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Deutsche Börse : Scale soll der bessere „Neue Markt“ werden

Deutsches Aktieninstitut ist erfreut

Das Deutsche Aktieninstitut freut sich über Scale. „Wir haben das gemeinsame Ziel, die Aktienkultur zu fördern“, sagt Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Aktieninstituts, in ihrer Eröffnungsrede. „In den Vereinigten Staaten läuft der Wachstumsmotor Börse erfolgreich, diesen Motor müssen wir auch in Europa ankurbeln.“ Mehr Börsengänge in Deutschland zu generieren ist daher das eigentliche große Ziel von Scale. Die Börse hat dazu vor eineinhalb Jahren das Deutsche Börse Venture Network geschaffen, über das noch nicht börsennotierte Unternehmen mit Investoren in Kontakt kommen können. Mit Va-Q-Tec gelang bisher einem Unternehmen aus dem Netzwerk ein Börsengang.

„Jeder sozialwissenschaftliche Unterricht sollte sich mit Scale beschäftigen“, fordert Alfred Platow, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Ökoworld AG, einer Fondsgesellschaft mit rund 900 Millionen Euro Anlagesumme ausschließlich in Aktien. „Wir unterstützen es sehr, das Thema Aktien zu fördern und dabei den Mittelstand in den Fokus zu stellen.“ Ökoworld gehört nicht zu den Startmitgliedern von Scale, eine Aufnahme steht aber kurz bevor. „Wir müssen für die Akzeptanz unternehmerischen Tuns etwas leisten“, sagt Platow. Er ist stolz darauf, im vorvergangenen Jahr 770.000 Euro Gewerbesteuer an seine Stadt Hilden gezahlt zu haben und 60 Mitarbeiter zu beschäftigen. „Die Unternehmen müssen sich gerne und sichtbar an der Sozialpartnerschaft dieses Landes beteiligen.“ Vom nächsten Schuljahr an wird Platow den Unterricht am Helmholtz-Gymnasium in Hilden im Fach Steuern, Finanzen, Recht finanzieren. „Wir machen da keine Werbung und stellen kein Unterrichtsmaterial, aber es gibt mehr als Sinn, die Bildung der jungen Menschen in diesen Themen zu erhöhen.“ Das Konzept von Scale schätzt Platow sehr. „Die Börse hat hochwertige Kriterien gewählt, das ist sehr gut. Die Allgemeinheit soll erfahren: Was ist das für eine Firma?“, sagt Platow. Auch das Konzept mit den neutralen Analysehäusern Morningstar und Edison findet er gut. „Ich habe lange mit den Vertretern von Edison telefoniert, die haben ein interessantes Konzept und sind selbst Investmentfondsmanager mit viel Verständnis für die Börse.“

Wie der Entry Standard für Aktien wird auch das bisherige Mittelstandssegment der Deutschen Börse für Anleihen abgeschafft, und die Unternehmen können auf Antrag in Scale wechseln. Neun Anleihen von sieben Unternehmen sind zum Start dabei. Das Analysehaus Scope lobt den „vertrauensbildenden Filter“ durch die Aufnahmekriterien. Extrem hohe Ausfallquoten, wie sie bisher bei Mittelstandsanleihen auftraten, könnten so von vorneherein vermieden werden. Die Ausrichtung von Scale gehe in die „absolut richtige Richtung“ und könne dazu führen, dass die Investoren sehr viel stärker aus dem Bereich der institutionellen Anleger kommen könnten als bisher. Der Beratungsgesellschaft Capmarcon geht dies aber nicht weit genug. Private und semi-institutionelle Anleger sollten von Scale ausgeschlossen werden, fordert sie. Die Börse habe es versäumt, ein grundsätzlich interessantes Finanzmarktsegment, in dem es den bislang beteiligten Akteuren an Qualität, Kompetenz und Expertise mangelt, aus reichend zu professionalisieren und so eine neue Emissionskultur zu schaffen.

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