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„Wir bedauern das“ : Deutsche-Börse-Chef: Es geht auch ohne London

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Carsten Kengeter ist Chef der Deutschen Börse. Bild: Reuters

Die Fusion zwischen der Deutschen Börse und der Londoner LSE ist ziemlich sicher gescheitert. Nun äußert sich der Vorstandschef erstmals öffentlich. Bleibt er?

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          Die Führung der Deutschen Börse will angesichts des absehbaren Scheiterns der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) nach vorne schauen. „Wir fühlen uns als Unternehmen selbst für die Zukunft sehr gut gerüstet“, sagte Vorstandschef Carsten Kengeter an diesem Mittwoch in Frankfurt.

          Bereits an den Geschäftszahlen des vergangenen Jahres 2016 habe man ablesen können, dass Deutschlands größter Börsenbetreiber Fortschritte mache. Mit seiner Strategie und geplanten Innovationen sei der Konzern hervorragend aufgestellt.

          Streit um den Sitz

          „Wir müssen versuchen, die Deutsche Börse wieder in die internationale Spitzengruppe zurückzuführen“, bekräftigte der Vorstandschef. „Das ist unser Ziel.“

          Londons Börsenbetreiber LSE hatte am Sonntag erklärt, eine Auflage der EU-Kommission zur Freigabe der deutsch-britischen Börsenhochzeit nicht erfüllen zu wollen. In der Folge werden die Wettbewerbshüter den gut 25 Milliarden Euro schweren Deal aller Wahrscheinlichkeit nach untersagen.

          DT. BÖRSE

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          „Es ist für mich müßig, darüber zu spekulieren, was die Gründe für die Entscheidung unseres Fusionspartners sind“, sagte Kengeter. Ein Abschluss der Transaktion werde nun aber unwahrscheinlicher. „Wir bedauern die Entscheidung.“

          Zwei Gründe für das Scheitern machen die Runde: Einmal dürfte es eine Folge des anstehenden Ausscheidens der Briten aus der EU sein – der Sitz der gemeinsamen Holding hätte London sein sollen, daran gab es jüngst aber immer mehr Kritik. Aus der britischen Politik wiederum gab es Äußerungen, der Sitz dürfe keinesfalls aus London weg verlegt werden.

          Als zweiter Grund gilt Kritik seitens der LSE-Führung am Chef der Deutschen Börse. Dass Frankfurts Staatsanwälte gegen ihn ermitteln wegen Insiderhandels, habe die Manager in Britannien verunsichert und ihr Vertrauen erschüttert. Kengeter hätte den fusionierten Konzern führen sollen.

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