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Strategie : Deutsche Bank schichtet Favoritenliste um

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Die Experten der Deutschen Bank rechnen mit einer Seitwärtsbewegung des Marktes. Vor zyklischen Werten warnen sie.

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          Die Deutsche Bank empfiehlt, Werte mit stetigem Wachstum zyklischen Werten vorzuziehen. Vor diesem Hintergrund stellt sie auch ihre Favoritenliste um. Von der Favoritenliste für mittlere und kleine Unternehmen wurden die DePfa-Bank, Intershop, LPKF-Laser und Vossloh gestrichen. Deren Stelle nehmen nun Douglas und ProSiebenSat1 ein. Bei den Großunternehmen wurde Schering nach Erreichen des Kursziels gegen Bayer ausgetauscht.

          Die Dax-Gewinnerwartungen haben sich in den letzten drei Monaten um 2,7 Prozent für 2000 und um 6,1 Prozent für 2001 reduziert. Besonders die zyklischen Sektoren sind betroffen: Die Gewinnerwartungen sanken um fünf bis zehn Prozent bei Maschinen & Industrie, Automobil & Transport und dem Bausektor. Um sich gegen das Abwärtsrisiko in der globalen Wirtschaft zu schützen, verkaufen die Investoren sowohl Aktien aus dem zyklischen als auch aus dem Hyperwachstumsbereich.

          Wachstumspfad des Dax wird flacher

          Auch langfristig ist mit niedrigerem Marktwachstum zu rechnen, denn das durchschnittliche Dax-Wachstum von 15 Prozent in den letzten zwölf Jahren steht einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von nur 7,5 Prozent gegenüber. Wegen sinkender Anleiherenditen und geringeren Risikoprämien ist die daraus folgende Steigerung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses zwar noch akzeptabel, aber weitere Steigerungen sind kaum noch zu erwarten. Deshalb rechnet die Deutsche Bank über die nächsten Jahre mit nur noch 7,5 bis zehn Prozent durchschnittlichem Marktwachstum.

          Der Ölpreisschock wird die deutsche Wirtschaft nicht grundlegend von ihrem Expansionspfad abbringen. Die Prognosen der Deutschen Bank liegen bei 3,1 Prozent Wachstum für 2000 und jeweils drei Prozent für 2001 und 2002. Trotzdem reduzieren Fondsmanager weltweit den Anteil deutscher Aktien, ein Trend, der noch eine Weile anhalten wird, denn der deutsche Markt muss weiterhin die Last der Euroschwäche und der schwachen internationalen Indizes tragen. Andererseits bleibt der Nettozufluss in deutsche Aktienfonds im 3. Quartal bei 15,9 Milliarden Euro, was den meisten Fondsmanagern große Geldbeträge einbringt, die nun investiert werden müssen. So geht man bei der Deutschen Bank davon aus, dass der Markt nun eine Seitwärtsbewegung einschlagen wird, die bis deutlich in das Jahr 2001 hinein anhalten könnte.

          Nach dem vergangenen September, mit einem Minus von 5,8 Prozent der achtschlechteste September seit 1955 und der schlechteste Börsenmonat seit der Asienkrise, erwarten die Börsianer sehnlich ein Ende der Talfahrt. Die Börsengeschichte zumindest spricht dafür, denn die Zeit zwischen November und Januar ist traditionell die mit der besten Performance.

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