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Deutscher Aktien-Index : Nur Gewinner im Dax

Bild: F.A.Z.

Der Dax nähert sich zum wiederholten Mal der 8.000-Punkte-Marke. Alle Aktien notieren seit dem Tief des Index 2003 im Plus. Und das trotz der jüngsten Kreditkrise, die schon fast vergessen scheint. Von Kerstin Papon

          An den Aktienbörsen scheint die jüngste Kreditkrise schon fast vergessen: Der Deutsche Aktienindex Dax nähert sich in diesem Jahr zum wiederholten Male der Marke von 8000 Punkten. Nur noch 2 Prozent fehlen zum Mitte Juli aufgestellten Rekordhoch von 8152 Punkten. Allein seit Jahresbeginn liegt der Dax 21 Prozent im Plus. Auch die Bilanz der vergangenen viereinhalb Jahre ist beachtlich: Seit dem Zwischentief am 12. März 2003 bei 2188 Punkten hat das Börsenbarometer fast 270 Prozent gutgemacht.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Als Kurstreiber gelten vor allem seither steigende Unternehmensgewinne und das rege Treiben bei Fusionen und Übernahmen. Dennoch ist die Entwicklung bei den einzelnen Dax-Werten sehr unterschiedlich: Unter den 30 Aktiengesellschaften im Index gibt es seit 2003 zwar nur Gewinner, doch die Kursbilanz ist weit gefächert. Spitzenreiter im Dax, mit einem Kurszuwachs von fast 890 Prozent, ist der Nutzfahrzeughersteller und Investitionsgüterkonzern MAN. Es folgen der Reifenproduzent und Automobilzulieferer Continental, dessen Aktie 740 Prozent zugelegt hat, und die Deutsche Börse, die einen Kursaufschlag von 584 Prozent vorzuweisen hat.

          Hypothekenkrise hat ihre Spuren hinterlassen

          Doch die amerikanische Hypothekenkrise hat bei einigen Werten ihre Spuren hinterlassen: Im Juli befand sich Commerzbank noch auf Rang vier der Dax-Besten, seitdem ist sie auf Platz acht gefallen. Der Kursaufschlag ist von 520 auf 410 Prozent geschrumpft. Das Schlusslicht im Index ist jedoch unverändert die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Kursgewinn von 54 Prozent. Der Titel hat damit nur ein Fünftel des Dax-Anstiegs vollzogen. Zum Vergleich: Die Aktie des Spitzenreiters MAN hat allein in diesem Jahr um 75 Prozent gutgemacht. Für die Volkswagen-Aktie, den bisherigen Jahresbesten, ging es sogar um gut 120 Prozent aufwärts.

          In den zurückliegenden viereinhalb Jahren hat sich natürlich das Gesicht des Dax gewandelt. Einige Aktien haben im Index Platz für andere machen müssen. Im September 2004 erfüllte der Finanzdienstleister MLP anlässlich der jährlichen Indexüberprüfung die Kriterien für einen Verbleib im Index nicht mehr und musste zugunsten von Continental absteigen. Der Automobilwert aus Hannover war im Übrigen das erste Unternehmen, das in den Dax zurückgekehrt ist. Bis 1996 war Continental schon einmal im Index vertreten.

          Streubesitz nicht ausreichend: „Fast Exit“ der HVB

          Am 19. Dezember 2005 rückte der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding für seine ehemalige Muttergesellschaft Hypo-Vereinsbank (HVB) in den Auswahlindex auf. Es kam zu einem sogenannten „Fast-Exit“, weil der Anteil der frei umlaufenden Aktien (Streubesitz) der HVB durch die Unicredit-Übernahme für einen Indexverbleib nicht mehr ausreichte. Hypo Real Estate war der dreizehnte echte Indexneuling seit dem Dax-Start im Jahr 1988, der nicht durch eine Fusion oder Übernahme in den Standardwerte-Index gekommen ist.

          Im September des Jahres 2006 schließlich kam die Deutsche Postbank für den Pharmakonzern Schering in den Dax. Auch bei Schering sorgte eine Übernahme (durch Bayer) für einen zu geringen Streubesitz. Die bisher jüngste Änderung erfolgte im vergangenen Frühsommer: Am 18. Juni ersetzte die Aktie von Merck KGaA die Papiere von Altana. Merck war schon mehrmals an einem Indexaufstieg vorbeigeschrammt, profitierte jedoch 2007 ebenfalls von der „Fast-Exit-Regel“.

          Börsenwert des Chemieunternehmens Altana halbiert

          Das Chemieunternehmen Altana hatte nach dem Verkauf der Pharmasparte den Erlös an seine Aktionäre ausgeschüttet und so seinen Börsenwert mehr als halbiert. Dadurch wurde der Streubesitz, gemessen an den Kriterien der Deutschen Börse, für einen Dax-Verbleib zu gering. Die beiden Dax-Werte Hypo Real Estate und Postbank sind nicht in der Rangliste enthalten, da ihre Erstnotiz nach dem März 2003 erfolgte.

          Ihre Kurserfolge wurden durch die amerikanische Hypothekenkrise geschmälert. Seit dem Börsendebüt von Hypo Real Estate im Oktober 2003 hat die Aktie 255 Prozent zugelegt. In diesem Jahr hat sie jedoch 16 Prozent verloren und ist damit der zweitschlechteste Dax-Titel. Für die Postbank ging es seit dem Börsengang im Juni 2004 bis heute um 72 Prozent aufwärts. 2007 ist die Aktie mit minus 23 Prozent das Dax-Schlusslicht.

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