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Die Aktie : Clever gekauft ist halb gewonnen

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Limits sind ratsam Bild:

Beim Kauf von Wertpapieren heißt es: gewußt wie. In unberechenbaren Finanzmärkten sind „Limits“ äußerst nützlich.

          Für „Otto Normalanleger“ führt der Weg an die Börse normalerweise über eine Bank. Für den Kauf von Wertpapieren benötigen sie ein Girokonto für die normalen Zahlungsvorgänge und ein Depot für die Verwahrung der gekauften Wertpapiere.

          Bei welchem Institut er diese einrichtet, bleibt ihm überlassen. Er hat damit die Qual der Wahl zwischen den klassischen Bankfilialen oder den Direktbanken. Stehen erstere bei der Auswahl der Papiere und der Platzierung der Aufträge beratend zur Seite - wenn auch gegen unter Umständen saftige Gebühren -, so ist Otto bei Direktbanken auf sich allein gestellt. Er sollte also wissen, wie der Hase läuft.

          So gebe ich eine Börsenorder auf

          Einsteiger sind in der Regel bei ihrer Hausbank zunächst gut aufgehoben, können sie doch mit deren Unterstützung möglicherweise teure Fehler zu vermeiden. Gerade am Anfang hilft in der Regel ein Kundenberater beim Ausfüllen der „Börsenauftragsformulare“. Darin müssen Kunden nicht nur ihren Namen und die Nummer ihres Depots angeben, sondern auch die Bezeichnung, Stückzahl und Wertpapierkennnummer (WKN) der ausgesuchten Aktie. Darüber hinaus können sie bestimmen, an welchem Börsenplatz der Auftrag ausgeführt werden soll, bis zu oder bei welchem Kurs die Aktie gekauft werden soll oder bei welchem Preis verkauft werden soll. Außerdem sollten sie angeben, wie lange der Auftrag gültig sein soll: einen Tag, bis zum Monatsende oder zu einem beliebigen Datum.

          Vor der Aufgabe eines Börsenauftrages ist es ratsam, sich nicht nur Gedanken darüber zu machen, welche Aktie man kaufen möchte, sondern auch zu welchen Preis. Denn eine Börsenorder ohne Preisangabe ist eine so genannte „unlimitierte Order“. Sie wird zu dem Preis ausgeführt, mit dem das Wertpapier gerade gehandelt wird, wenn der Auftrag zum Händler kommt. Geht das Papier gerade mit 50 Euro um, dann wird ein Kaufauftrag - unlimitiert = „billigst“ - zu diesem Preis ausgeführt oder anders herum beim Verkauf - unlimitiert = „bestens“ - gegeben.

          Limitieren ist anspruchsvoll, aber äußerst nützlich

          Profis überlegen sich vor dem Kauf einer Aktie genau, wieviel Geld sie für eine Aktie ausgeben wollen. Ihre persönliche Preisobergrenze legen sie dann in einem „Limit“ fest. Das verbietet dem Händler, den genannten Preis beim Kauf der Aktie zu überschreiten. Denn er darf den Auftrag höchstens zu einem geringeren Kurs ausführen. Ist das Limit knapp gesetzt und hebt die Aktie gerade zu einem Höhenflug ab, hat man allerdings Pech gehabt.

          Erfahrene Börsianer planen nicht nur den Einstieg, sondern auch den Ausstieg und operieren auch dort mit Limits. Sie betreiben vor allem ein konsequentes Verlustmanagement. Sie schützen sich vor zu starken Kursverlusten mit Stop-Loss-Orders. Ist hier das gesetzte Limit unterschritten, wird das Papier zum nächst möglichen Kurs - also bestens - verkauft. Allerdings ist eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl notwendig, um diese Order richtig zu platzieren. Wird sie zu knapp unter das aktuelle Kursniveau gesetzt, fliegt die Aktie schon bei einem vorübergehenden kleinen Kurstaucher aus dem Depot - und der Anleger geht beim nachfolgenden Kursaufschwung leer aus.

          Stop-Loss-Limits geschickt platzieren

          Außerdem ist es ratsam, keine „runden“ Kurse als Limit zu wählen. Denn fallen viele solcher Aufträge auf das gleiche Niveau, löst die Überschreitung eine wahre Flut von Verkaufsaufträgen aus und kann den Druck nach unten verstärken.

          Generell lässt sich bei Aktien mit täglich hohen Börsenumsätzen eventuell noch unlimitiert ordern. Kritischer wird es dagegen bei mittel- und kleinkapitalisierten Werten. Dort können jederzeit starke Kurssprünge auftreten. Folglich sind dort limitierte Börsenaufträge beinahe unumgänglich, wenn man als Anleger nicht Gefahr laufen will, unter Umständen über den Tisch gezogen zu werden.

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