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Die Aktie : Chancen und Risiken der Aktienanlage

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Keine Chance ohne Risiko Bild:

Wer im Jahr 1952 Geld in den S&P 500-Index investiert hat, der konnte bis heute eine Jahresrendite von zwölf Prozent erzielen. Das ist nicht zu schlagen.

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          Wer sein Geld langfristig ertragreich anlegen will, dürfte an Aktien nicht vorbeikommen. Zumindest rückblickend brachte keine Anlageform eine höhere Rendite.

          Wer im Jahr 1952 einen bestimmten Betrag in den S&P 500-Index investiert und danach keinen Finger mehr gerührt hat bis ins Jahr 2002, der konnte alleine Kursgewinne in Höhe von acht Prozent pro Jahr verbuchen. Rechnet man dazu noch die ausgeschütteten Dividenden, so läge die Jahresrendite bei knapp zwölf Prozent. Der Gesamtertrag von Kursgewinnen und Dividenden beliefe sich auf sagenhafte 27.400 Prozent.

          Festverzinsliche können mit Aktien nicht mithalten

          Festverzinsliche Wertpapiere dagegen dürften mit sieben bis acht Prozent pro Jahr rentiert haben oder zwischen 3.000 und 4.600 Prozent über den gesamten Zeitraum. Langfristig betrachtet sind das gewaltige Unterschiede.

          Die Überlegenheit der Aktie gegenüber anderen Anlageformen wird in unzähligen Untersuchungen bestätigt. Allein das Deutsche Aktieninstitut wertete 26 Studien für deutsche Aktien und 17 Studien für 38 andere Länder aus. In 80 Prozent aller Fälle bestätigte die Statistik die Theorie - zumindest langfristig betrachtet.

          Kurzfristig betrachtet sind Risiken nicht zu verleugnen ...

          Was für einen langen Zeitraum gilt, kann allerdings kurzfristig ganz anders aussehen. Denn da sind bei der Aktienanlage durchaus auch herbe Einbußen möglich. Im Jahr 2000 beispielsweise haben Anleihen weitaus besser abgeschnitten. Aktien erlitten in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1995 herbe Verluste.

          Vor allem zwei Risiken belasten die Nerven der Anleger. Einmal kann der Ertrag von Aktien wegen unterschiedlich hoher Dividenden und Kursveränderungen stärker schwanken, als der von anderen Anlageformen. Außerdem können Flauten an der Börse länger dauern als nur wenige Monate. In den 70er Jahren bis Ende 1982 beispielsweise hat sich der Dax kaum bewegt. Auch Anfang der 90er Jahre war zunächst mit Aktien kein Blumentopf zu gewinnen.

          ... lassen sich aber langfristig ausgleichen

          Kurzfristig zum Teil drastische Kursverluste von knapp 46 Prozent ließen sich jedoch langfristig mehr als wettmachen, sofern der Anleger in solide Werte investiert war und in der Baisse nicht den Mut verlor oder aus irgendwelchen Gründen unbedingt Geld benötigte und verkaufen musste. Im Schnitt liegt die Wahrscheinlichkeit, mit einem breit gestreuten Aktiendepot bei einer Anlagedauer von 30 bis 40 Jahren eine Durchschnittsrendite von über zehn Prozent zu erzielen bei über 83 Prozent. Das hat zumindest das Deutsche Aktieninstitut herausgefunden.

          Wer sein Geld in Aktien anlegt, beteiligt sich am Vermögen von Aktiengesellschaften und an der Entwicklung der Wirtschaft. Als Aktionär hat man Anspruch auf einen Anteil am Gewinn, nämlich die Dividende. Diese kann sich mit der Ertragslage des Unternehmens ändern oder in Verlustjahren sogar ganz ausfallen. Genau darin besteht einer der wesentlichen Unterschiede zu einem festverzinslichen Wertpapier.

          Chancen liegen vor allem in der Kursentwicklung

          Interessanter als die Dividenden sind in der Regel die Gewinnchancen aufgrund der Kursentwicklung der Wertpapiere. Der Kurs richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungskraft des Unternehmens und nach den Erwartungen der künftigen Erträge. Hat das Unternehmen einen Gewinneinbruch zu verzeichnen, fällt der Kurs. Ist es jedoch sehr erfolgreich, wird der Kurs steigen. Und darin liegen die besonderen Risiken - aber auch der großen Chancen der Aktienanlage.

          Fazit: Langfristig betrachtet lohnt sich die Anlage in ein gut gestreutes Aktiendepot. Denn die Erträge sind im Durchschnitt höher als bei allen anderen Anlageformen. Insbesondere dann, wenn das auch noch staatlich gefördert wird. Zum Beispiel über die Arbeitnehmersparzulage. Preisrabatte bei Belegschaftsaktien sind sogar bis zu einem Betrag von 150 Euro steuer- und sozialabgabenfrei. Allerdings darf das Risiko einer jederzeit möglichen Börsenflaute dabei nicht unterschätzt werden. Denn genau zu diesem Zeitpunkt sollte man nicht verkaufen müssen, um kurzfristig Geld auf die Hand zu bekommen.

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