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Marktbericht : Deutsche Bank an der Dax-Spitze

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Hatten für die Aktionäre am Donnerstag eine positive Überraschung in petto: Die Deutsche Bank. Bild: Reuters

Aktien der Deutschen Bank sind am Donnerstag mit einem Plus von 2,5 Prozent aus dem Handel gegangen - ein überraschender Gewinn machte es möglich. Der Dax kann mittlerweile sein Rekordniveau gut behaupten.

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          Die Deutsche-Bank-Aktie hat am Donnerstag bei den Börsianern für eine positive Überraschung gesorgt. Das Finanzinstitut hatte einen Gewinn im Schlussquartal anstatt eines erwarteten Verlusts ausgewiesen: Die Titel gewannen an der Dax-Spitze 2,5 Prozent. Nomura-Analyst Jon Peace machte neben geringeren Rechtskosten auch das gute Geschäft im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen (FICC) für das Ergebnis verantwortlich. Zudem habe sich die Kapitalausstattung verbessert. Börsianer witterten zudem Nachholpotential bei dem Papier.

          Derweil behauptete sich der Dax auf seinem Rekordniveau. Neben der Deutschen Bank hielten auch gute Unternehmenszahlen von Infineon die Anleger auch nach dem jüngsten massiven Kursanstieg davon ab, Kasse zu machen. Die verhaltene Tendenz an den amerikanischen Börsen und die Unsicherheit wegen der politischen Entwicklung in Griechenland konnten dem deutschen Leitindex wenig anhaben.

          Der Dax pendelte im Tagesverlauf um seinen Vortagsschluss und verabschiedete sich 0,2 Prozent fester bei 10.737,9 Punkte aus dem Handel. Zum Rekordhoch vom Dienstag fehlen ihm damit lediglich rund 70 Punkte. Für den M-Dax der mittelgroßen Unternehmen ging es hingegen um 0,3 Prozent auf 18.653,5 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index Tec-Dax verlor 0,7 Prozent auf 1488 Punkte.

          Der Euro Stoxx 50, Leitindex der Eurozone, legte um 0,4 Prozent auf 3371,8 Punkte zu. Die nationalen Indizes in Paris und London entwickelten sich uneinheitlich, und der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial zeigte sich zum europäischen Handelsende kaum bewegt.

          Infineon-Aktie legte 1,5 Prozent zu

          Gute Geschäftsergebnisse dies- und jenseits des Atlantiks hätten den deutschen Aktienmarkt gestützt und ihn vor größeren Verlusten bewahrt, sagte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Denn eigentlich bestehe nach dem 1000-Punkte-Sprint des Dax in nur zwei Wochen Korrekturbedarf. Diesen lebten die Märkte aber wieder in einer nervösen Seitwärtsbewegung aus.

          Denn Anleger nutzten weiter jeden Rückschlag zum Aktienkauf. Es gebe eben kaum attraktive Anlagealternativen für das reichlich vorhandene „billige Geld“. Zudem seien die Aussagen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) vom Vorabend, die auf die Stimmung an der Wall Street gedrückt hatten, für die exportorientierte deutsche Wirtschaft eher positiv, sagte de Schutter. Am Mittwochabend hatte die Fed erstmals auf internationale Risiken für die amerikanische Wirtschaft durch die Stärke des Dollar zum Euro verwiesen, was wiederum den exportstarken deutschen Unternehmen hilft.

          Die Aktien von Infineon profitierten mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 9,999 Euro ebenfalls von Geschäftszahlen. Bei 10,050 Euro hatten sie zwischenzeitlich den höchsten Stand seit November 2007 erreicht. Der Halbleiter-Hersteller hatte seine Prognose erhöht. Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank sprach von einem starken Start ins neue Geschäftsjahr.

          Zu den Verlierern zählten hingegen Stahlwerte, die unter negativen Nachrichten aus der Branche litten. Nippon Steel in Japan und auch die französische Vallourec hatten die Stimmung getrübt. Die Papiere des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssen-Krupp-Papiere verloren 1,6 Prozent, die Salzgitter-Titel sackten im M-Dax um 1,2 Prozent ab.

          Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,29 (Vortag: 0,32) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 140,03 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,25 Prozent auf 158,68 Punkte. Der Euro notierte bei 1,1308 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1315 (1,1344) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,8838 (0,8815) Euro.

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