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Venture Match : Deutsche Börse startet Plattform für Startups mit Kapitalbedarf

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Die Frankfurter Börse. Viele junge Unternehmen wollen vom Kapitalmarkt langfristig profitieren. Bild: dpa

Die Deutsche Börse will Startups auf der Suche nach Kapital und risikofreudige Investoren zusammenbringen. Der Börsenbetreiber reagiert mit den neuen Angeboten auch auf den Druck der Bundesregierung.

          Die Deutsche Börse baut ihr Angebot für junge Unternehmen aus. Ende September will der Konzern eine weitere Plattform starten, auf der risikofreudige Investoren und Wachstumsfirmen mit Kapitalbedarf zusammengebracht werden, wie Vorstand Hauke Stars erklärte. "Wir wollen unser klassisches Börsengeschäft sukzessive um vorbörsliche Initiativen erweitern." Ziel sei der Aufbau eines "Ökosystems für Wachstum", das Unternehmen von der Startup- über die Wachstumsphase bis zum Börsengang unterstützt.

          Über "Venture Match" sollen Finanzierungsrunden der Startups laufen. Dabei gleichen Mitarbeiter der Börse den Bedarf mit den Interessen der Anleger ab. Bislang gilt der mangelnde Zugang zu Kapital als großes Problem bei der Entwicklung junger Firmen in Deutschland.

          "Der Markt ist intransparent", sagte Stars. Unternehmen täten sich oft schwer, Investoren anzusprechen. Umgekehrt fehle vielen Anlegern der Zugang zu möglichen Beteiligungen. Das will die Börse ändern, in dem sie regelmäßig Investoren über die auf der Plattform vertretenen Unternehmen informiert. Um mitmachen zu können, müssen sich die Firmen allerdings schon einige Zeit auf dem Markt bewährt haben.

          Die neue Plattform baut auf dem vor gut einem Jahr gestarteten "Venture Network" der Deutschen Börse auf. Es verbindet inzwischen rund 200 internationale Investoren und gut 100 Wachstumsunternehmen in Deutschland wie etwa der Online-Brillenhändler Mister Spex, das Internetmöbelhaus Home 24 und das Fintech Kreditech.

          Dabei hat die Börse mittlerweile zwölf Investorenveranstaltungen abgehalten, in 22 Finanzierungsrunden seien gut 700 Millionen Euro Eigenkapital für die Unternehmen zusammengekommen. Aus dem Kreis der Firmen soll es laut Stars möglicherweise noch in diesem Jahr, spätestens 2017 erste Börsengänge geben.

          Die Deutsche Börse reagiert mit den neuen Angeboten auch auf den Druck der Bundesregierung. Die machte sich ursprünglich für ein neues Börsensegment stark, um jungen Unternehmen bei der Finanzierung zu helfen. Dazu konnte sich der Börsenbetreiber bislang auch wegen der schlechten Erfahrungen mit dem "Neuen Markt" rund um die Jahrtausendwende bislang nicht durchringen.

          Damals waren zahlreiche der börsennotierten Firmen Pleite gegangen. Dass unreife Firmen an die Börse kommen, will der Konzern mit seiner neuen Vorbereitungskette verhindern. Vorstand Stars deutete nun an, dass die Börse angesichts der nun schon recht großen Liste von Kandidaten inzwischen doch über ein neues Börsensegment nachdenkt.

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