https://www.faz.net/-gv6-8c0gn

Deutsche Biotech-Firma : Brain will an die Börse

Brain-Chef Jürgen Eck Bild: Brain AG

Das Zwingenberger Biotechnologie-Unternehmen will an die Frankfurter Börse. Dort hat es seit fast einem Jahrzehnt kein vergleichbares Listing mehr gegeben.

          1 Min.

          Die Biotechgesellschaft Brain bereitet nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Börsengang in Frankfurt vor – und will das am heutigen Dienstag bekanntgeben. Begleitet von der Bank Oddo Seydler, strebe das Unternehmen den Gang aufs Parkett im streng regulierten Segment „Prime Standard“ an, hieß es in Kreisen, die mit dem Vorhaben vertraut sind. Es soll vornehmlich um neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung gehen. Zudem könnte ein Altaktionär im Zuge einer Mehrzuteilung Anteile abgeben.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zehn Prozent der angebotenen Aktien sollen dem Vernehmen nach für Privatanleger reserviert werden. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Montag zu Details nicht äußern. Er bestätigte aber, dass Brain am heutigen Dienstag die „Intention to float“ bekanntgeben wolle, also die Absicht zum Börsengang.

          Das wäre der erste nennenswerte Börsengang einer Biotechgesellschaft in Frankfurt seit fast einem Jahrzehnt. 2006 hatte die hiesige Börse den vorerst letzten Börsengang erlebt, wenn man das Mini-Listing eines chinesischen Biodünger-Anbieters im Jahr 2010 nicht mitzählt. Zwar hatten sich zuletzt deutsche Biotechunternehmen wieder börsenwillig gezeigt, sie wählten aber einen ausländischen Platz. Probiodrug ging an die Euronext in Amsterdam, Affimed – eine Ausgründung aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum – an die amerikanische Technologiebörse Nasdaq.

          Zudem ist hierzulande vor allem die „rote“ Biotechnologie aufgefallen, die Medikamente entwickelt. Dagegen steht Brain für „weiße“ Biotechnologie, die Industriematerialien auf biologischer Basis anbietet.

          Zum Volumen des Börsengangs war nichts zu erfahren. Brain hatte aber im Herbst mitgeteilt, eine Finanzierungsrunde in zweistelliger Millionenhöhe zu prüfen – auf welchem Wege, blieb damals offen. 2008 stand Brain schon einmal kurz vor dem Börsengang. Das Vorhaben scheiterte auf den letzten Metern, weil die Finanzkrise voll ausbrach.

          Weitere Themen

          Wie krisenfest sind Europas Banken?

          Stresstests : Wie krisenfest sind Europas Banken?

          Die Ergebnisse zeigen, dass die Institute widerstandsfähig genug sind, um eine schwere Wirtschaftskrise zu überstehen. Auch deutsche Institute weisen ausreichende Kapitalpuffer auf.

          Topmeldungen

          Schulklasse in Bayern

          „Für mich unbegreiflich“ : Krankenhausgesellschaft kritisiert RKI

          Im Streit um eine mögliche Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als Hauptrichtwert in der Corona-Politik bemängelt die Deutsche Krankenhausgesellschaft das Verhalten des RKI. Es könne nicht sein, dass das Institut auf allen Daten sitze, aber keine neuen Vorschläge mache.
          Einsatz in Kirli: Feuerwehrleute versuchen ein Feuer in der türkischen Provinz Antalya unter Kontrolle zu bringen.

          Brände in Türkei und Italien : Heftige Feuer im Mittelmeerraum

          In der Türkei und in Italien brennen die Wälder. Schuld sind womöglich Brandstifter. Eine seit Anfang der Woche andauernde Hitzewelle in Griechenland geht indes auf ihren Höhepunkt zu – mit Temperaturen von bis zu 45 Grad.
          Markus Söder im Landtag, im Vordergrund Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Rednerpult

          Testpflicht und Impfregime : Söders Sorgen

          Die Testpflicht ist das Eingeständnis von Bund und Ländern, dass ihre Strategie nicht aufgegangen ist. Die Impfmüdigkeit ist zu groß. Der Grund: Eigensinn und Politiker wie Hubert Aiwanger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.