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Marktbericht : Deutsche Bank verschreckt Aktienanleger

  • Aktualisiert am

Deutsche-Bank-Chef Cryan hat schlechte Nachrichten. Bild: Reuters

Der Aktienkurs der Deutschen Bank erlebt am Donerstag einen starken Fall. Zu schlecht waren die überraschend vorgelegten Zahlen.

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          Die Milliardenverluste des vergangenen Jahres der Deutschen Bank kommen naturgemäß am Donnerstag an der Börse nicht gut an. Der Aktienkurs fiel um bis zu zehn Prozent und hat sich seitdem nur leicht erholt. Aktuell notiert er 7,5 Prozent im Minus bei 16,40 Euro und markiert damit weiter den tiefsten Stand seit sieben Jahren. Schon am Vortag hatten die Papiere im Sog der schlechten Stimmung in der gesamten Bankenbranche sechs Prozent verloren.

          Das größte deutsche Geldhaus vermeldete am Vorabend einen Rekordverlust für das vergangene Jahr von 6,7 Milliarden Euro. Analysten bemängelten vor allem die schwach ausgefallenen Erträge sowie neue Rückstellungen in Höhe von gut einer Milliarde Euro für Rechtsstreitigkeiten. Im Gesamtjahr summieren sich diese nun auf 5,2 Milliarden Euro. "Die Kosten für Gerichtsprozesse enden nicht mit dieser Rückstellung - wir gehen davon aus, dass es sie noch mehrere Jahre geben wird", sagte Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen.

          Börsianer befürchten nun, dass die Deutsche Bank eine weitere Kapitalerhöhung benötigt. "Wenn das Umfeld schwierig bleibt, könnten die Sorgen um die Kapitalbasis wieder kommen und sogar zunehmen", schrieben die Analysten der Bank Exane BNP. Citibank-Experte Andrew Coombs sagte, das Ergebnis der Bank für 2015 sei extrem schwach. "Wir sehen noch mehr Prozessrisiken und erwarten weitere Kosten in Höhe von 3,6 Milliarden Euro in diesem Jahr. "Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung."

          Die schlechten Zahlen belasten auch den Standardwerteindex Dax, der nach ruckligem Start aber mittlerweile doch 0,3 Prozent auf 9424 Punkte zulegt.Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index legt deutlich stärker um 0,6 Prozent auf 1953 Punkte zu.

          Am Nachmittag richten sich die Augen der Anleger auf die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbanker werden sich zwar bei der anstehenden Zinsentscheidung nach Einschätzung der meisten Experten zurückhalten. Investmentanalyst Thomas Hollenbach von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet aber Reaktionen auf die globalen Risiken wie die Wirkungen des Ölpreis-Crashs auf die Inflation im Euroraum. Signale in Richtung weiterer Maßnahmen seien vor allem vor dem Hintergrund denkbar, dass die aktuellen EZB-Prognosen für die Inflation bei der aktuellen Ölpreisentwicklung kaum erreichbar erschienen.

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