten Unternehmen aus den Vereinigten Staaten. Für das Wiedererstarken der amerikanischen Konzerne machen Beobachter drei Gründe aus.

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          Amerikanische Aktiengesellschaften stehen in der Gunst der Anleger so gut da wie lange nicht. Der 30 Werte umfassende Dow Jones eilt dieses Jahr ebenso von Rekord zu Rekord wie der 500 Titel umfassende S&P 500. Aber auch in der Weltspitze der börsennotierten Unternehmen haben die Amerikaner ihre Dominanz zurückerlangt. Aktuell stammen die neun wertvollsten der Welt allesamt aus den Vereinigten Staaten.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Je nach Tagesentwicklung liegt die amerikanische Bank Wells Fargo - das mittlerweile wertvollste Finanzinstitut an den Börsen - auch vor dem chinesischen Ölkonzern Petrochina. Dann werden sogar die ersten zehn Plätze allesamt von amerikanischen Unternehmen belegt. In einem Vergleich, der stets die Rangliste von Ende Juni zur Grundlage hat, kamen zuletzt im Jahr 2004 neun der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt aus Amerika. Damals war der britische Ölkonzern BP auf Platz sieben der einzige nichtamerikanische Wert.

          Apple und Exxon sind – gemessen an der Marktkapitalisierung – die wertvollsten Unternehmen der Welt

          In den vergangenen Jahren hatten insbesondere chinesische Unternehmen die Führungsrolle der amerikanischen Großkonzerne an den Weltbörsen ins Wanken gebracht. Noch im vergangenen Sommer lag Petrochina auf Platz drei, der Telefonkonzern China Mobil auf Platz sieben und die chinesische Großbank ICBC auf Platz zehn.  Im Jahr 2009 lag Petrochina sogar ganz an der Spitze. Unter den ersten zehn Unternehmen waren chinesische und amerikanische Unternehmen mit je vier in der Gleichzahl.

          Die brasilianische Ölgesellschaft Petrobras und der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell komplettierten die Weltspitze. In den Jahren 2006 bis 2008 gehörte auch der russische Gasprom-Konzern dazu. Für das Wiedererstarken der amerikanischen Konzerne machen Beobachter vor allem drei Gründe aus.

          Zu hohe Erwartungen, Rohstoffboom und die moderne Kommunikation

          Zum einen haben die optimistischen Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wie China zuletzt einige Dämpfer erlitten, während insbesondere die amerikanische Binnenkonjunktur sich besser entwickelte als gedacht. Zum zweiten hat der Rohstoffboom bis zum Jahr 2008 seit dem Ausbruch der Finanzkrise nie wieder so an Fahrt gewonnen wie erhofft. 

          Und zum dritten verfügen die Vereinigten Staaten mit Apple - nach einigen Kursrückschlägen wieder auf Platz 1 - und Google - nach Rekordkursen erstmals unter den ersten zehn - über zwei extrem erfolgreiche Unternehmen im Bereich der modernen Kommunikationsformen. Europäische Unternehmen spielen traditionell keine bedeutsame Rolle in der internationalen Börsenspitze. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist auf Platz 15 das bestplazierte europäische Unternehmen.

          Im Euroraum liegt Royal Dutch Shell vorne, global reicht dies nur zu Platz 32. Das Brauereikonsortium Anheuser Busch Inbev mit Sitz in Belgien folgt im Euroraum auf Platz 2 (global: Platz 32). Als wertvollstes französisches Unternehmen rangiert der Pharmakonzern Sanofi auf Platz 40. Volkswagen folgt als wertvollstes deutsches Unternehmen auf Rang 57 knapp vor Siemens und Bayer auf den Plätzen 63 und 64. Die amerikanische Vorherrschaft konnten vor den Chinesen lediglich Ende der achtziger Jahre und Anfang der neunziger Jahre die Japaner ernsthaft in Gefahr bringen.

          Bis zu sechs japanische Unternehmen lagen auf den ersten zehn Plätzen. Erst 1996 erlangte mit General Electric ein amerikanisches Unternehmen wieder die Spitze von Nippon Telegraph & Telephone zurück. Seit 1997 hat es nur noch Toyota einmal kurzzeitig auf Platz zehn geschafft. Unter den ersten 100 gibt es aktuell nur noch drei japanische Unternehmen. Dass es den Chinesen nun ähnlich ergehen wird, gilt derzeit als kühne These.

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