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Kapitalmarktgeschäfte : Die Deutsche Bank verliert 60 Millionen Dollar

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: Reuters

Die Deutsche Bank hat durch fehlgeschlagene Kapitalmarktgeschäfte rund 60 Millionen Dollar eingebüßt. Zudem soll das Niederlassungsnetz in Spanien verkauft werden.

          Die Deutsche Bank hat im April mit fehlgeschlagenen Kapitalmarktgeschäften rund 60 Millionen Dollar eingebüßt. Die Bank selbst kommentiert den Vorgang, der zunächst von der Nachrichtenagentur Bloomberg verbreitet wurde, nicht; aus Finanzkreisen ist jedoch zu erfahren, dass er sich sehr wohl ereignet hat. Zu hören ist, dass dem Verlust Geschäfte zugunsten von Kunden zugrunde gelegen haben und kein Handel auf eigene Rechnung. Außerdem wird betont, dass die für diese Geschäfte Verantwortlichen keine ihnen gesetzten Grenzen überschritten hätten; von personellen Konsequenzen ist nichts bekannt. Der Aufsichtsrat hat von diesen Geschäften Kenntnis erhalten.

          Offenbar hat sich die Bank, um auf Wünsche von Kunden reagieren zu können, am Terminmarkt mit Finanzprodukten eingedeckt, deren Wertentwicklung an der amerikanischen Inflationsrate hängt. Solche Produkte sind unter anderem für Kunden interessant, die Anleihen besitzen und sich gegen eine steigende Inflation absichern wollen. Diese Produkte bescheren ihren Besitzern im Falle höherer Inflationsraten Kursgewinne, die Anlegern einen Ausgleich für eventuelle Kursverluste ihrer Anleihen bieten. In den ersten Monaten des Jahres gab es angesichts der guten Konjunktur und Spekulationen über eine expansive Finanzpolitik des neuen Präsidenten Donald Trump viele Prognosen über steigende Inflationsraten, die mit Kursverlusten am Anleihemarkt einhergingen.

          Aktienkurs bleibt trotz Verlusten stabil

          Allerdings erwiesen sich diese Spekulationen bald als unbegründet. Seit April werden in den Vereinigten Staaten unerwartet niedrige Inflationsraten veröffentlicht, die bei den von der Deutschen Bank erworbenen Finanzprodukten zu herben Kursverlusten führten. Offenbar hat die Bank diese Verluste im April realisiert, um keine zusätzlichen Risiken zu tragen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank blieb am Mittwoch trotz der schlechten Nachrichten nahezu unverändert.Gleichwohl zeigten sich Analysten erstaunt, dass es in der Bank immer noch möglich ist, Geschäfte mit einem so großen Verlustpotential zu betreiben.

          Die Deutsche Bank hat sich entschlossen, ihr Geschäft in Spanien, wo sie seit Jahrzehnten mit einem stattlichen Niederlassungsnetz vertreten ist, zu verkaufen. Allerdings ist in naher Zukunft noch nicht mit einem Abschluss zu rechnen. Die spanische Bankenbranche befindet sich derzeit in einem Prozess der Konsolidierung, der das Marktumfeld für mittelgroße Anbieter wie die Deutsche Bank erschwert. Dagegen hat die Deutsche Bank nicht die Absicht, sich von ihrem großen Niederlassungsnetz in Italien zu trennen. Dort ist sie vor allem im Norden des Landes stark vertreten.

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